mini|Nachlas-Elieser-Synagoge, 2020 mini|Nachlas-Elieser-Synagoge, 2020 mini|Nachlas-Elieser-Synagoge, 2020 Die Nachlas-Elieser-Synagoge () ist ein ehemaliges jüdisches Gotteshaus in der ukrainischen Stadt Odessa, das zeitweise neben der Brodsky Synagoge und Or-Sameach-Synagoge die dritte große Synagoge der Stadt war.Simon Dubnow Institute yearbook. Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow. 2. Jg., 2003, S. 299: „In Odessa hatte es 1915 sieben Synagogen und ca. 48 Gebetshäuser gegeben. Die beiden wichtigsten Synagogen waren die Hauptsynagoge im Stadtteil Peresyp und die Brody-Synagoge…“ Von 1954 bis 1996 war sie zudem die Hauptsynagoge Odessas.

Geschichte Mit dem Wachstum Odessas wuchs auch die jüdische Gemeinde, so dass auch im nördlichen Stadtteil Peresyp eine Synagoge benötigt wurde. Anfang der 1890er Jahre begann man mit der Spendensammlung unter den Anwohnern des industriell geprägten Viertels, wobei der Kaufmann Leiser Klejman der größte Geldgeber wurde. Die Eröffnung der aschkenasischen Synagoge erfolgte 1898. Die Deckenhöhe des Backsteinbaus betrug 25 Meter. Nach dem Hauptgeldgeber wird sie bis heute teils auch „Klejman-Synagoge“ ( Sinagoga Klejmana) genannt. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Russischen Bürgerkrieg erlangten die Bolschewiki die Oberhand in Odessa und die Stadt wurde 1920 Teil der USSR und 1922 der Sowjetunion. Die Synagoge wurde bald darauf profaniert, erwies sich aber 1954 als nützlich, nachdem man die damals letzte verbliebene Synagoge im Stadtzentrum ebenfalls schloss. Die Wiedereröffnung der Nachlas-Elieser-Synagoge wurde genehmigt, da die jüdische Gemeinde ein Gotteshaus brauchte. Bis zum Jahr 1989 blieb sie die einzige offene Synagoge der Stadt und war daher das geistige Zentrum der jüdischen Bevölkerung.

Mit der erneut erlangten Unabhängigkeit der Ukraine wurden auch wieder Gotteshäuser zugelassen. Da die Nachlas-Elieser-Synagoge aber vernachlässigt worden war, konnte auch ein Restaurierungsversuch sie nicht mehr retten. Die dabei eingerichtete Matzenbäckerei und ein kleiner Raum blieben als einzige Bauteile in benutzbarem Zustand erhalten, nachdem es im Sommer 1992 zum Einsturz des Daches des Hauptsaals kam. Eine Bergung der Reste des Toraschreins war nicht möglich, aber die Torarollen konnten gerettet werden. Fortan wurde der kleine erhaltene Raum für Gottesdienste benutzt. Das Brot wurde nun für die Or-Sameach-Synagoge gebacken und wurde bis nach Chișinău verkauft. Nach vier Jahren konnte infolge des Restitutionsgesetzes die Or-Sameach-Synagoge zurückerlangt werden, so dass diese 1996 wieder zur Hauptsynagoge Odessas wurde.

Aufgrund der massiven Schäden kam ein Wiederaufbau zunächst nicht in Frage. Später brannte es in der Ruine. Am 3. August 2025 – einen Tag nach dem Tischa-beAv-Fasten – wurde die Synagoge bei einem Angriff Russlands auf Odessa im Rahmen des russischen Überfalls auf die Ukraine durch eine Shahed-Drohne in Brand gesetzt und weiter beschädigt.

Siehe auch Liste von Synagogen in der Ukraine

Weblinks

Nahalat Eliezer Synagogue in Odessa, historicsynagogueseurope.org (englisch)

Einzelnachweise

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