mini|Palais Windisch-Graetz (2006) Das Palais Windisch-Graetz ist ein 1875 nach den Plänen des bayerischen Architekten Franz Jakob Kreuter und durch den Baumeister F. Kain errichtetes Palais in der Strohgasse 21- 21A im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße. Bauherr war Prinz Ernst Ferdinand Windisch-Graetz. Sein Sohn Prinz Otto Weriand, der später Erzherzogin Elisabeth Marie (Elisabeth Petznek), die Tochter des österreichischen Kronprinzen Rudolf, heiratete, wuchs im Palais auf. Im Gegensatz zum Palais Windisch-Graetz (Renngasse) im 1. Wiener Gemeindebezirk ist das Palais in der Strohgasse deutlich größer und war bekannt für seine reiche Ausstattung, die sich zum Teil erhalten hat.
Außengestaltung des Palais Das Palais weist eine 14-achsige Hauptfassade auf und ist ein monumentales viergeschoßiges Gebäude im Stil des römischen Cinquecento. Die unteren zwei Geschoße sind als Sockelzone durchgängig rustiziert. Ein Gurtgesims trennt die Sockelzone von den beiden darüberliegenden Hauptgeschoßen. Die beiden symmetrisch angeordneten Säulenädikulaportale, umflankt von ionischen Säulen, werden von gesprengten Giebeln überdacht.
Das erste Hauptgeschoß ist von mit Dreiecksgiebeln gekrönten Fenstern geprägt, wobei die Fenster über den Portalen durch ein Lünettenfeld deutlich überhöht sind und den auch den Zugang zu den zwei auf Konsolen ruhenden dreiachsigen Balustradenbalkonen bilden. Anders als das über die Dreiecksgiebel üppig gestaltete erste Hauptgeschoß, ist die Fenstergestaltung des zweiten Obergeschoßes mit geraden Verdachungen schlicht gehalten. Nach oben hin wird das Gebäude von einem stark vortretendem Kranzgesims abgeschlossen.
Die Seitenfront zur Metternichgasse hin wurde im Vergleich zur Hauptfassade, die zur Strohgasse ausgerichtet ist, einfach gehalten.
Innengestaltung des Palais Das Palais war seinerzeit für seine repräsentative Innenausstattung bekannt. Besonders prunkvoll ist das Stiegenhaus gestaltet. Es ist im Obergeschoß durch Pilaster gegliedert und reich mit Stuck geschmückt. Von der ursprünglichen Ausstattung haben sich das schmiedeeiserne Treppengeländer sowie die großen zweiarmigen Kandelaber erhalten.
Sonstiges Das Wien Museum verfügt in seiner Online-Sammlung in Form einer lavierten Federzeichnung von ca. 1875 des Architekten Franz Jakob Kreuter über ein Digitalisat des Aufrisses der Fassade (s. Einzelnachweise).
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