Die Liste der Stolpersteine in Wilhelmshaven enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Wilhelmshaven verlegt wurden. Mit ihnen soll der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Wilhelmshaven lebten und wirkten. Die ersten Stolpersteine wurden am 6. Februar 2025 verlegt. Weitere Stolpersteine wurden am 29. Mai 2026 verlegt.

Liste der Stolpersteine Bild Person, Inschrift Adresse Verlegedatum Anmerkung 120px|Stolpersteine der Familie Fränkel in WilhelmshavenHier wohnte Jonas Fränkel Jg. 1874 deportiert 1941 Lodz ermordet 1942 Marktstraße 58 Jonas Fränkel, geboren 1874 in Drohobycz, war ein erfolgreicher Kaufmann in Wilhelmshaven, Mitgründer der Firma Gebrüder Fränkel und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde, bevor er 1941 nach Łódź deportiert und 1942 dort ermordet wurde. 120pxHier wohnte Jenny Fränkel geb. Lewinski Jg. 1879 deportiert 1941/42 Lodz Schicksal ungeklärt Marktstraße 58 Jenny Fränkel war eine jüdische Kaufmannsfrau, die nach ihrer Arbeit im elterlichen Geschäft und später im Familienbetrieb ihres Mannes Jonas Fränkel mit ihrer Familie 1941 ins Ghetto Łódź deportiert wurde, wo sich ihre Spur verliert und sie vermutlich ermordet wurde. 120pxHier arbeitete Ignatz Fränkel Jg. 1878 gedemütigt/entrechtet tot 1937 Marktstraße 58 Ignatz Fränkel war ein jüdischer Kaufmann und Mitarbeiter des Familienunternehmens Gebrüder Fränkel in Wilhelmshaven, engagierte sich vermutlich sozial für Arbeiterfamilien und starb wahrscheinlich 1937 in Hamburg. 120pxHier arbeitete Karl-Heinz Fränkel Jg. 1922 Flucht 1936 Holland deportiert KZ Mauthausen ermordet 16.9.1941 Marktstraße 58 Karl-Heinz Fränkel wurde 1922 in Rüstringen geboren, floh 1936 zu Verwandten nach Amsterdam, wurde später über Westerbork nach Mauthausen deportiert und dort am 16. September 1941 ermordet. 120pxHier arbeitete Mathilde Fränkel geb. Wesermann Jg. 1896 deportiert 1942 Ghetto Bełżyce Theresienstadt ermordet Marktstraße 58 Mathilde Fränkel war die Ehefrau von Ignatz Fränkel, zog nach dessen Tod nach Thüringen, wurde 1942 deportiert und noch im selben Jahr in Theresienstadt ermordet. 120pxHier arbeitete Ruth Fränkel verh. Amson Jg. 1906 Flucht 1935 England USA Marktstraße 58 Ruth Fränkel zog 1935 von Wilhelmshaven nach Hamburg, emigrierte über England in die Vereinigte Staaten, heiratete in die Familie Amson ein und überlebte die Zeit des Nationalsozialismus. 120pxHier arbeitete Bertha Margot Schulsinger geb. Fränkel Jg. 1904 Flucht Palästina Marktstraße 58 Bertha Margot Schulsinger war die ältere Tochter von Jonas und Jenny Fränkel, arbeitete im Familiengeschäft in Wilhelmshaven, heiratete in die Familie Schulsinger ein und emigrierte 1935 nach Palästina, wo sie die NS-Zeit überlebte. 120pxHier wohnte Hermann Hartog Jg. 1887 deportiert 1942 Auschwitz ermordet 6.9.1942 Bismarckstraße 107 Hermann Hartog war ein jüdischer Kantor, Lehrer und später Rabbiner, der nach der Pogromnacht in Sachsenhausen inhaftiert wurde, anschließend über Belgien nach Frankreich floh und 1942 gemeinsam mit seiner Frau nach Auschwitz deportiert und dort am Tag der Ankunft ermordet wurde. 120pxHier wohnte Henny Hartog geb. Scheuer Jg. 1897 deportiert 1942 Auschwitz ermordet 6.9.1942 Bismarckstraße 107 Henny Hartog war eine jüdische Hausfrau und Mutter, die nach ihrer Verfolgung durch die Nationalsozialisten über Belgien nach Frankreich floh und 1942 zusammen mit ihrem Ehemann in Auschwitz ermordet wurde. 120pxHier wohnte Lore Hartog verh. Hepburn Jg. 1924 Flucht 1937 England Bismarckstraße 107 Lore Hartog wurde 1937 von ihren Eltern aus Deutschland nach England geschickt, überlebte dort den Holocaust, heiratete 1944 Ron Hepburn, bekam einen Sohn und starb 2016 im Alter von 92 Jahren in Brighton. 