mini|Suzy van Hall, 1943 Helena Suzanna Suzy van Hall (geboren 28. April 1907 in Den Haag; gestorben 9. Juli 1978 in Saint-Cybranet) war eine niederländische Tänzerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.
Leben Suzy van Hall wurde am 28. April 1907 in Den Haag geboren. Ihr älterer Bruder war der Bildhauer Frits van Hall (1899–1945). Suzy van Hall war als Tänzerin im Bereich Modern Dance in den 1920er und 1930er Jahren aktiv. Sie war eine talentierte Tänzerin, besaß ein Tanzstudio in Paris und trat in weiteren Theatern wie dem Folies Bergère auf. Auch trat sie in England, der Schweiz und Tunesien auf. Sie wurde zur ersten niederländischen Tänzerin des Modern Dance von internationalem Rang.
Im Jahr 1931 heiratete sie den Schriftsteller Cees Kel. Das Paar lebte zunächst an der Prinsengracht in der Nähe des Verlags De Spieghel, der von ihren Freunden Tine van Klooster und Koos Schregardus geleitet wurde. Dann zogen sie nach Cagnes-sur-Mer. Doch sie entfremdeten sich. Suzy van Hall weigerte sich, ihre Tanzkarriere aufzugeben, und verbrachte viel Zeit außer Haus. Die Ehe wurde 1938 geschieden.Suzy van Hall auf Theaterencyclopedie.nl, abgerufen am 9. Februar 2026
mini|Aufnahmebeleg KZ Ravensbrück Während der deutschen Besatzung der Niederlande von 1940 bis 1945 schloss sie sich dem Widerstand gegen die Besatzer an. Sie half bei der Fälschung von Ausweispapieren und auch bei der Unterstützung von Menschen, die im Untergrund lebten. Dabei arbeitete sie mit dem Bildhauer und Widerstandskämpfer Gerrit van der Veen zusammen. Mit ihm hatte sie eine Affäre und wurde schwanger, doch ihre Arbeit im Widerstand war ihr wichtiger. Van der Veen lebte in einem Versteck über dem Amsterdamer Verlag De Spieghel. Er beteiligte sich an einem Angriff auf das Einwohnermeldeamt Amsterdam im Jahr 1944. Dieser scheiterte und Van der Veen wurde schwer verletzt. Danach pflegte Suzy van Hall ihn. Gemeinsam mit Van der Veen und Tine van Klooster wurde sie kurze Zeit später vom Sicherheitsdienst verhaftet. Sie wurde zunächst in das KZ Herzogenbusch, dann in das KZ Ravensbrück und schließlich in das KZ Dachau deportiert. Sie überlebte den Todesmarsch, den die Gefangenen nach Süden antreten mussten, und wurde am 30. April 1945 von den Amerikanern befreit.
Suzy van Hall kehrte nach ihrer Befreiung in die Niederlande zurück und fand eine Anstellung im Verlag De Spieghel und arbeitete mit Koos Schregardus zusammen, mit der sie eine Beziehung hatte. An den Werken über ihren Bruder Fritzs van Hall und Gerrit van der Veen, die ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Tätigkeit im Widerstand aufarbeitete, wirkte sie mit. Auch war sie an der Gründung verschiedener Verbände, Gremien und Stiftungen, darunter der Niederländische Künstlerverband, der im Januar 1946 gegründet wurde und der Niederländische Berufsverband der Tanzkünstler, der im Oktober 1947 gegründet wurde, beteiligt. Die Stiftung des Berufsverbandes der Tanzkünstler leitete sie von 1942 bis 1945. Suzy van Hall übersetzte spirituelle Werke, unter anderem Paul Bruntons „Der geheime Weg“, ins Niederländische.
Suzy van Hall starb am 9. Juli 1978 im Alter von 71 Jahren in Saint-Cybranet in der Dordogne.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Person (niederländischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Häftling im KZ Herzogenbusch Kategorie:Häftling im KZ Ravensbrück Kategorie:Häftling im KZ Dachau Kategorie:Tänzer (Niederlande) Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Frau