Das Verfassungsreferendum in Kamerun 1972 wurde am 20. Mai 1972 abgehalten und infolgedessen wurde Kamerun in einen Einheitsstaat umgewandelt.

Hintergrund Der seit 1960 zunehmend diktatorisch regierende Präsident Ahidjo baute seine Macht kontinuierlich aus, indem er gemäßigte Parteiführer verhaften ließ und schließlich 1966 die Gründung einer Einheitspartei Union Nationale Camerounaise (UNC) erzwang.

Von da an gab es bei Wahlen nur noch Einheitslisten der UNC, und die Parteihierarchie entschied, wer das Volk vertreten würde. Die sogenannte „Erste Republik“ der Bundesrepublik Kamerun fand durch die „Friedliche Revolution“ vom 20. Mai 1972 ein jähes Ende. Das Referendum zur Änderung der Verfassung wurde nur zwei Wochen zuvor angekündigt.

Ergebnis Nach offiziellen Angaben stimmten 100 % der Kameruner für die Ersetzung der föderalen durch eine Verfassung eines Einheitsstaates, in dem alle föderalen Institutionen abgeschafft sind.

Gouverneure, die direkt Ahidjos Anweisungen unterstanden, wurden für die sieben neu geschaffenen Provinzen ernannt. Ab Mitte der 1970er Jahre war Kamerun de facto ein zentralistischer Polizeistaat. Lediglich bei der Vergabe von Stellen im öffentlichen Dienst wurden regionale Quoten angewendet, um landesweite politische Unterstützung zu garantieren. +Anzahl%Registrierte Wähler3.236.280–Abgegebene Stimmen3,179,63498,2 %Ungültige Stimmen1.6120,1 %Gültige Stimmen3.178.02299,9 %Ja3.177.846100 %Nein1760,0 %

Anmerkungen

Kategorie:Wahl in Kamerun Kategorie:Referendum Kategorie:Wahl 1972