120pxHier wohnte Inge Hartog verh. Sinden Jg. 1926 Kindertransport 1938 England Bismarckstraße 107 Inge Hartog wurde 1938 mit einem Kindertransport nach England gebracht, lebte dort bei ihrer Schwester, heiratete später Peter Sinden, blieb kinderlos und starb 2015 im Alter von 89 Jahren in Haywards Heath. 120pxHier wohnte Adolf Scheuer Jg. 1864 deportiert 1942 Theresienstadt ermordet 10.12.1942 Bismarckstraße 107 Adolf Scheuer zog nach dem Tod seiner Frau zu seiner Familie nach Berlin und später zeitweise zu seiner Tochter Henny, wurde 1942 von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert und dort im Dezember desselben Jahres ermordet. 120pxHier wohnte Gottlieb Magnus Jg. 1883 deportiert 1942 Auschwitz ermordet Flensburger Straße 12 Gottlieb Magnus (1883–1942) war ein angesehener jüdischer Marineingenieur aus Wilhelmshaven, der nach beruflicher Anerkennung und Familienleben unter der NS-Verfolgung 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. 120pxHier wohnte Antonie Magnus Jg. 1921 deportiert 1942 Auschwitz ermordet Flensburger Straße 12 Antonie Magnus war die Tochter von Gottlieb und Margaretha Magnus, wurde während der NS-Zeit 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. 120pxHier wohnte Margaretha Magnus geb. Schiff Jg. 1889 deportiert 1943 Theresienstadt ermordet 15.4.1944 Flensburger Straße 12 Margaretha Magnus war die Ehefrau von Gottlieb Magnus, die trotz schwerer Krankheit 1943 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort 1944 unter den Bedingungen des Konzentrationslagers starb. 120pxHier wohnte Julius Schiff Jg. 1859 gedemütigt/entrechtet tot 13. März 1942 Hamburg Bismarckstraße 59 Julius Schiff war ein jüdischer Kaufmann und Gemeindefunktionär in Wilhelmshaven, der nach erfolgreichem Geschäftsleben und Familiengründung unter der NS-Verfolgung in den „Judenblock“ nach Hamburg gezwungen wurde und dort 1942 im Alter von 83 Jahren starb. 120pxHier wohnte Walter Schiff Jg. 1896 Flucht 1940 USA Bismarckstraße 59 Walter Schiff war der Sohn von Julius und Sara Schiff, machte eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete später unter anderem als Geschäftsführer bei Karstadt, emigrierte 1933 mit seiner Frau über Europa nach Panama und 1940 in die USA, wo er nach schwierigen Anfangsjahren wieder beruflich Fuß fasste und 1977 in den Vereinigten Staaten starb. 120pxHier wohnte Levie ter Berg Jg. 1882 deportiert 1941 Riga ermordet 6.12.1941 Mühlenweg 83 Levie ter Berg wurde 1882 in Ritterhude geboren, führte als Kaufmann die Familientradition in Wilhelmshaven fort, heiratete 1905 Clara Vohs, bekam mit ihr vier Töchter und wurde 1941 nach Riga deportiert, wo er am 06.12.1941 ermordet wurde. 120pxHier wohnte Clara ter Berg geb. Vohs Jg. 1878 deportiert 1941 Riga ermordet 6.12.1941 Mühlenweg 83 Clara ter Berg wurde 1878 in Wilhelmshaven geboren, heiratete 1905 Levie ter Berg, bekam mit ihm vier Töchter und wurde 1941 nach Riga deportiert, wo sie am 06.12.1941 ermordet wurde.. 120px|Stolperstein für Reta ter Berg in WilhelmshavenHier wohnte Reta ter Berg Jg. 1906 deportiert 1942 Riga ermordet 22.10.1942 Müllerstraße 1 Reta ter Berg, die als Graphologin in Wilhelmshaven lebte, wurde 1940 nach Berlin zwangsumgesiedelt, später nach Riga deportiert und dort am 22.10.1942 ermordet. Hier wohnte/arbeitete Leo Hirschberg Jg. 1888 Deportiert Auschwitz ermordet 22.10.1942 Börsenstraße 57 Leo Hirschberg war ein aus Polen stammender Kaufmann, der in Rüstringen/Wilhelmshaven eine erfolgreiche Existenz und ein aktives Gemeindeleben aufbaute, 1938 im Zuge der „Polenaktion“ gewaltsam deportiert wurde und später vermutlich im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde.nwzonline.de: Kurz nach der Verlegung wurde dieser zusammen mit den anderen beiden Stolpersteinen am gleichen Ort entwendet.nwzonline.de: Hier wohnte/arbeitete Slata Lotte Hirschberg Jg. 1896 'Polenaktion' 1938

