Der Wanderer zieht von dannen ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110. Der vom MDR produzierte Beitrag ist die 423. Polizeiruf-110-Episode und wurde am 15. Februar 2026 im Ersten ausgestrahlt. Das Ermittlerduo Henry Koitzsch und Michael Lehmann aus Halle (Saale) ermittelt in seinem dritten und letzten Fall.
Handlung In einer Wohnung im Hallenser Stadtteil Silberhöhe wird Ingrid Krüger tot in der Badewanne aufgefunden. Recht schnell wird klar, dass die ältere Dame keines natürlichen Todes gestorben ist. Der Täter hat sich anscheinend gewaltlos den Zutritt zur Wohnung verschafft. Zunächst gerät der übereifrige Hausmeister Trojanowitz, der sich dann schon mal an den Ersparnissen einiger bereits verstorbener Mieter bedient, in Tatverdacht.
Die Ermittlungen in diesem Mordfall führen Kriminalhauptkommissar Henry Koitzsch und Kriminalkommissar Michael Lehmann zurück zu dem bislang ungeklärten Mordfall Uwe Baude und anderen ungelösten Fällen. Offenbar hat man es mit einem bisher unbekannten Serienmörder zu tun, der in Halle an der Saale schon seit einiger Zeit sein Unwesen treibt und es auf alleinstehende, einsame Menschen abgesehen hat, die er beschattet, in ihre Wohnungen eindringt und dann schließlich durch mehrere Messerstiche ermordet. Die Spuren deuten auf einen Täter hin, der Spezialwissen im Observieren von Wohnungen und Fertigkeiten im Nachmachen von Schlüsseln hat.
Bei den Ermittlungen trifft Henry Koitzsch mit Katrin Sommer auf eine alte Bekannte, die einst mit Uwe Baude kurz vor seiner Ermordung in einer Beziehung war. Katrin Sommer wendet sich an Michael Lehmann, da sie glaubt, seit einiger Zeit von einem ihrer Ex-Freunde beschattet zu werden, und dieser nachts in ihre Wohnung eingebrochen sei.
Koitzsch besucht seinen alten Freund Roman Schuster, der eine langjährige Haftstrafe im Roten Ochsen absitzt. Dieser erzählt Koitzsch, dass es in den Jahren nach der Wende ein Gerücht von einem sogenannten Schlüsselmacher gab, welcher in Halle und Umgebung offenbar in jede Wohnung rein konnte. Allerdings sei dieser Mann nie von irgendjemanden ausfindig gemacht worden. Koitzsch ist überzeugt, dass es sich dabei um den Täter handelt.
Dieser heißt Mario Schmidtke, ein ehemaliger Offizier des Ministeriums für Staatssicherheit und heutiger Inhaber eines Schlüsseldienstes. Er schleicht sich nachts heimlich in Koitzschs Wohnung und sticht ihn nach einem kurzen Gespräch nieder. Lehmann kommt noch rechtzeitig hinzu und schießt dem Täter mit seiner Dienstwaffe in den Rücken. Koitzsch wird im Krankenhaus operiert und überlebt. Ob der Täter auch überlebt, bleibt jedoch ungewiss.
Hintergrund Die Dreharbeiten fanden vom 12. Juni 2025 bis zum 14. Juli 2025 in Halle (Saale) und in Leipzig unter dem Arbeitstitel Der Schlüsselmacher statt. Gedreht wurde in Halle (Saale) unter anderem auf der Silberhöhe und am alten Polizeipräsidium am Hallmarkt.
Die Premiere erfolgte bereits am 1. Dezember 2025 auf dem Televisionale – Film- und Serienfestival Weimar.
Der Filmtitel ist wie schon der erste Titel dieser Polizeiruf-110-Reihe dem Volkslied An der Saale hellem Strande entlehnt (Beginn der 4. Strophe). Das Lied wird im Film mehrfach gesungen.
Rezeption Kritiken
Einschaltquoten Die Erstausstrahlung von Der Wanderer zieht von dannen am 15. Februar 2026 wurde in Deutschland von 7,36 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 28,9 % für Das Erste.
Weblinks
Polizeiruf 110: Der Wanderer zieht von dannen bei Tatort-Fans.de Mediendossier des MDR
Einzelnachweise
Wanderer zieht von dannen#Der Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 2025