Martha Meyer-Leuthold (* 24. Juli 1919 in Stans; † 19. Januar 1994 in Luzern) war eine Schweizer Kämpferin für das Frauenstimmrecht und die Gleichstellung der Frau im Kanton Nidwalden.

Leben

Familie und Ausbildung Martha Leuthold war das sechste von zehn Kindern der Wirtin und Hausfrau Marie Aloisia, geborene Imbach (1885–1945)Ferdinand Niederberger: 41 Generationen Ahnen der Franziska Blättler von Hergiswil Nidwalden. Nachtrag zur Jubiläumsschrift 100 Jahre Leuthold 1862–1962. Firma Leuthold, Schmiede, Metallbau und Schlosserei, Stans, 1966. Marthas Vater, Franz Leuthold (1869–1950), war Schmied und Unternehmer in Stans. Einer von Marthas Brüdern, Bruno Leuthold, übernahm 1950 die väterliche Metallbaufirma (2026 Leuthold Metallbau AG) und wurde später Nidwaldner Regierungsrat und Landammann. Ein anderer Bruder war der Lehrer, Organist, Dirigent und Komponist Heinrich Leuthold (1910–2001).

Martha verbrachte den grössten Teil ihres Lebens in Stans. Nach der Primar- und Sekundarschule besuchte sie von 1935 einen einjährigen Handelskurs am Institut des Klosters St. Klara in Stans. Anschliessend absolvierte sie die Hotelfachschule in Luzern und arbeitete einige Jahre als Hotelsekretärin, später zusammen mit ihrer Schwester Margrit (1925–1988) im Stanser Gasthaus Drei Könige (genannt Melachere) an der Schmiedgasse, das Gritli während 35 Jahren führte. Den Betrieb hatte diese von ihrer Mutter Marie übernommen, die Martha als selbständige berufstätige Frau ein wichtiges Vorbild war.

Berufsleben Martha Meyer-Leuthold war die erste administrative Leiterin der 1967 gegründeten Musikschule Stans. Später wurde sie Stiftungsrätin der Ida-Jann-Stiftung, welche die musikalische Förderung von Stanser Kindern finanziell unterstütztNidwalden In: Schweizerisches Handelsamtsblatt, Band 109 (1991), Heft 18, Seite 382 (E-Periodica).

Meyer arbeitete in Teilzeit von zuhause aus. Sie setzte sich auch dafür ein, dass Mädchen einen Beruf erlernten, da ihrer Meinung nach die Berufstätigkeit von Frauen die Emanzipation am besten fördern würde.

Nachdem Martha Meyer zusammen mit anderen Frauen das von Kapuzinerpater Adelhelm Bünter gegründete Soziale Seminar in Stans besucht hatte, beschloss diese Gruppe, etwas für die politische Bildung der Frauen in Nidwalden zu unternehmen.Tanja Niggel: Der STAKA/STAF in Nidwalden (Staatsbürgerlicher Frauenverband NW), (o. J. Typoscript, PDF), Staatsarchiv Nidwalden Ihnen war bewusst, dass viele Aufgaben, die früher in der Familie wahrgenommen wurden, vom Staat übernommen werden mussten. Ihr Ziel war es, das Interesse der katholischen Frauen an staatsbürgerlichen Aufgaben zu wecken und sie für die Arbeit in öffentlichen Belangen zu schulen und zu fördern.

1967 war Martha Meyer Mitbegründerin und erste Präsidentin der Nidwaldner Sektion des Staatsbürgerlichen Verbands katholischer Schweizerinnen (STAKA).Politische Nidwaldner Frauen In: Steibock, Nr. 24 vom 24. August 1978, Seite 10 und 11 Der Verband gewann bald an Akzeptanz, da viele berufstätige Frauen und Ehefrauen von politischen Amtsträgern Mitglieder der STAKA wurden. Meyer forderte als Präsidentin konsequent die politische Gleichberechtigung, distanzierte sich jedoch vom radikalen Feminismus. Ihr geschicktes Agieren trug dazu bei, dass Nidwalden an der Landsgemeinde 1970 dem Stimmrecht für Frauen auf Gemeindeebende als siebter Kanton der Schweiz zustimmte. Nachdem die Vorlage «Gleiche Rechte für Mann und Frau», für die sich Meyer stark engagiert hatte, 1981 angenommen wurde, gab sie im folgenden Jahr das Präsidium ab. Damit beendete Martha Meyer-Leuthold ihr öffentliches politisches Engagement.

Persönliches 1946 heiratete Leuthold Max Meyer (1918–2020), Leiter der Funkwerkstatt beim Militärflugplatz Buochs. Das Paar hatte vier Kinder.

Weblinks

Einzelnachweise

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