ermordet Börsenstraße 57 Slata Lotte Hirschberg war eine aus Galizien stammende Kaufmannsfrau, die mit ihrer Familie in Wilhelmshaven lebte, 1938 im Zuge der „Polenaktion“ aus Deutschland deportiert wurde und deren weiteres Schicksal ungeklärt ist, wobei sie vermutlich im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Kurz nach der Verlegung wurde dieser zusammen mit den anderen beiden Stolpersteinen am gleichen Ort entwendet. Hier wohnte Luci Hirschberg Jg. 1925 'Polenaktion' 1938

ermordet Börsenstraße 57 Lucie Hirschberg wuchs in Wilhelmshaven als Tochter einer jüdischen Kaufmannsfamilie auf, wurde 1938 im Zuge der „Polenaktion“ gemeinsam mit ihrer Familie aus Deutschland vertrieben und gilt nach ihrer späteren Verschleppung nach Polen als vermutlich im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Kurz nach der Verlegung wurde dieser zusammen mit den anderen beiden Stolpersteinen am gleichen Ort entwendet. Hier wohnte Josefa Egberts Jg. 1893 Seit 1925 in mehrere Heilanstalten 'verlegt' 10.06.1941 Hadamar ermordet 10.06.1941 'Aktion T4' Parkstraße 16 Josefa Egberts war eine aus Wilhelmshaven stammende Malerin, die nach wiederholten psychischen Erkrankungen in mehreren Anstalten untergebracht wurde und 1941 im Rahmen der NS-„Euthanasie“ in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet wurde.nwzonline.de: Hier wohnte Max Feybusch Jg. 1877 'Schutzghaft' 1938 Gefängnis Wilhelmshaven KZ Sachsenhausen ermordet 14.01.1940 Rheinstraße 13 (früher Roonstraße 13) Max Feybusch (1877–1940) war ein aus Stettin stammender jüdischer Kaufmann und Marineangehöriger im Ersten Weltkrieg, der nach zunehmender Entrechtung durch die Nationalsozialisten 1938 von der Gestapo verhaftet und 1940 im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet wurde. nwzonline.de: Hier wohnte Frieda Feybusch geb. Wilters Jg. 1893 ausgegrenzt/dransaliert überlebt Rheinstraße 13 (früher Roonstraße 13) Frieda Feybusch (geb. Wilters) überlebte als Ehefrau von Max Feybusch die NS-Zeit trotz Verfolgung, finanzieller Not und schwerer seelischer Traumata, wurde nach dem Krieg als politisch Verfolgte anerkannt und starb 1976 in Wilhelmshaven. Hier wohnte Joseph Zabner Jg. 1899 'Schutzhaft' 1938 unfreiwillig verzogen 1940 Berlin Deportiert 1943 Auschwitz ermordet Bremer Straße 34 Angehöriger der Familie Zabner nwzonline.de: Hier wohnte Berta Zabner geb. ter Berg Jg. 1909 unfreiwillig verzogen 1940 Berlin Deportiert 1943 Auschwitz ermordet Bremer Straße 34 Angehörige der Familie Zabner Hier wohnte Hildegard Zabner geb. ter Berg Jg. 1925 unfreiwillig verzogen 1940 Berlin Deportiert 1943 Auschwitz ermordet Bremer Straße 34 Angehörige der Familie Zabner Hermann Hersch Korn Jg. 1883 verzogen 1933 Schicksal unbekannt Marktstraße 58 Angehöriger der Familie Korn hier wohnte Grete Gitel Korn geb. Nissenfeld Jg. 1885 Flucht 1939 Holland Deportiert 1942 Auschwitz Ermordet 15.12.1942 Marktstraße 58 Angehöriger der Familie Korn hier wohnte Leo Korn Jg. 1912 Studium 1933 Heidelberg Flucht 1939 Holland Deportiert 1942 Auschwitz Ermordet 31.03.1944 Marktstraße 58 Angehöriger der Familie Korn hier wohnte Kurt Geber Jg. 1905 Ausgegrenz/Dransaliert unfreiwillig verzogen 1936 Wuppertal überlegt Ebkerige 41 Angehöriger der Familie Geber hier wohnte Hanna Geber geb. ter Berg Jg. 1907 gedemütigt/entrechtet unfreiwillig verzogen 1936 Wuppertal überlegt Ebkerige 41 Hanna ter Berg war eine Angehörige einer jüdischen Familie aus Wilhelmshaven, von deren 25 Mitgliedern nur sie selbst den Nationalsozialismus überlebte, während alle anderen in Auschwitz ermordet wurden. hier wohnte Ernst de Taube Jg. 1889 'Schutzhaft' 1938 KZ Sachsenhausen unfreiwillig verzogen 1940 Berlin Deportiert 1943 Auschwitz ermordet Flensburger Straße/Müllerstraße Angehöriger der Familie de Taube hier wohnte Frieda de Taube geb. ter Berg Jg. 1912 unfreiwillig verzogen 1940 Berlin Deportiert 1943 Auschwitz ermordet Flensburger Straße/Müllerstraße Angehöriger der Familie de Taube

Verlegungen 6. Februar 2025: erste Verlegung von Stolpersteinen an mehreren Standorten im Stadtgebiet. 29. Mai 2026: zweite Verlegung von mehreren Standorten im Stadtgebiet.radio-jade.de:

Diebstahl von drei Stolpersteinen