Kopice (deutsch Köpitz) ist ein Dorf im Powiat Goleniowski (Gollnower Kreis) in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Stepnica (Gemeinde Stepenitz).
Geographische Lage Das Kirchdorf liegt im Westen Polens, östlich des Stettiner Haffs, etwa 32 Kilometer südsüdwestlich der Stadt Kamień Pomorski (Cammin i. Pom.) und sieben Kilometer nordnordwestlich des Dorfs Stepnica (Stepenitz). Nordöstlich des Dorfkerns befindet sich das Prof-Janina-Jasnowska-Naturschutzgebiet Czarnocin. In dem und dessen Umgebung früher im industriellen Maßstab Torf gestochen und über einen zum Haff führenden schiffbaren Kanal abtransportiert wurde.G. Müller: Die Verbreitung der deutschen Torfmoore nach statistischen Gesichtspunkten dargestellt, in: Zeitschrift für praktische Geologie, Juni 1899, S. 193–206, insbesonder S. 201, Ziffer 31 (Google Books). mini|Dorfpanorama am Stettiner Haff (2011) mini|Köpitz am Stettiner Haff, von Südwesten vom gegenüberliegenden Ufer bei Ziegenort (2007) mini|Hafenanlage des Dorfs am Stettiner Haff (2025) Geschichte Der Ort wurde erstmals 1291 urkundlich erwähnt.Hasso von Flemming-Benz: Der Kreis Cammin. Ein pommersches Heimatbuch. Holzner, Würzburg 1970 (mit beigelegter Karte des Kreisgebiets von 1936), S. 141–142. 1318 vereinigte Herzog Wartislaw IV. dem Nonnenkloster Wollin das Dorf Köpitz, das Priorin und Konvent von Ulrich v. d. Osten und Conrad Vemern (Femer) gekauft hatten.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Teil II: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 6: Kreise Kamin und Greifenberg, Anklam 1870, S. 331 (Google Books). Diesen war Köpitz vor 1309 verliehen worden.Johannes Hinz: Pommern – Wegweiser durch ein unvergessenes Land, Augsburg 1996, S. 187. Laut den Hufenmatrikeln von Pommern-Stettin von 1628 war das Nonnenkloster Wollin in Köpitz mit 13 Hakenhufen, sechs Katen, einen Krug und fünf Anwesen von Instleuten begütert gewesen.Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 261 (Boogle Books). Nach Auflösung des Klosters kam Köpitz an das Amt Wollin.
Um 1782 hatte das Fischer- und Bauerndorf einen Prediger, einen Küster, acht Vollbauern einschließlich des Müllers, der vom Naturaldienst befreit war, einen Halbbauern, einen Kossäten, 48 Büdner und zusammen mit der Unterförsterei Zartenthin 64 Feuerstellen (Haushaltungen). Die Bauern ernährten sich gößtenteils von der Fischerei mit Fangnetzen im Haff und entrichteten dafür eine Pachtgebühr an das Amt Wollin. Um 1865 bestanden in Köpitz zwei Schulen, die Küsterschule und die Organistenschule, von denen jede von über hundert Kindern besucht wurde. Das Schulgeld für vier schulpflichtige arme Kinder wude aus den Zinsen zweier privater Kapitalstiftungen bestritten. Im Dorf gab es ein Armenhaus zur Unterbringung von 16 Obdachlosen.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Teil II: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 6: Kreise Kamin und Greifenberg, Anklam 1870, S. 342–358 (Google Books).
Um 1864 gehörte zu Köpitz der Wohnplatz Zartenthin königlichen Anteils (auch Alt Zartenthin genannt), dagegen gehörte Zartenthin adligen Anteils (auch Neu Zartenthin genannt) zum Gutsbezirk Schminz.Amtsblatt der Königl. Regierung in Stettin, Extra-Beilage Nr. 39, vom 23. September 1864, Verzeichniß der Gerichtsbehörden in dem Bezirke des Königl. Appellations-Gerichts zu Stettin, II. Kreisgericht Cammin, S. 7–11, insbesondere S. 11, Ziffern No. 45 und No. 46 (Google Books).
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1489,7 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde 183 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 71 Pferde, 271 Stück Rindvieh und 722 Stück Borstenvieh, 45 Ziegen, 36 Gänse, 51 Enten, 1517 Hühner, 17 Truthühner sowie 21 Bienenstöcke hielten. Auf der Gemarkung der Landgemeinde standen 1384 Apfelbäume, 987 Birnbäume, 4119 Pflaumen- und Zwetschgenbäume, 396 Kirschbäume, zwei Aprikosenbäume und 26 Walnussbäume.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 4: Provinz Pommern, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Stettin, 12. Kreis Cammin, S. 52–53, Ziffer 55 (Google Books).
Die Gemarkung der Landgemeinde Köpitz hatte Anfang der 1930er Jahre eine Fläche von 14,9 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen 171 bewohnte Wohnhäuser an fünf verschiedenen Wohnplätzen:
Um 1935 hatte das Dorf Köpitz unter anderem drei Gasthöfe, drei Bäckereien, eine Ländliche Spar- und Darlehnskasse, eine Fischhandlung, drei Gemischtwarenläden, eine Metzgerei, eine Mölkerei, ein Schiffahrtsgeschäft und vier Tischlereien.Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1053 (Google Books).
