Alvah „Al“ J. Miller ist ein Filmtechniker und Entwickler von elektronischen Geräten zur Erzeugung visueller Effekte, insbesondere im Bereich der Motion-Control-Fotografie. Er wurde dreimal mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung und zweimal mit dem Oscar für technische Verdienste ausgezeichnet.

Leben Alvah J. Miller betrieb Anfang der 1970er Jahre das Elektronikunternehmen Al Miller Electronics.John Dykstra: Star Wars: Miniature and Mechanical Special Effects. In: theasc.com vom 25. Mai 2023. Douglas Trumbull, der in den frühen 1970er Jahren mit verschiedenen Ideen experimentierte, die ihm wiederholbare Kamerabewegungen ermöglichen würden, beauftragte Jerry Jeffress und Miller mit der Entwicklung eines MiniScan genannten Systems, das im Wesentlichen ein Drehzahlregler war, der von digitalen Timern und Frame Countern gesteuert wurde und so programmiert werden konnte, dass er bis zu vier Impulsmotoren gleichzeitig ansteuern konnte.Ray Morton: Close Encounters of the Third Kind: The Making of Steven Spielberg's Classic Film. Applause Books, 2007, ISBN 978-1-557-83710-3, S. 223.Don Shay: Close Encounters at Future General: Interviews with Douglas Trumbull and his Future General effects staff. In: Cinefantastique. Volume 7, No 3 & 4 (Doppelausgabe), Herbst 1978, S. 30–35. 1975 engagierte John Dykstra Jeffress und Miller als Berater und Konstrukteure für die Entwicklung eines deutlich verbesserten Motion-Control-Kamerasystems, das später Dykstraflex genannt wurde.James zu Hüningen: Dykstraflex. In: Lexikon der Filmbegriffe, filmlexikon.uni-kiel.de, abgerufen am 7. Februar 2026.The Den Of Geek interview: John Dykstra. In: denofgeek.com vom 2. November 2008. Das System wurde zuerst in den Science-Fiction-Filmen Krieg der Sterne und Unheimliche Begegnung der dritten Art genutzt.Demonstrating the Dykstraflex: In: cinemagear.com vom 31. Mai 2024.

Nach dem Ende der Arbeiten an Krieg der Sterne erhielten die Mitarbeiter und Berater des Teams kein neues Projekt von Industrial Light & Magic (ILM). In den ursprünglichen Räumlichkeiten von ILM in Van Nuys gründeten John Dykstra, Grant McCune, Robert „Bob“ Shepherd, Richard „Dick“ Alexander, Alvah Miller, Lorne Peterson und Richard Edlund das Spezialeffektunternehmen Apogee, Inc.J. W. Rinzler: The Making of Star Wars: The Definitive Story Behind the Original Film: Based on the Lost Interviews from the Official Lucasfilm Archives. New York, Ballantine Books, 2007, ISBN 978-0-345-47761-3, S. 307. Dort arbeitete Miller als Elektronikkonstrukteur unter anderem an den Filmen Kampfstern Galactica und Firefox.

1982 gründete Miller mit Paul D. Johnson, mit dem er bei Apogee gearbeitet hatte, das Unternehmen Lynx Robotics, mit dem sie weiter an der Entwicklung und Verfeinerung der Motion-Control-Technologie arbeiteten.Lynx Robotic. In: lynxrobotics.com (Archiv-Version, September 2003), abgerufen am 8. Februar 2026.Obituary Paul Douglas Johnson. In: Los Angeles Times, 15. August 2003. Paul D. Johnson starb im August 2003. Ab dem Jahr 2004 arbeitete Miller mit Michael Sorensen und J. Walt Adamczyk verstärkt am Aerohead-Projekt, einem leichten und programmierbaren, ferngesteuerten 3-Achsen-Kamerakopf.Lynx Robotic. In: lynxrobotics.com (Archiv-Version, September 2004), abgerufen am 8. Februar 2026.

Filmografie 1977: Krieg der Sterne (Star Wars) 1977: Unheimliche Begegnung der dritten Art (Close Encounters of the Third Kind) 1978: Kampfstern Galactica (Battlestar Galactica) 1979: Star Trek: Der Film (Star Trek: The Motion Picture) 1982: Firefox 1985: Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (Lifeforce) 1987: Mel Brooks’ Spaceballs (Spaceballs) 1988: Meine Stiefmutter ist ein Alien (My Stepmother Is an Alien)

Auszeichnungen Miller wurde dreimal mit dem Oscar für Wissenschaft und Entwicklung ausgezeichnet:Alvah J. Miller. In: awardsdatabase.oscars.org, abgerufen am 8. Februar 2026. Oscarverleihung 1978: Auszeichnung mit dem Scientific or Technical Award (Class II), an John Dykstra für „die Entwicklung einer Anlage, die speziell auf die Fotografie mit visuellen Effekten ausgerichtet ist“ sowie an Alvah J. Miller und Jerry Jeffress „für die Entwicklung des elektronischen Motion-Control-Systems, das bei der Filmfotografie für visuelle Effekte mit Mehrfachbelichtung zum Einsatz kommt.“ Oscarverleihung 1989: Auszeichnung mit dem Scientific and Engineering Award, an Bill Tondreau (Tondreau Systems), Alvah J. Miller und Paul D. Johnson (Lynx Robotics), Peter Regla (Elicon), Dan Slater, Bud Elam (Interactive Motion Central), Joe Parker (Interactive Motion Central) und Billy Bryan (Interactive Motion Central), Jerry Jeffress, Ray Feeney, Bill Holland, Kris Brown „für ihre individuellen Beiträge und die gemeinsamen Fortschritte, die sie der Filmindustrie im Bereich der Motion-Control-Technologie gebracht haben“ Oscarverleihung 2001: Auszeichnung mit dem Scientific and Engineering Award, an Alvah J. Miller und Paul D. Johnson (Lynx Robotics) „für das Elektronik- und Softwaredesign des Lynx C-50 Kameramotorsystems. Dieser Kameramotor, der mit programmierbaren Mikroprozessoren betrieben wird, erreicht einen beispiellosen Bereich präzise gesteuerter Geschwindigkeiten in eigenständigen Kameras oder bei Synchronisation mit Bewegungssteuerungssystemen.“

Zudem erhielt er zweimal den Oscar für technische Verdienste: Oscarverleihung 2001: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Bill Tondreau (Kuper Systems), Alvah J. Miller, Paul D. Johnson (beide Lynx Robotics) und David Stump (Visual Effects Rental Services) „für die Konzeption, das Design und die Entwicklung von Datenerfassungssystemen, die eine überragende Genauigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit bei der Erstellung von Composite-Bildern ermöglichen. Diese Systeme zeichnen Live-Action-Kamera- und Achsen-Daten digital auf, ohne den Live-Action-Produktionsprozess nennenswert zu beeinträchtigen, wodurch die Komposition visueller Effekte schneller und kostengünstiger wird.“ Oscarverleihung 2006: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Alvah Miller, Michael Sorensen, J. Walt Adamczyk „für das Design und die Entwicklung des Aerohead-Motion-Control-Kamerakopfes und des J-Viz-Pre-Visualization-Systems. Dieser ferngesteuerte Kopf erfüllt nicht nur die Anforderungen von Live-Action-Filmemachern, sondern bietet auch die Funktionalität eines motion-gesteuerten Kopfes, der anspruchsvolle Kachel- und Pre-Visualization-Techniken ermöglicht.“

Weblinks

Alvah J. Miller bei academycollection.org

Einzelnachweise

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