mini|Apple-Blossom time in Arc-la-Bataille Wynford Dewhurst (eigentlich Thomas Edward Smith; * 26. Januar 1864 in Manchester; † 9. Juli 1941 in Burton upon Trent, England) war ein britischer Maler, Zeichner, Kunstschriftsteller, Illustrator und Journalist.
Leben Dewhurst war der älteste Sohn und das dritte von sieben Kindern des wohlhabenden Gutsbesitzers James Robert Allen Smith und dessen Frau Ellen (geborene Dewhurst). Er wurde zunächst im Haus der Eltern von einem Privatlehrer unterrichtet und besuchte danach eine Privatschule, das Mintholme College bei Preston. Sein Vater, der ihn für die Juristenlaufbahn bestimmt hatte, arrangierte über seine geschäftlichen Kontakte für seinen Sohn eine Ausbildung in einer Anwaltskanzlei in Manchester. Doch er hatte mehr Freude am Skizzieren und Aquarellieren und studierte zwar zunächst Rechtswissenschaften, arbeitete anschließend aber als Illustrationszeichner und Journalist. Um 1891/92 ging er nach Paris, wo er an der École des Beaux-Arts bei Jean-Léon Gérôme, Adolphe William Bouguereau, Gabriel Ferrier und Jean-Joseph Benjamin-Constant studierte. Zudem besuchte er die Académie Julian und die Académie Colarossi und nahm 1894 zum Emde seiner Ausbildung den Mädchennamen seiner Mutter an. Nach seiner Rückkehr nach England lebte er von etwa 1898 bis 1909 in Leighton Buzzard in Bedfordshire und hielt sich 1901 zeitweise in Wiesbaden auf. Von 1909 bis etwa 1916 wohnte er in Tunbridge Wells in Kent, ab etwa 1917 dann in Hampstead in London. Daneben verbrachte er viel Zeit in Frankreich, insbesondere in Crozant, das ihm zahlreiche Motive lieferte. Wynford Dewhurst war ein enger Freund des französischen Malers Armand Guillaumin. Im Jahr 1901 wurde er Mitglied der Royal Society of British Artists.
Werk mini|Evening Shadows (1899) Wynford Dewhurst malte vorwiegend Landschaften im impressionistischen Stil mit einer tüpfelnden Malweise. Zunächst war er von den Arbeiten von Émile Claus und Maxime Maufra beeinflusst, bald jedoch vor allem von Claude Monet, dem er ein Buch über den Impressionismus widmete. Sein erstes bedeutendes Werk war die im Jahr 1897 im Salon der Société Nationale des Beaux-Arts präsentierte Landschaft Ancien chemin, die eine sonnig durchleuchtete sommerliche Morgenstimmung zeigt. Seine späteren Gemälde weisen eine expressivere Formensprache und eine intensivere Farbgebung auf. Wynford Dewhurst zählte in Großbritannien zu den frühen Fürsprechern des Impressionismus. Er betrieb aktiv Werbung für diese Kunstrichtung, insbesondere durch Artikel in den Zeitschriften The Artist und The Studio. In seinem 1904 veröffentlichten Buch Impressionist Painting: Its Genesis and Development feierte er Claude Monet als . 1913 publizierte er zudem die Flugschrift Wanted a Ministry of Fine Arts.
Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, darunter ab 1897 im Salon der Société Nationale des Beaux-Arts in Paris, von 1900 bis 1907 bei der Royal Society of British Artists in London, 1909 und 1910 beim New English Art Club, 1910 in der Galerie Schulte in Berlin und Köln, 1911 und 1912 in der Galerie Durand-Ruel in Paris, von 1914 bis 1926 in der Royal Academy of Arts in London sowie 1912 und 1914 auf der Biennale in Venedig. Auch in Glasgow war er 1899, 1909 und 1911 vertreten. Werke von Wynford Dewhurst befinden sich unter anderem in der Cartwright Hall Art Gallery in Bradford, im National Museum Cardiff, im Musée Bertrand in Châteauroux, im Rathaus von Crozant, in der Manchester Art Gallery sowie im Musée du Luxembourg in Paris.
Familie Dewhurst war seit 1895 mit deutschen Kunststudentin Antonia (geborene von Bulow oder von Bülow; * 1875) verheiratet, einer Tochter des Friedrich von Bülow (* 1840) und dessen Frau Auguste (geborene Briesemann), mit der er sechs Kinder hatte, von denen die ältesten drei im Frankreich geboren wurden. Frederick Wynford von Bulow Dewhurst (12. Mai 1897 – 1979), der eine militärische Laufbahn einschlug In seinem Testament vom 16. April 1891 vermachte der Onkel der Ehefrau Franz Briesemann († 1904) zwei Immobilien, das Gut Brockhusen in Mecklenburg und ein Haus in Wismar, seinem Bruder Heinrich und seiner Nichte Antonia Dewhurst von Bülow. Das Haus in Wismar hatte er bereits zu Lebzeiten ihrer Mutter Auguste zur alleinigen Nutzung auf Lebenszeit überlassen.
Literatur
Kenneth McConkey, Anna Gruetzner Robins: Impressionism in Britain. London 1995. Pierre Cabanne und Gérald Schurr: Dictionnaire des Petits Maîtres de la peinture 1820–1920. Paris 1996. Alan Windsor (Hrsg.): Handbook of Modern British Painting 1900–1980. Aldershot 1992.
Roger Billcliffe: The Glasgow Boys. London 2009.
Weblinks
Wynford Dewhurst: The controversial voice of British impressionism Great British Life Wynford Dewhurst: Manchester’s Monet ArtUK
Einzelnachweise
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