Eine Schule für Jane Cumming (Originaltitel: The Education of Jane Cumming) ist ein deutsch-schweizerisch-britisches Filmdrama von Sophie Heldman aus dem Jahr 2026 über die historischen Personen Jane Pirie, Marianne Woods und Jane Cumming.

Inhalt Im Jahr 1810 gründen die Lehrerinnen Jane Pirie und Marianne Woods ein Internat für Mädchen in Edinburgh. Dorthin entsendet die Aristokratin Lady Cumming ihre Enkelin Jane Cumming, die in Indien aufgewachsen ist. Aufgrund ihrer Herkunft ist sie eine Außenseiterin in der Schule. In den Sommerferien sollen Pirie und Woods auf das Mädchen aufpassen, wodurch sich zwischen den dreien eine familiäre Atmosphäre entwickelt. Zurück in der Schule kommen sich Pirie und Woods näher und schließlich berichtet Cumming ihrer Großmutter über die vermeintliche Beziehung. Durch den folgenden Aufschrei geht die Schule bankrott und die Lehrerinnen verklagen Cumming wegen Rufschädigung.

Produktion Der Film basiert auf der Lebensgeschichte von Jane Cumming und dem damit verbundenen Gerichtsverfahren. Die Geschichte wurde bereits 1934 durch das Theaterstück The Children's Hour von Lillian Hellman von 1934 popularisiert. Das Thema wurde 1983 durch Lillian Faderman wissenschaftlich aufgearbeitet.

Die Dreharbeiten fanden im März und April 2025 in Schottland statt, etwa auf dem Charlotte Square in Edinburgh. Der Arbeitstitel war Miss Pirie and Miss Woods. Die Finanzierung geschah teils über den UK Global Screen Fund und die Film- und Medienstiftung NRW mit 850.000 Euro. Die Produktion ist der zweite Langfilm der deutschen Filmemacherin Heldman und feierte am 15. Februar 2026 auf der Berlinale 2026 in der Sektion Panorama Premiere.

Rezeption Arabella Wintermayr für die TAZ: „The Education of Jane Cumming urteilt nicht vorschnell, sondern zeichnet ein präzises Drama darüber, wie das Unheil bisweilen seinen Lauf nimmt – und entfaltet gerade durch sein genaues Gespür für Zwischentöne eine nachhaltige Wirkung.“

Michael Meyns für Filmstarts: „Auch wenn ihr am Ende erzählerisch etwas die Luft ausgeht, gelingt Sophie Heldman mit ihrem auf wahren Begebenheiten beruhenden Drama The Education Of Jane Cumming ein stilistisch und atmosphärisch überzeugender Film, der vom Versuch zweier Frauen erzählt, sich Anfang des 19. Jahrhunderts in einer patriarchalischen Gesellschaft einen Freiraum zu erkämpfen.“

Andreas Köhnemann für Kino-Zeit: „Flora Nicholson, Clare Dunne und die Newcomerin Mia Tharia liefern in den Hauptrollen tolle Leistungen, in denen sie die Zärtlichkeit des Anfangs und die zunehmende Verzweiflung im Verlauf der Dinge eindrücklich transportieren. Die Lehrjahre, auf die der Titel anspielt, erweisen sich nach hoffnungsfrohem Auftakt als extrem bitter – aufgrund der Unterdrückung, mit der sich die drei Protagonistinnen konfrontiert sehen. Das macht The Education of Jane Cumming zu einem mitreißenden Historiendrama, aber auch zu einem relevanten Werk unserer heutigen Zeit.“

Auszeichnungen (Auswahl) 2026: Berlinale-Nominierung für den Publikumspreis der Sektion Panorama 2026: Best Feature Film am Sunny Bunny LGBTQIA+ Film Festival 2026: Nachwuchspreis für die beste darstellerische Leistung im Spielfilmwettbewerb für Mia Tharia am Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2026: Publikumspreis am Fünf Seen Filmfestival 2026: Zürcher Filmpreis für den besten Spielfilm

Weblinks

Interview mit Regisseurin Heldmann bei Arte

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Historienfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schweizer Film Kategorie:Britischer Film