1945 gehörte das Dorf Köpitz zum Kreis Cammin i. Pom. im Regierungsbezirk Stettin in der Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Köpitz war Sitz des Amtsbezirks Köpitz.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folge wurde der Ort Teil Polens und in Kopice umbenannt.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – Dorf, mit 64 Feuerstellen (Haushaltungen) und einer zur Wollinschen Synode gehörigen MutterkircheLudwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, 1. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise, Stettin 1784, S. 18–19, Ziffer 5 (Google Books). 1818 590 Dorf, mit einer Windmühle und einer Mutterkirche, zum Amt Stepenitz gehörig, dazu die Unterförsterei Zartenthin mit zwanzig EinwohnernAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 369, Ziffer 3538 (Google Books).Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht, Nicolaische Buchhandlung, Berlin und Stettin 1827, S. 162, Ziffer 7 (Google Books), und S. 161, Ziffer 3 (Google Books),. 1852 876 DorfKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 302 (Google Books). 1864 1033 am 3. Dezember, Gemeindebezirk, mit einem Gesamtflächeninhalt von 5817,81 Morgen sowie acht gewerblichen und 131 WohngebäudenKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Stettin: 5. Kreis Kammin. Berlin 1866, S. 18–25, Ziffer 104 (Google Books). 1867 1010 am 3. Dezember, Landgemeinde 1871 942 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 920 Evangelische, zwölf sonstige Christen und zehn JudenKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 62–63, Ziffer 56 (Google Books). 1885 976 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 967 Evangelische, vier Katholiken und fünf JudenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. Band 4: Provinz Pommern. Berlin 1888, S. 70–71, Ziffer 55 (Google Books). 1890 983 am 1. Dezember, LandgemeindeKönigliches statistisches Bureau: Viehstandslexikon für den preußischen Staat. IV. Provinz Pommern, Berlin 1895. I. Regierungsbezirk Stettin. 11. Kreis Kammin, S. 29 Ziffer 55 (Google Books). 1895 960 am 2. Dezember, Landgemeinde, davon 954 Evangelische und sechs JudenGemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 2. Dezember 1895, IV. Provinz Pommern, Berlin 1898, I. Regierungsbezirk Stettin, 11. Kreis Cammin, Berlin 1898, I. Regierungsbezirk Stettin, 11. Kreis Cammin, S. 72–73, Ziffer 54 (Google Books). 1910 845 am 1. Dezember, Dorf, mit einer Spar- und Darlehenskasse, einer Molkerei, einer Mühle und einer evangelischer PfarrkircheKöpitz, Dorf, östlich am Pommerschen Haff, Kreis Cammin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Köpitz (meyersgaz.org).Landkreis Cammin (Gemeindeverzeichnis.de) – U. Schubert (2022) 1925 869 darunter 785 Evangelische und zwanzig Katholiken sowie eine Person jüdischer KonfessionDie Gemeinde Köpitz im ehemaligen Kreis Cammin in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011). 1933 816 1939 732 am 17. MaiStatistik des Deutschen Reichs, Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik (Paul Schmidt), Berlin 1940, 4. Provinz Pommern, 6. Cammin i. Pom., S. 62 (Google Books). 2011 145Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025
Kirche Dorfkirche 1594 wurde eine Kirche mit Glocken erwähnt.Hasso von Flemming-Benz: Der Kreis Cammin. Ein pommersches Heimatbuch. Holzner, Würzburg 1970 (mit beigelegter Karte des Kreisgebiets von 1936), S. 256–258. Die Fachwerkkirche mit verputzten und geweißten Ziegelfüllungen des Fachwerks steht inmitten des Friedhofs und zusammen mit diesen auf einer leichten Bodenerhebung in der Nähe des Haffufers. Seine heutige äußere Form erhielt das Gebäude 1753. In den Jahren 1883, 1905 und 1928 wurde es außen und innen wiederhergestellt. Der schon 1669 erwähnte und 1701 renovierte viereckige Eichenfachwerkturm mit seinem achteckigen verschalten Spitzhelm wurde später durch einen verbretterten Gang mit dem Kirchenschiff verbunden. Die St.-Martins-Kirche in Köpitz stand früher unter dem Patronat des KönigsF. Sendke: Verzeichniss der evangelischen Pfarrstellen, Kirchen und Kapellen, der Kirchenpatrone, sowie der der im Amt befindlichen evangelischen Geistlichen, Druck von F. Hessenland, Settin 1900, S. 113, Ziffer 2 (Google Books). und vor 1945 unter staatlichem Patronat.
Das Kirchengebäude wurde nach 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen enteignet.
Kirchspiel bis 1945 Die bis 1945 anwesenden Einwohner der Landgemeinde Köpitz waren mit seltenen Ausnahmen evangelischer Konfession und gehörten zum Kirchspiel Köpitz. Filialkirchen bestanden in Ganserin und Schwantefitz; eingepfarrt waren außerdem Schminz und Zartenthin. Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1706 zurück.Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern, in: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 239 (Google Books).
Pfarrer von der Reformation bis 1945
Das katholische Kirchspiel war in Cammin i. Pom. Das Standesamt befand sich in Köpitz.
Weblinks
(Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).
Einzelnachweise
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