Heimkehr (Originaltitel Homecoming) ist ein 2003 erschienener US-amerikanischer Science-Fiction-Roman von Christie Golden. Er spielt in der Welt von Star Trek und setzt die Handlung der Abschlussfolge Endspiel der Fernsehserie Star Trek: Raumschiff Voyager fort. Beschrieben wird, wie sich die Mitglieder des Raumschiffs Voyager, nachdem sie sieben Jahre lang auf sich alleine gestellt in einem fernen Teil der Galaxie gestrandet waren, sich nach ihrer Rückkehr zur Erde wieder in die Gesellschaft einleben. Es handelt sich um den ersten Band der Reihe, mit welcher die abgeschlossene Fernsehserie literarisch fortgeführt wird. Die Kernhandlung des Romans wird dabei im zweiten Band Ferne Ufer zum Abschluss gebracht. In Deutschland erschien der Roman in der Übersetzung von Andrea Bottlinger erst im Herbst 2013 über den Verlag Cross Cult.
Handlung
Nach sieben Jahren im Delta-Quadranten ist die USS Voyager endlich wieder zur Erde zurückgekehrt. Für die Heimkehrer werden Feierlichkeiten abgehalten, bei denen es auch zu Beförderungen kommt, so wird Janeway etwa zum Admiral befördert. Den ehemaligen Marquis-Mitgliedern, die bislang offiziell als Terroristen galten, wird nun eine grundsätzliche Amnestie in Aussicht gestellt, das heißt, sie können, wenn sie dies möchten, unter Beibehalt ihrer zuletzt getragenen Ränge wieder Teil der Sternenflotte werden.
Der Besatzung ist jedoch bewusst, dass mit dem Ende ihrer Odyssee auch die bisherige Schicksalsgemeinschaft ihr Ende finden und jeder bald schon seinen eigenen Weg gehen wird.
Tuvok sucht seine Familie auf Vulkan auf, Chakotay besucht seine Heimatwelt, wo er Zeit mit seiner Schwester verbringt und überlegt, ob er tatsächlich wieder in den Dienst der Sternenflotte treten soll. Janeway verbringt Zeit mit der Familie ihres damaligen Verlobten und freundet sich mit dessen jetziger Ehefrau an. Seven of Nine verbringt die Zeit bei ihrer Tante, der einzigen ihr bekannten Verwandten. Tom Paris hat sich mit seinem Vater ausgesöhnt, B'Elanna Torres muss ihn jedoch für einige Zeit mit dem gemeinsamen Kind alleine lassen, weil sie erfahren hat, dass ihre Mutter in Gefahr ist und sie dieser nur helfen kann, wenn sie sich zu einem Planeten, wo sich ein klingonisches Kloster befindet, begibt. Icheb ist an der Sternenflottenakademie aufgenommen worden und schließt dort erste Freundschaften mit Gleichaltrigen.
Harry Kim trifft seine damalige Verlobte Libby wieder, die beiden unternehmen wieder gemeinsam etwas. Kim weiß jedoch nicht, dass Libby tatsächlich viel an ihm liegt, dass sie aber inzwischen Mitarbeiterin für den Geheimdienst der Sternenflotte ist und den Auftrag hat, sein Vertrauen zu gewinnen. Es wird vermutet, dass es eine undichte Stelle gibt, die Informationen über die von der Voyager mitgebrachten neuen Technologien weitergibt. Über Harry Kim soll der Geheimdienst einen Fuß in der Türe der Voyager-Gemeinschaft haben.
Der Doktor zeigt sich über die Ankunft auf der Erde enttäuscht, da sich seine Hoffnungen, dass er wegen seiner medizinischen Forschungen im Delta-Quadranten, sehr gefragt sein würde, nicht erfüllt haben. Da er seit der Heimkehr der Voyager keine Aufgaben mehr hat, denen er nachgehen kann, langweilt er sich zudem sehr. Er wird dann von einem Mann angesprochen, welcher sich für die Rechte von Hologrammen, die in seinen Augen mehr oder minder wie willenlose Sklaven behandelt werden, einsetzen will. Der Doktor erkennt rasch, dass er es mit einem Extremisten zu tun hat, denkt aber, dass er ihn argumentativ davon überzeugen konnte, einen anderen Weg für sein Ziel zu bestreiten. Kurz danach kommt es jedoch zu einem Aufstand von Hologrammen, die alle ihre Arbeit niederlegen und damit viele Schwierigkeiten im Alltag bereiten. Als es bei einem Anschlag auf ein leer geglaubtes Gebäude kommt, sterben mehrere Menschen. Der Doktor wird wegen seines Gespräches in Gewahrsam genommen, gegen ihn spricht auch, dass er gerade an einem neuen Holoroman arbeitet, dem er den Titel „Protonen fordern Gerechtigkeit“ gab. Ihm droht, dass sein Programm neu aufgesetzt wird, womit seine bisherige Persönlichkeit verloren gehen würde.
