Otto Mauch (* 12. November 1889 in Tarutino; † 28. August 1958 in Stuttgart) war ein Mediziner und Volksvertreter der Deutschen in der Dobrudscha mit bessarabiendeutscher Herkunft.

Leben Otto Mauch war das zwölfte Kind des Lehrers und Küsters von Tarutino und von Arzis, Christian Mauch und dessen Frau Karoline, geb. Rasch. Die Schule besuchte er in Arzis und Großliebental bei Odessa. Im estländischen Dorpat legt er das Abitur ab. Danach begann er das Studium der Evangelischen Theologie an der dortigen Gustav Adolf-Universität. Kurz nach Studienbeginn wechselte er zum Medizinstudium über. Er half beim Aufbau der Studentenverbindung „Teutonia Dorpat“, die 1908 als „Südländerverein Teutonia“ gestiftet worden war und sich an Volksdeutsche aus den südlichen Gouvernements des Russischen Reiches richtete.https://bkdr.de/wp-content/uploads/2020/08/VadW_2020_Nr_08_09_Teil_2_Teutonia_Liste_der_Studierenden.pdf Am 1. November 1913 schloss er sein Studium erfolgreich ab. Während der Studienzeit lernte er seine spätere Frau Helene Rümmel, eine Gutsbesitzertochter von der Krim, kennen.

Werk und Wirken Während des Ersten Weltkrieges war Otto Mauch Arzt beim russischen Militär. 1918 nahm er die Stelle des leitenden Arztes am staatlichen Krankenhaus in seiner Heimatgemeinde Arzis an. Ab 1926 übernahm er die Einrichtung und Leitung des Diakonissen-Sanatorium in Konstanza, ab 1928 den Posten des Chefarztes bis zur Umsiedlung 1940. Nach seiner Niederlassung in Konstanza in der Dobrudscha eröffnete er dort auch eine Privatpraxis.

Durch seine ärztliche Tätigkeit war Otto Mauch in der dobrudschadeutschen Bevölkerung geschätzt. Sein Ansehen führte dazu, dass ihm der Vorsitz des Verbandes rumänischer Staatsbürger deutscher Abstammung in der Dobrudscha (Liga cetățenilor români de origine germană din Dobrogea), gegründet 1924, – im Volksmund schlicht Volksrat genannt – angetragen wurde. In dieser Position fungierte Mauch als politisches Sprachrohr der Minderheit. Besonders in der Umbruchphase nach dem Ersten Weltkrieg vertrat er die Interessen der Volksgruppe gegenüber der rumänischen Verwaltung. Sein Engagement galt vor allem dem Erhalt der kulturellen Identität sowie der Sicherung des deutschen Schul- und Kirchenwesens. Dem Volksrat gelang es 1931 sich der Deutschen Partei Rumäniens anzuschließen. Der Volksrat war die erste politische Vertretung der Dobrudschadeutschen. Eingewandert zu osmanischer Zeit und vorwiegend bäuerlicher Herkunft mussten sie lange ume eine Vertretung ihre Rechte als Staatsbürger kämpfen. Umsiedlung und Nachkriegszeit Bei der Umsiedlung der Dobrudschadeutschen im Herbst 1940 unter dem Motto Heim ins Reich stellte Mauch in den Lagern der Volksdeutschen Mittelstelle (VoMi) seine medizinische Fähigkeiten und sein organisatorisches Vermögen zur Verfügung. Er begleitete die Umgesiedelten in Lager im deutschen Reich und auch später bei der Ansiedlung im Wartheland.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 und dem Verlust seiner Heimat fand Otto Mauch in Westdeutschland eine neue Wirkungsstätte. In der Nachkriegszeit blieb er eine zentrale Identitätsfigur für die Angehörigen der Volksgruppe. Bis zu seinem Tod im Jahr 1958 engagierte er sich im kulturellen und sozialen Bereich der Landsmannschaft der Dobrudscha- und Bulgariendeutschen, um den Zusammenhalt der Dobrudschadeutschen zu bewahren und das historische Erbe der Siedlungsgemeinschaft zu sichern.

Publikationen Otto Mauch: Politisches Leben der Deutschen In: Handwörterbuch des Grenz- und Auslandsdeutschtums, Zweiter Band, Breslau 1936, S. 287 f.

Einzelnachweise

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