Carl Paul Otto Knüpffer (* in Klein St. Marien, Gouvernement Estland, Russisches Kaiserreich; † 3. April 1922 in Dessau, Provinz Sachsen, Deutsches Reich) war ein Chemiker und Betriebsdirektor in Schlüsselburg, Odessa und Dessau.
Leben und Wirken
Carl Knüpffer war ein Sohn des baltendeutschen Pastors Carl Theodor Knüpffer und von Pauline, einer Tochter des Zeitungsherausgebers Dietrich Martin Luther.Carl Luther, Chemisches Gleichgewicht und elektromotorische Kraft, Engelmann, Leipzig 1898, S. 35, Vita Er hatte acht ältere Geschwister. Er besuchte die Domschule in Reval und anschließend die Realschule. Seit 1889 studierte er Chemie am Polytechnikum in Riga und seit 1896 in Leipzig, wo er 1898 zum Dr. phil. promoviert wurde.
In jenem Jahr wurde Carl Knüpffer Leiter des Versuchslabors der Firma Fröhlich & Co. in Leipzig und 1899 Assistent an der Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen in Neu-Babelsberg.Biographisch-literarisches Handbuch, IV, 1, 1904, S. 771, mit Angaben zu seiner beruflichen Laufbahn 1903 unternahm er Forschungsreisen durch Deutschland und wurde Vorstand der ballistischen Abteilung der Pulverfabrik in Schlüsselburg bei St. Petersburg. 1911 wurde er Leiter der ballistisch-technischen Labors Chlodowski in Odessa. 1919 zog Carl Knüpffer nach Deutschland und wohnte in Berlin-Charlottenburg. Ab 1921 war er Betriebsleiter bei der Zucker und Chemische Werke AG in Dessau.Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710–1960, 1970, S. 396, mit Angaben zu seiner beruflichen Entwicklung 1922 starb er dort im Alter von 53 Jahren.
Carl Knüpffer veröffentlichte seine Dissertation Chemisches Gleichgewicht und elektromotorische Kraft 1898, die einige Aufmerksamkeit in der Fachliteratur fand.Zeitschrift für physikalische Chemie, Stöchiometrie und Verwandtschaftslehre, 1898, 2, S. 255–284; mit dem vollständigen Text seiner Dissertation Die Fortschritte der Physik, 1899, S. 621–624, mit Rezeption durch einen Physiker Chemisches Central-Blatt, 1898, S. 325; auch Österreichische Chemiker-Zeitung, 1898, Nr. 11, S. 337, mit Rezension Er meldete auch 1899 und 1919 zwei Patente an.Kaiserliches Patentamt (Hrsg.), Patentblatt, 1899, S. 652 (rechte Spalte unten), wohnte in Leipzig, Seeburgstraße Patentblatt, 1921, S. 402, Nr. 47a (kurzer Auszug); auch Auszüge aus den Patentschriften, 1921, S. 1318, Nr. 47a (kurzer Auszug), Schraubenmutter aus Draht; wohnhaft in Charlottenburg, Kastanienallee Carl Knüpffer war mit der Pianistin und Musiklehrerin Elisabeth (Else) Hoffmann (1879–1979), einer Tochter von Richard und Adele Hoffmann und Ururenkelin von Ernst August Hoerschelmann, seit 1909 verheiratet. Sie hatten eine Tochter.Ludwig Schmidt, Luthers Seitenverwandte, 1984, S. 215, mit Angaben zur Familie; auch Deutsches Geschlechterbuch, Band 79, S. 241
Literatur Wilhelm Held: Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710–1960. 1970. S. 396 Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften. Band IV, 1. 1904. S. 771
Weblinks Cqrl Paul Otto Knüpffer BBLD
Karl Paul Otto Knüpffer Erik Amburger Datenbank
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Geboren 1868 Kategorie:Gestorben 1922 Kategorie:Mann