Zur gleichen Zeit breitet sich zudem eine Seuche aus, welche die Föderation mit einer anderen Krankheit zu erklären versucht. Dabei wird allerdings vertuscht, dass es sich dabei um Borg-Nanodronen handelt, mit welchen die Körper befallen werden. Es betrifft vor allem Kinder und kranke Menschen, bisher ist das Virus nicht auf gesundere Erwachsene übergangen. Es wird ein Zusammenhang mit der Rückkehr der Voyager, die Borgtechnologie an Bord hatte, gesehen. Icheb und Seven of Nine als ehemalige Borg-Dronen werden verhaftet, Janeway sieht darin eine schwere Verletzung der Gesetze und Willkür, nachdem keine wirkliche Anklage gegen beide erhoben wird, kann aber nichts dagegen ausrichten.
Im Hauptquartier der Sternenflotte wird schließlich die Prognose aufgestellt, dass in kurzer Zeit die gesamte Erdbevölkerung assimiliert werden könnte, wenn das Virus dazu übergeht, nun auch gesunde Erwachsene zu befallen.
Rezeption
Auf der Seite phantastiknews.de urteilte 2013 Christel Scheja, dass im Roman „letztendlich nicht viel passiert“, dennoch merke man, „das[s] erste Weichen gestellt und Andeutungen gemacht werden, die vermutlich in den nächsten Romanen zum Tragen kommen.“ Die Handlung ende allerdings „gerade in dem Moment, in dem es wirklich interessant wird. Wer nicht glücklich über den Cliffhanger ist, kann sich zumindest mit den stimmungsvollen Charaktermomenten trösten.“ Ihr Fazit lautete dabei, dass der Eindruck des ersten Bandes der Reihe unter dem Strich „doch gespalten“ bleibe: „Einerseits freut man sich darüber, wie feinfühlig die Autorin schildert, auf welche Art die Crew mit ihrer Rückkehr zurechtkommt, auf der anderen Seite ist die Spannung eher moderat“.Christel Scheja: Star Trek Voyager 1: Heimkehr, Christie Golden (Buch), phantastiknews.de vom 17. November 2013, abgerufen am 6. August 2026.
Auf der Seite ringbote.de urteilte Andreas Loos 2014, dass „der abrupte Abschluss“ des Serienfinales ihn „etwas unzufrieden“ zurückgelassen habe, da man sich „sehr gewünscht“ hätte „zu erfahren, wie es der Besatzung nach der Rückkehr weiter ergeht.“ Der Roman schließe nun diese damalige Lücke. Für Loos' Geschmack blieb für die vielen verschiedenen Handlungsstränge innerhalb des Romans „etwas zu wenig Raum. Aus jedem hätte man locker einen eigenständigen Roman schaffen können.“ Es werde von der Autorin jedoch gekonnt Spannung aufgebaut, „auch wenn hier oft dem Leser manches zu schnell offenbart wird.“ Der Cliffhanger am Ende sei gelungen und man dürfe auf die Fortsetzung gespannt sein.Andreas Loos: Star Trek – Voyager 1: Heimkehr, ringbote.de vom 8. Juni 2014, abgerufen am 6. August 2026.
