Once Upon a Time in Harlem ist ein Dokumentarfilm von David und William Greaves. Dieser verwendet Material, das Regisseur William Greaves während einer von ihm gegebenen Party in Duke Ellingtons Wohnung für seinen Film From These Roots von 1974 gedreht, aber nicht verwendet hatte. Der Film feierte Ende Januar 2026 beim Sundance Film Festivals seine Premiere. Neon will ihn noch im Laufe des Jahres 2026 in die Kinos bringen.
Inhalt mini|hochkant=0.85|Der Dokumentarfilmer William Greaves lud sich 1972 Gäste zu einer Party in Duke Ellingtons Wohnung ein Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Tod des Filmemachers William Greaves im Jahr 2014 zeigt/verwendet Once Upon a Time in Harlem unveröffentlichte Aufnahmen von einer Party im Jahr 1972 in der Wohnung des Jazzmusikers Duke Ellington an der Ecke West 157th Street und St. Nicholas Avenue, zu der der Dokumentarfilmer damals einlud und bei der viele der damals noch lebenden Größen der Harlem Renaissance zusammenkamen. Unter den Gästen, einem Who’s who einflussreicher Persönlichkeiten, befanden sich Historiker wie Nathan Huggins und John Henrik Clarke, Musiker wie Eubie Blake und Noble Sissle, Lyriker wie Arna Bontemps und Frank Horne, Schauspieler wie Leigh Whipper und Irvin C. Miller, Künstler, Journalisten, Fotografen, Lehrer und Kritiker der Harlem Renaissance, die lebhafte Gespräche führen oder ihre Streitigkeiten vor aller Augen ausfechten.Once Upon A Time In Harlem. In: sundance.org. Abgerufen am 6. Februar 2026.Adrian Horton: Once Upon a Time in Harlem review – remarkable Harlem Renaissance documentary. In: The Guardian, 30. Januar 2026.David Fear: The 12 Best Movies of Sundance 2026. In: Rolling Stone, 31. Januar 2026.
Produktion Filmstab und verwendetes Material Regie führten David und William Greaves. Ersterer ist ein preisgekrönter Filmemacher und Journalist. Er arbeitete als Kameramann und Cutter an vielen Filmen seines Vaters William Greaves, darunter der berühmte Spielfilm Symbiopsychotaxiplasm: Take One. William Greaves war im Laufe seiner Karriere ebenfalls als Filmemacher und auch als Produzent, Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann und Cutter von 79 Filmen tätig.
Das für den Film verwendete Material wurde ursprünglich für des Vaters Film From These Roots von 1974 gedreht, aber nicht verwendet. William Greaves hatte jedoch stets die Absicht, aus den unauffälligen/flüchtigen Beobachtungen und direkten Interviews eine Retrospektive der Harlem Renaissance zu gestalten, erkrankte aber, bevor er sie vollenden konnte. Nach seinem Tod im Jahr 2014 im Alter von 87 Jahren ging das Archiv an seine Witwe Louise über, die die Arbeit daran bis zu ihrem Tod im Jahr 2023 im Alter von 90 Jahren fortsetzte. Heute verwalten David und seine Tochter Liani Greaves als Produzentin William Greaves’ Archiv, das durch Fördergelder und Spenden unterstützt wird. Die Struktur des Films folgt dem Verlauf der Feier. Bei den Dreharbeiten zu From These Roots im Jahr 1972 war David Greaves einer der Kameramänner. Insgesamt entstanden über 20.000 Meter Film.https://www.moviebreak.de/film/once-upon-a-time-in-harlem Unter den Gästen der Party befand sich auch der Bürgerrechtler Richard B. Moore, der mit seiner Arbeit in den 1920er und 1930er Jahren den Grundstein für die Harlem Renaissance gelegt hatte.Siddhant Adlakha: Screening at Sundance: David Greaves’s 'Once Upon A Time In Harlem'. In: observer.com, 28. Januar 2026.
