mini|Gesamtansicht des Denkmals mini|Cervantes-Statue mini|Don Quijote und Sancho Panza mini|Wandbrunnen auf der Rückseite Das Miguel-de-Cervantes-Denkmal ist ein Denkmal, das dem spanischen Schriftsteller Miguel de Cervantes gewidmet ist. Es befindet sich an der Plaza de España in der spanischen Hauptstadt Madrid.
Geschichte Der Bau des Cervantes-Denkmals wurde durch ein königliches Dekret des Ministeriums für Volksbildung und Schöne Künste beschlossen, das am 8. Mai 1905 unterzeichnet und veröffentlicht wurde. Zum 300. Todestag von Miguel de Cervantes im Jahr 1916 wurde ein Jahr vorher ein nationaler Wettbewerb zur Auswahl eines Denkmals für die neu errichtete Plaza de España in Madrid ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt ein Entwurf des Architekten Rafael Martínez Zapatero, der gemeinsam mit dem Bildhauer Lorenzo Coullaut Valera ein Angebot eingereicht hatte. 1920 wurde in allen spanischsprachigen Ländern Spendenkomitees gegründet, um den Bau des Denkmals zu finanzieren. Die Arbeiten begannen jedoch erst 1925. Zu diesem Zeitpunkt stieß der Architekt Pedro Muguruza zum Projekt hinzu und nahm einige Änderungen vor. Obwohl noch nicht vollständig fertiggestellt, wurde es am 13. Oktober 1929 eingeweiht. Die Arbeiten wurden erst in den 1960er Jahren, nach Fertigstellung der seitlichen Skulpturen von Aldonza und Dulcinea abgeschlossen. Die Skulpturen von Dulcinea und Aldonza wurden von Federico Coullaut Valera, dem Sohn von Lorenzo Coullaut Valera hergestellt, der nach dem Tode des Vaters die Arbeiten am Denkmal weiterführte.Cervantes-Denkmal, Website des Fremdenverkehrsamt Madrid
Im Jahre 2018 wurde das Miguel-de-Cervantes-Denkmal auf der Plaza de España in Madrid aufgrund seiner architektonischen und skulpturalen Besonderheiten zum Kulturgut erklärt.DECRETO 162/2018, de 20 de noviembre, del Consejo de Gobierno, por el que se declara Bien de Interés Patrimonial de la Comunidad de Madrid el monumento a Cervantes en la plaza de España, en Madrid., Boletín Oficial de la Comunidad de Madrid, 26. November 2018
Beschreibung Vorderseite des Denkmals Das etwa 35 Meter hohe Monument ist um einen massiven Obelisken herum errichtet, der an seinen Ecken von vier Pilastern eingefasst ist. Für den Bau wurde vorwiegend weißer Stein aus Novelda verwendet. Granit kam für den Boden und einige weitere Bereiche zum Einsatz. Für die Statuen und Skulpturen wurde Bronze, Stein aus Murcia und Marmor verwendet. In der Mitte des Denkmals thront die aus italienischem Marmor von Lorenzo Coullaut Valera gefertigte Statue von Cervantes, der eine Halskrause trägt, das Buch seines Romans Don Quijote in der rechten Hand hält und auf die Figuren blickt, die darin vorkommen. Seine linke Hand steckt unter seinem Mantel, wodurch er die Verletzungen, die er in der Schlacht von Lepanto erlitten hatte verdeckt. Das rot-blaue Kreuz unter der Statue des Schriftstellers ist das Emblem des Ordens der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und der Befreiung der Gefangenen, auch bekannt als Trinitarierorden. Das Anbringen des Trinitarierkreuzes dient auch als Hinweis darauf, dass durch die Vermittlung des genannten Ordens die Befreiung von Cervantes ermöglicht wurde, nachdem dieser fünf Jahre lang in Algier inhaftiert gewesen war.
