Bertram Herzog, auch Bert (geboren 28. Februar 1929 in Offenburg; gestorben 11. Juli 2008 in Tucson), war ein US-amerikanischer Informatiker deutsch-jüdischer Herkunft.
Leben Bertram Herzog wuchs in einer jüdischen Familie auf; er war ein Sohn des promovierten Kaufmanns Rudolf Herzog (1883–1935) und der Sozialarbeiterin Irma Wolff (1905–). Angesichts der nationalsozialistischen Verfolgung wurde er im März 1939 zusammen mit seinem Bruder mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit gebracht, auch seiner Mutter gelang die Flucht. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs übersiedelte die Familie in die USA. Er heiratete 1950 Lois Gordon, sie hatten drei Kinder. Im Jahr 1951 erhielt er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.
Herzog studierte Maschinenbau am Case Institute of Technology und machte 1949 ein Bachelor- und 1955 ein Masters-Examen. Er wurde 1961 an der University of Michigan in Mechanik promoviert. Er begann als Assistant Professor an der University of Michigan und arbeitete zwischendurch von 1963 bis 1965 als Manager für technologische Innovation bei der Ford Motor Company. 1963 traf er das erste Mal auf Steven Anson Coons, einen Pionier für Computergraphik und des Computer Aided Design (CAD) am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Herzog wurde 1965 Associate Professor und 1968 Professor für Industrial Engineering und Co-Direktor im ConComp Project, in dem mit Computer-Netzwerken experimentiert wurde. 1969 wurde Herzog Direktor von Merit Network (MERIT, Michigan Educational Research Information Triad), einem Projekt zur Verbindung der Großrechneranlagen der Michigan State University, der University of Michigan und der Wayne State University.
Herzog wurde 1976 Professor an der University of Colorado und Direktor des Rechenzentrums der Universität. Zwischen 1981 und 1987 leitete er ein eigenes IT-Beratungsunternehmen in Boulder, danach bis 1992 das Center for Information Technology Integration an der University of Michigan, an der er als Adjunct Professor Electrical Engineering und Computer Science lehrte. Von 1999 bis 2003 war er Chief Operating Officer (COO) der Außenstelle des Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics in Providence.
Von 1972 bis 1975 war er Mitherausgeber der Zeitschrift Computer Graphics and Image Processing, von 1995 bis 1998 war er Chefredakteur des Magazins IEEE Computer Graphics and Applications der University of Michigan. Herzog war Fellow der Association for Computing Machinery (ACM) und wurde 2002 als Mitgründer von der SIGGRAPH geehrt.
Literatur Herzog, Bertram, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II,1. München: Saur, 1983, ISBN 3-598-10087-6, S. 502.
Weblinks Bert Herzog, 1929?2008: Remembrances and Recollections, in: IEEE Computer Graphics and Applications, September 2008, S. 6–9 Catharine June: Bertram Herzog, Nachruf, University of Michigan, 2. September 2008
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