Filmmusik und Veröffentlichung Die Filmmusik steuerte die Rock-Singer-Songwriterin und Gitarristin Tamar-kali bei. Sie arbeitete in der Vergangenheit für Regisseurinnen wie Dee Rees, Kitty Green und Josephine Decker.
Die Weltpremiere von Once Upon a Time in Harlem erfolgte am 25. Januar 2026 beim Sundance Film Festival. Nach einem heftigen Bieterwettstreit nach dem Festival um die US-Vertriebsrechte an dem Dokumentarfilm hat das Independent-Film-Produktions- und Vertriebsunternehmen Neon die Rechte erworben und plant, ihn noch im Laufe des Jahres 2026 in die Kinos zu bringen.Jordan Ruimy: Neon Picks Up 'Once Upon A Time In Harlem' Following Sundance Raves. In: worldofreel.com, 5. Februar 2026. Im Mai 2026 wurde er bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes in der Quinzaine des Cinéastes gezeigt und im Juni 2026 beim Sydney Film Festival gezeigt.Thomas Schultze: Quinzaine mit Radu Jude, Kantemir Balagov und Clio Barnard. In: the-spot-mediafilm.com, 14. April 2026.Once Upon a Time in Harlem. In: sff.org. Abgerufen am 6. Mai 2026. Im September 2026 sind Vorstellungen beim Telluride Film Festival, beim Toronto International Film Festival und beim Camden International Film Festival geplant und Ende September, Anfang Oktober 2026 beim New York Film Festival.Lineup for the 53rd Telluride Film Festival Announced. In: awardsradar.com, 3. September 2026.Once Upon a Time in Harlem. In: tiff.net. Abgerufen am 9. August 2026.Matthew Carey: 22nd Camden Film Festival To Showcase New Work By Documentary’s Leading Lights: Gibney, Kopple, Oppenheimer, Chin, Vasarhelyi, Poitras & More. In: deadline.com, 18. August 2026.Clayton Davis: New York Film Festival 2026 Lineup Unveiled: Chris Rock’s 'Misty Green', Andrew Haigh’s 'A Long Winter' and More. In: Variety, 5. August 2026. Hiernach wir der Film beim Chicago International Film Festival und beim Vancouver International Film Festival vorgestellt.Once Upon a Time in Harlem. In: chicagofilmfestival.com. Abgerufen am 25. September 2026.Once Upon a Time in Harlem. In: viff.org. Abgerufen am 2. September 2026.
Rezeption Kritiken Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind alle positiv bei einer durchschnittlichen Bewertung mit 8,9 von 10 möglichen Punkten.Once Upon a Time in Harlem. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 18. August 2026. Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 94 von 100 möglichen Punkten.Once Upon a Time in Harlem. In: Metacritic. Abgerufen am 7. Februar 2026.
Adrian Horton schreibt in ihrer Kritik im Guardian, Once Upon a Time in Harlem schaffe es, die Party nahtlos in 100 fesselnde Minuten einzubetten und in den Kontext zu setzen. Der Film sei zugleich ein wunderbarer Einblick in die Atmosphäre eines Treffpunkts und eine Hommage an individuelle Leistungen.
David Fear lobt in seiner Kritik im Rolling Stone, der Film überzeuge nicht nur dadurch, dass er den Zuschauer mitten ins Geschehen versetzt, neben Wegbereitern wie dem Pianisten Eubie Blake und dem Fotografen James Van Der Zee, die von ihren Glanzzeiten erzählen, Regisseur Greaves gelinge es, ein authentisches Bild einer Gemeinschaft zu zeichnen und einen an ihren Streitereien und Klagen, aber auch an ihrer gegenseitigen Bewunderung und Dankbarkeit teilhaben zu lassen: „Ein Meisterwerk“.