In der Mitte des Vorplatzes sind Skulpturen der Romanfiguren Don Quijote auf seinem Pferd Rosinante und daneben sein Schildknappe Sancho Panza, der einen Esel reitet auf einem niedrigen Sockel aufgestellt. Don Quijote ist mit einer Rüstung dargestellt, hält in der linken Hand eine aufgerichtete Tjost und streckt die rechte zum Gruße aus. Die von Lorenzo Coullaut Valera geschaffenen Skulpturen von Don Quijote und Sancho Panza sind die einzigen, die aus Bronze hergestellt wurden, alle übrigen Skulpturen sind aus Stein gefertigt. Im Rahmen einer Umgestaltung der Plaza de España wurden die Skulpturen näher an den Obelisken herangerückt und auf dem ehemaligen Standort eine Grünanlage angelegt. Der am Platz vorherrschende Baum ist der Olivenbaum, eine Hommage an die Felder von La Mancha in den Abenteuern von Don Quijote und Sancho Panza.
Die beiden Figuren zu beiden Seiten von Don Quijote und Sancho Panza stellen dieselbe Person dar. Neben Don Quijote ist die Dulcinea del Toboso als Prinzessin, so wie Don Quijote sie sich wünschte dargestellt. In Wirklichkeit war sie jedoch das Bauernmädchen Aldonza Lorenzo, die auf der anderen Seite neben Sancho Panza dargestellt ist. Der Bildhauer Lorenzo Collaut Valera, der vor der Fertigstellung des Denkmals verstarb, hielt diese Figuren für besonders wichtig, da sie den Geist Don Quijotes mit dem Gegensatz zwischen Idealismus und Realität so treffend verkörpern. Die beiden jeweils etwa drei Meter hohen Statuen wurden von Lorenzos Sohn Federico Collaut Valera aus Murcia-Stein geschaffen und zwischen 1956 und 1957 in das Ensemble integriert. Dulcinea del Toboso sitzt auf einem Schemel und hält in der Hand die Juwelen aus einem Schmuckkästchen. Im Gegensatz dazu sitzt Aldonza Lorenzo auf Säcken. Anstelle des Schmuckkästchens hält sie einen Windsichter. Auch die Kleidung und das Aussehen der beiden sind sehr verschieden. Im Unterschied zur aristokratisch gekleideten Prinzessin, erscheint die einfach gekleidete Bäuerin barfuß bei der Arbeit.Miguel de Cervantes Monument in Plaza de España Madrid, Vive Madrid Tours
Die Spitze des Denkmals ist als Symbol für die universelle Bedeutung des Don-Quijote-Romans dargestellt. Dies wird durch fünf aus Stein modellierte, sitzende weibliche Figuren ausgedrückt, die die fünf Kontinente Europa, Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien repräsentieren. Alle diese Figuren sind rund um eine große Weltkugel gruppiert und lesen in Büchern. Dadurch soll auch die weltweite Verbreitung der spanischen Sprache dokumentiert werden. Die einzelnen Figuren sind mit typischen Attributen der Kontinente, die sie repräsentieren ausgestattet, beispielsweise trägt Europa einen Militärhelm aus dem 16. Jahrhundert und Amerika einen Federkopfschmuck.
Rückseite und Seitenskulpturen Auf der Rückseite des Denkmals befindet sich ein monumentaler Wandbrunnen an dem die Wappen der Nationen angebracht sind, in denen Spanisch als Amtssprache fungiert. Die Rückwand des Denkmalgebäudes ist mit allegorischen menschlichen Skulpturen ausgestattet. In der Mitte befindet sich die Allegorie „Literatur“, an den Seiten sind „Mystik“ und „Militärische Tapferkeit“ dargestellt. Alle diese Skulpturen wurden von Lorenzo Coullaut Valera geschaffen.
An den Seiten des Denkmals sind zwei Skulpturengruppen angebracht, die Szenen aus der Cervantes-Novelle La gitanilla (Das Zigeunermädchen) sowie aus Rinconete y Cortadillo (Rinconete und Cortadillo), einer Novelle aus dem Kleinkriminellen-Milieu zeigen. Die beiden Skulpturengruppen wurden von Federico Coullaut Valera geschaffen.
Weblinks
Einzelnachweise Lourdes Morales Farfán: Monumento a Miguel de Cervantes, una Ventana desde Madrid, 12. Juni 2013,
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