Auf der Seite tv-kult.com vergab ebenfalls 2014 Florian Kraus 7 von 10 Punkten. Für ihn war der Roman „ein sehr vielversprechender erster Band des Voyager-Reboots“, welcher „genau das [liefert], was die siebte Staffel der Serie geschickterweise gezeigt hätte: Nicht nur die Heimkehr des verschollenen Schiffes, sondern ihre Konsequenzen!“ Dabei bezieht er sich nicht nur auf die persönlichen Schicksale der Figuren, sondern auch die politische Lage in der Heimat. Grundsätzlich sei der Auftakt des Reboots sehr „menschlich“ ausgefallen und „zahlreiche Plots, die in der TV-Serie ohnehin nie ihr Potential entfalten können, werden endgültig und ruck-zuck ad acta gelegt“. Der Autorin sei es dabei auch gelungen, „allen Mitgliedern der Kern-Crew der Voyager gerecht zu werden.“ Dass erneut eine Bedrohung durch die Borg vorliege, sah Kraus dabei als „vielleicht weniger geschickt“ an, „aber zum Glück dominiert die Seuche den Roman nicht zu sehr.“ Kraus gab abschließend noch zu, dass ihn die Fernsehserie damals „nicht vom Hocker gerissen, ja größtenteils sogar gelangweilt“ habe, wohingegen nun der Reboot als Romanreihe „mich aber deutlich länger gefesselt [hat] als jede Voyager-DVD-Box. Und das will etwas heißen.“Florian Kraus: Star Trek – Voyager 1: Heimkehr, tv-kult.de vom 22. Juni 2014, abgerufen am 6. August 2026.
Auf der Seite fictionbox.de gab Christian Siegel 2015 dem Roman 3 von 5 Punkten. Er kritisierte das Ende des Fernsehfinales „Endspiel“, das den Zuschauern damals keine Möglichkeit gegeben habe, „uns von den liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden.“ Der erste Roman versuche nun, das damals Versäumte nachzuholen. Dies sei durchaus gelungen, auch wenn das Einleben in der Heimat stellenweise etwas überzogen war, „gar so dick hätte man nun auch wieder nicht auftragen müssen.“ Richtige Spannung werde dann ab der zweiten Hälfte des Buches erzeugt. Weniger gefallen hatte Siegel zudem der Handlungsstrang um die Freundin von Harry Kim, was auf ihn so wirkte, als würde man „allzu krampfhaft [versuchen], einen Konflikt aufzubauen“. Zudem war er der Meinung, der Roman hätte „bis zum Ende hin ruhig noch etwas mysteriöser bleiben dürfen, was einen gewissen Drahtzieher im Hintergrund betrifft“, da sich die Leser zu leicht schon „denken können, was hier vor sich geht, und um wen es sich handelt.“ Sein Fazit lautete hierbei, dass der Roman an sich „durchaus gut gelungen [ist], wenn auch teilweise die 'heile Welt' ein bisschen zu sehr beschworen wird.“ Dennoch wirkten manche Entwicklungen „aber doch irgendwie arg erzwungen“ und die Handlung sei „teilweise sehr vorhersehbar“ ausgefallen. Der Roman stelle aber „eine gute Fortsetzung der 'Voyager'-Saga“ dar, „die einerseits Lust auf mehr macht, und andererseits dabei hilft, den negativen Beigeschmack eines der enttäuschendsten Serien-Enden der TV-Geschichte fortzuspülen.“Christian Siegel: Star Trek − Voyager: Heimkehr. Der erste Band der Fortsetzungs-Reihe, fictionbox.de vom 14. September 2015, abgerufen am 6. August 2015.
Artwork
Die amerikanische Originalausgabe von 2003 zeigt das Gesicht von Captain Kathryn Janeway vor einem dunklen Hintergrund. Für die deutsche Ausgabe des Romans, die erst zehn Jahre später erschien, wurde ein anderes Artwork verwendet. Dieses wurde von Martin Frei angefertigtAngabe in Band 1 und 2 der Reihe. und zeigt Janeway im Halbprofil mit im Hintergrund der Golden Gate Bridge und einem Teil des Sternenflottenhauptquartiers in San Francisco, darüber die Voyager. Zusammen mit dem zweiten Band der Reihe bildet es dabei ein fortlaufendes Bild, auf welchem man das Gebäude des Hauptquartiers erkennen kann.
Literatur
Thomas Götz: „Die Abenteuer gehen weiter ...“ – Der „Voyager“-Relaunch, Daily Trek vom 26. Mai 2021.
Weblinks
Eintrag des Romans auf der Seite Memory Beta
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Star-Trek-Belletristik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigte Staaten)