Siddhant Adlakha erklärt in seiner Kritik für observer.com hierzu, Greaves habe seine Kameras und damit auch das Publikum nicht als distanzierte Beobachter dieser Debatten positioniert, sondern als Teilnehmer mittendrin, ähnlich wie in Mati Diops Dokumentarfilm Dahomey über die Rückgabe afrikanischer Kunst. Dass wir Greaves’ Stimme hören und gelegentlich seine Tontechnik sehen, mache ihn ebenso zum Teilnehmer, insbesondere in den Momenten, in denen er von analytischen Debatten abweicht und die angesehensten Vertreter der Bewegung auffordert, spontane, charmante Darbietungen zu präsentieren. Dass wir mit den Gästen am selben Tisch sitzen, oft auf Augenhöhe oder sogar darunter, versetze uns fast in die Lage von Kindern, die ihren Großeltern zu Füßen sitzen und ihren Kindheitserinnerungen lauschen, gespannt auf die Momente warten, in denen sie plötzlich von jugendlichem Eifer erfüllt sind und emotionale, künstlerische und intellektuelle Energien offenbaren, von denen wir gar nicht wussten, dass sie noch in ihnen schlummern. Greaves habe dafür gesorgt, dass sein inszeniertes Treffen und die anspruchsvolle intellektuelle Übung die Herzen berührt, indem er eine ansonsten akademische Vergangenheit in die Sprache der Nostalgie taucht. So belebe Once Upon a Time in Harlem die Harlem Renaissance für kommende Generationen neu.
Lida Bach schreibt in ihrer Kritik für moviebreak.de, farbsatte Bilder würden das Publikum mitten in dieses vielstimmige und vielseitige Panorama kultureller Synergie ziehen. Konstruktive Debatten und politische Reflexion verdeutlichten die soziologischen Themen, systemischen Konflikte und bürgerrechtlichen Ziele der Ära, und jener zeitpolitische Hintergrund ermögliche einen Diskurs über Identität und gesellschaftliche Dynamiken frei von nostalgischer Naivität. Ohne Off-Kommentar oder lineare Struktur orientiere sich die Kamera ganz im Sog des Moments, als aktiver Beobachter und Zuhörer der fesselnden Gespräche. Diskussionen über Funktion und Position der Kunst in der Gesellschaft, Repräsentation und Gleichberechtigung würden eine Brücke zu drängenden Themen der Gegenwart schlagen. Die Fragen nach Authentizität, Selbstausdruck und den Konflikt zwischen Assimilationsdruck und individueller Integrität in William und David Greaves formativen Dokumentarfilm verankerten gegenwärtige soziologische Debatten in einem historischen Rahmen. Jene ideellen und thematischen Anknüpfungspunkte zeigten die Harlem Renaissance als kontinuierlichen Prozess, der im Hier und Heute weiter wirkt. Die taktile Qualität des restaurierten Bildmaterials verstärke die Plastizität und Präsenz der Aufnahmen, die losgelöst von historiographischen Narrativen kulturelle Erinnerungen bewahren. Im Spannungsfeld von Vergangenheit und Gegenwart eröffne sich ein essenzielles Exposé kulturgeschichtlichen Kollektivismus, zeitlos und zeitbewusst.https://www.moviebreak.de/film/once-upon-a-time-in-harlem
Auszeichnungen Library of Congress Lavine/Ken Burns Prize for Film 2026 Aufnahme in die Auswahl der FinalistenMatthew Carey: Six Finalists To Vie For 2026 Library of Congress Lavine/Ken Burns Prize for Film, With Winner To Receive $200,000. In: deadline.com, 24. August 2026.
Internationale Filmfestspiele von Cannes 2026 Nominierung für den Publikumspreis in der Quinzaine des cinéastes (William Greaves und David Greaves) Nominierung für den Dokumentarfilmpreis (William Greaves und David Greaves)Once Upon a Time in Harlem. In: quinzaine-cineastes.fr. Abgerufen am 19. Mai 2026.https://www.film-documentaire.fr/4DACTION/w_fiche_actu/1667
Weblinks
Once Upon a Time in Harlem im Programm des Sundance Film Festivals (englisch) https://www.onceuponatimeinharlemfilm.com/about
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Harlem Renaissance