Miriam ist ein mexikanischer Essay-Kurzfilm von Karla Condado aus dem Jahr 2026.

Inhalt Miriam, die Tante der Regisseurin Condado, wurde vor Jahren von ihrem Lebenspartner getötet. In der Gegenwart öffnet Condado eine Facebook-Nachricht ihrer Tante und antwortet ihr in einem langen Brief. Darin beklagt sie sich über die Lücke in ihrem Leben und die Verdrängung in ihrer Familie. Doch sie spricht auch von den positiven Seiten ihres Lebens. Schließlich antwortet sie auf Facebook, dass es ihr gut gehe.

Produktion Regisseurin Condado (* 1999 in Puebla) studierte Film an der Escuela Superior de Cine in Mexiko-Stadt und wurde für ihre Arbeit an Yaxche’oob für einen Ariel nominiert. Condado sagte, dass sie mit dem Film auf das gesellschaftliche Problem von Femiziden in Mexiko aufmerksam machen will. Sie wünscht sich mehr Aufmerksamkeit in Familien und dass schon Kinder lernen, Grenzen zu setzen. Für die Umsetzung in Schwarz-Weiß hat sie sich aufgrund ihrer Vergangenheit als Fotografin entschieden. Die Aufnahmen stammen ebenfalls von ihr, wobei sie bei der Musik hauptsächlich Alltagsgeräusche verwendet hat. Ihre Familie habe sich sehr über den Film gefreut und ein positives Gedenken an ihre Tante ermöglicht.

Miriam feierte am 14. Februar bei der Berlinale 2026 Premiere und wurde in der Sektion Berlinale Shorts gezeigt.

Rezeption Doreen Kaltenecker für Testkammer: „Der Einzelfall Miriam, der als Höhepunkt die Konfrontation mit dem eigenen Vater der Filmemacherin hat, macht erschreckend deutlich, wie solche Taten verschwiegen oder marginalisiert werden. Was macht das mit Kindern und jungen Frauen, die in solch einem Klima aufwachsen? Wie kann man ein Leben lang mit dieser Angst umgehen? Solche Fragen wirft der Film auf und lädt ein, genauer hinzuschauen und zu handeln.“

Elisabeth Kimmerle sieht im Film eine Verschiebung der „Perspektive von einer oft täterzentrierten Berichterstattung über Femizide zu den Betroffenen geschlechtsbezogener Gewalt. Dadurch werden sie zu Subjekten der Geschichte, die ihr Umfeld befragen. Diese Perspektive ermöglicht es, die gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Bedingungen in den Blick zu nehmen, unter denen Frauen von Männern getötet werden.“

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Mexikanischer Film