Der Hof Bavendamm (auch Landschaftspflegehof Bavendamm) ist ein Gehöft auf einer Wurt in der Feldmark Wummensiede, die 1374 in einer Urkunde zur Instandhaltungspflicht des Alten Deiches erstmals urkundlich erwähnt wurde und einer verzweigten Familie aus dem Blockland den Namen gegeben hat. Er liegt heute im Bremer Ortsteil Blockland östlich der Wümmensiede an der Waller Straße 300 an der Kleinen Wümme. Die heutigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden wohl im 18. Jahrhundert gebaut. Aktuell (2026) wird der Hof als bremisches Eigentum seit 1990 in einer Kooperation der Landwirtschaft (Kammern) mit dem BUND Bremen als Biohof bewirtschaftet und als Veranstaltungszentrum betrieben.
Geografie Die Feldmark Wummensiede zerfällt durch die Gröpelinger Wettern in das im Westen liegende Wummensieder Feld und in das kleinere Bavendammer Feld östlich davon. Die Gehöfte liegen hier alle auf dem Wümmedeich, mit Ausnahme des an der Einmündung des Piepengrabens in die Kleine Wümme auf einer Wurt liegenden Hofes Bavendamm; dieser Piepengraben bildet die Ostgrenze der Feldmark.
In einer Bremer Ortsbeschreibung von 1882 heißt es, dass dreiviertel der Feldmark Wiesen bildeten, und mehr als ein Sechstel wurden damals als Weiden genutzt. Die Bodenoberfläche bestand aus saurem Humus, darunter lagen Klei und Moor, und das Land lag durchschnittlich 1,4 m unter dem Meeresspiegel. Die Gewässer in diesem tiefsten Teil Bremens strömen in Richtung des Alten Deichs. Der Wümmedeich liegt fast überall parallel zur Flutrichtung und ist daher nur wenig gefährdet. Das Gebiet gehörte seinerzeit zum Kirchspiel und der Samtgemeinde Wasserhorst.
Zum Bavendammer Feld gehörend sind noch Ober-, Mittel, Leese- und Straßenkämpe in der Feldmark Walle zwischen dem Piepengraben und der Kleinen Wümme.
Geschichte Im Mittelalter wurde die Sumpflandschaft im Wümmegebiet durch verschiedene Höfe kultiviert. Der Hof Bavendamm im Bavendamer Feld (früher Wümmesiede Nr. 1) wurde 1374 urkundlich erstmals erwähnt. Arndt Bavendam im Blocklande beym Damsiele hatte um 1692 vom Kloster Lilienthal 24 Morgen im Blocklande zu Meierrecht bekommen. Um 1750 soll das Haus 280 m² und die Scheune 97 m² groß gewesen sein. Der Hof wechselte nach um 1692 zu verschiedenen Familien (u. a. Bauendam, Bavendam, Karstendiek, Harjes). 1870 wurde das Meierrecht abgelöst. Das Gebiet kam 1741 im Zweiten Stader Vergleich zum Kurfürstentum Hannover wurde aber 1803 im Reichsdeputationshauptschluss wieder Bremisch.
Der Hof ist seit 1989 im Eigentum der Stadt Bremen. Umgangssprachlich hat sich deshalb der Begriff „Senatsranch“ öffentlich eingebürgert, nach dem der Umweltsenator Bremen Planungen zum Erhalt des Hofes 1990 und zum Ausbau als Landschaftspflegehof eingeleitet hatte.Weser Kurier im Archiv vom 5., 20. und 24. Febr. 1990. Der Hof wurde für 650.000 Mark modernisiert und an den BUND verpachtet, der ihn an die Landwirtschaft der Familie Wilkens unterverpachtet hat.Weser Kurier im Archiv vom 1. und 6. Dez. 1990 sowie vom 21. Juni 1993 (wg. Schulungs- und Hotelbetrieb) und 13. Juli 2015 wg. Besuchertag und Betreiber.
Die Hofanlage besteht aus dem eingeschossigen, giebelständigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude als niederdeutsches Hallenhaus, in Fachwerk, mit Steinausfachungen, mit reetgedecktem Krüppelwalmdach, Uhlenloch und der Grooten Door mit Korbbogen; das Haus wurde 1990/92 saniert, mehreren weiteren zumeist giebelständigen Wirtschaftsgebäüden als Scheunen, Ställe und Lagergebäude. Am 3.10.1992 wurde unter einer früheren Grooten Door ein Jungrind als Bauopfer ausgegraben. Das ist insofern eine Sensation, weil solch ein Tier vor über 200 Jahren einen anderen 'Wert' hatte als heute.
Auf dem Hof werden Bio-Milch und Fleisch erzeugt sowie Umweltbildung angeboten und Naturschutz betrieben, in einer Kooperation der Landwirtschaft mit dem BUND Bremen. Naturschonende Mahd und Beweidung bei wenig oder keiner Düngung gehören zum Konzept. Im Grünland brüten bedrohte Vogelarten wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Rotschenkel. In den Gräben leben seltene Kleinfischarten wie Schlammpeitzger, Steinbeißer oder Bitterling. An den Wiesen- und Feldrändern kommen seltene Pflanzenarten wie Sumpf-Blutauge, Wiesenraute oder Zungen-Hahnenfuß vor. Etwa 50 Milchkühe weiden von April bis September auf den umliegenden Weiden.
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