mini|Theodora Temelkova-Kurktschiev (2022) Theodora Temelkova-Kurktschiev (bulgarisch: Теодора Темелкова-Кюркчиева) ist eine deutsche Medizinerin und Wissenschaftlerin. Sie ist Fachärztin für Innere Medizin sowie Endokrinologie und erwarb die Zusatzbezeichnung Diabetologin DDG. Sie gilt als Expertin für klinische Diabetologie und die Erforschung der Arteriosklerose-Früherkennung.
Werdegang Temelkova-Kurktschiev wurde in Plowdiw geboren und studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Plowdiw. Ihre weitere klinische und wissenschaftliche Ausbildung absolvierte sie maßgeblich in Deutschland, Österreich, dem Vereinigten Königreich und Kanada. Sie promovierte 1994 an der Medizinischen Akademie Dresden. Am 2. November 2000 habilitierte sie sich an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden. In ihrer dortigen Forschungszeit am Institut für Stoffwechselforschung arbeitete sie mit Markolf Hanefeld und Wolfgang Leonhardt zusammen, die 1981 die erste Definition des Metabolischen Syndroms in der Fachliteratur eingeführt hatten. Aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistungen wurde ihr in Bulgarien die Dozentur verliehen.
Forschungsschwerpunkte Temelkova-Kurktschiev hat einen h-Index von 34 (gemäß der Datenbank Scopus) sowie einen i10-Index von 80 (gemäß Google Scholar). In Studien wies sie nach, dass Blutzuckerwerte nach der Nahrungsaufnahme ein unabhängiger Risikofaktor für die Erhöhung der Karotis-Intima-Media-Dicke (IMT) sind. Sie war als Investigator an der STOP-NIDDM-Studie (Leitung: Jean-Louis Chiasson; veröffentlicht in The Lancet, 2002) beteiligt sowie an der REWIND-Studie (veröffentlicht in The Lancet, 2019). Ihre Forschung umfasst die Untersuchung genetischer Varianten (wie den PPARγ2-Polymorphismus) und deren Interaktion mit Lebensstilfaktoren.
Im Rahmen der RIAD-Studie (Risk factors in IGT for Atherosclerosis and Diabetes) kam sie zu dem Schluss, dass die Zunahme der Intima-Media-Dicke (IMT) keine Spätfolge des Typ-2-Diabetes ist, sondern bereits bei Prädiabetes und neu diagnostizierten Diabetikern nachzuweisen ist. Sie wird oft im Zusammenhang mit chronischer subklinischer Inflammation sowie mit Fettstoffwechselstörungen, Gerinnungsstörungen, Bluthochdruck und weiteren vaskulären Risikofaktoren bei Patienten mit metabolischem Syndrom oder Typ-2-Diabetes zitiert. In der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW) publizierte sie die Studie „Intima-Media-Dicke bei Gesunden ohne Risikofaktoren für Arteriosklerose“.
Weitere Tätigkeiten Im Jahr 2007 veröffentlichte sie in Bulgarien ein populärwissenschaftliches Buch zum Thema „Gesunde Langlebigkeit“. Zu den Co-Autoren gehörten Antonio Ceriello, Ulrich Julius, Wolfgang Leonhardt, Arnold von Eckardstein und Matthias Weck. Als Leiterin der Sofia Metabolic Syndrome Study (SMS) und der Sofia Lifestyle Study (SLS) untersuchte sie die Prävalenz des metabolischen Syndroms in der Bevölkerung Sofias, sowie den Einfluss von Ernährung und Bewegung.
Weblinks Publikationen von Theodora Temelkova-Kurktschiev in PubMed Publikationen von Theodora Temelkova-Kurktschiev in Google Scholar Publikationen von Theodora Temelkova-Kurktschiev in Scopus (Datenbank)
Einzelnachweise
Kategorie:Endokrinologe Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau