mini|hochkant|St.-Gotthard-Kirche Prag mini|hochkant|Prag Altstadt, Wenzel-Seminar, ab 1803 Königl. Ständetechnische Hochschule mini|Schloss Kačina mini|hochkant|Prag Bubeneč, Plan Sommerpalast des Gouverneurs, Jiří Fischer mini|hochkant|Prag Neustadt, Hybernia-Theater mini|Eingangstor 1814 mini|hochkant|Prag Neustadt, Heiligkreuzkirche 1816 Georg Fischer, auch Jiří Fischer (* 15. Dezember 1768 in Wien;Matriken Wien St. Michael, Taufbuch 1765–1772, S. 184. 16. Dezember 1768. † 9. Oktober 1828 in Prag), war ein österreichisch-tschechischer Architekt, Professor der Baukunst, Baudirektor im Zivilbau und ab 1819 Kaiserlicher Rat.
Jiří Fischer versuchte die Baukunst (von seinem Vater, dem Maler Vinzenz Fischer) mit dem Bauingenieurwesen zu verbinden, er war Wegbereiter des Klassizismus in Böhmen.
Leben Familie Johann Georg Fischer war ein Sohn des Malers und Architekten Vinzenz Fischer und Barbara, geborene Dorfmeister. Die römisch-katholische Taufe erfolgte am 16. Dezember 1768 in der Wiener Michaelerkirche, Taufpate war sein Onkel, der Bildhauer Johann Georg Dorfmeister. Seine Familie hatte eine enge Bindung zur Wiener Akademie der bildenden Künste, dort wurde der Vater 1764 zum Professor für Ornamentik, Perspektive an der Architekturschule ernannt, und vor 1780 erhielt er die akademische Ratswürde. Georg studierte bei Andreas FischerÖsterreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 Fischer, Karl (1755–1819), Architekt. und seinem Vater.
Er heiratete Theresa Meckelová (1777–1855), mit der er sich in der Prager Altstadt niederließ; sie zogen zwei Kinder groß, Sohn Johann Nepomuk und Tochter Maria.
Beruflicher Weg Wien Er studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste und zum Abschluss wurde ihm, im Wettstreit der verdientesten Schüler, der große Preis zugesprochen. Die Fähigkeit, ein Lehramt der höheren Architektur zu bekleiden, wurde ihm bestätigt. Hatte Georg doch für seinen Vater, bei Verhinderung, suppliert.Karl Jelinek: Das Ständisch-Polytechnische Institut zu Prag. 1856, S. 202.
1785 erhielt er eine Anstellung als Zeichner bei der Hof-Baudirektion in Wien.
Innsbruck Durch Umstrukturierungen entsandte das Hofbauamt Georg Fischer 1788 als ersten Rechnungsoffizier im Baufach nach Innsbruck. Hier hatte er die Einleitung und Ausführung sämtlicher Land- und Wasserbauten in Tirol zu kontrollieren. Diese Tätigkeit hatte er bereits mit 20 Jahren zu bewältigen. 1792 kam er in die Zentrale der Hofbau-Buchhaltung nach Wien.Karl Jelinek: Das Ständisch-Polytechnische Institut zu Prag. 1856, S. 203.
Prag Er wurde 1795 zum „dirigierenden“ Rechnungsoffizier beim Baudepartement in Prag ernannt. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Leitung wichtiger Bauprojekte in Böhmen beteiligt. 1797 wünschten die böhmischen Stände „seine fernere Mitwirkung bei allen ihren Bauten“.
Kaiser Franz I. genehmigte 1803 die Gründung des Königlichen Polytechnischen Instituts. Georg Fischer wurde 1806 als Professor für Bauingenieurwesen an die Böhmische Ständetechnische Hochschule in Prag aufgenommen, wo er später zum ordentlichen Professor ernannt wurde.Karl Jelinek: Das Ständisch-Polytechnische Institut zu Prag. 1856, S. 202. Inhaber der Lehrkanzel für Baukunst Von Anbeginn bestand eine Lehrkanzel für Baukunst unter Leitung von Georg Fischer. Er bekleidete außerdem das Amt des Königlichen Provinzbauinspektors.Ständisches Polytechnisches Institut in Prag 1806. In: Marvin Mühlberger, Bautechnische Abbildungswerke von 1800 bis 1900.Diplomarbeit, TU Wien. S. 35. „Se. Majestät haben (. .) den Hrn. Georg Fischer, Professor der Architektur am k. ständischen technologischen Institute zu Prag, dann Mitglied der k. k. ökonomischen patriotischen Gesellschaft daselbst, zum k. k. Landesbaudirector in Böhmen zu ernennen geruht.“Intelligenzblatt Amtsänderungen Januar 1812. S. 552.
1813 wurde er zum Baudirektor und 1817 zum Inspektor der Baudirektion ernannt. 1819 erhielt er den Titel eines kaiserlichen Rats.
Die Ausbildung von Architekten und Bauherren in Wien und ihr Vergleich mit Prag. In: Tomas Korbel, Der berufliche und gesellschaftliche Aufstieg tschechischer Architekten und Bauherren im 19. Jahrhundert, Dissertation Karls-Universität. 2020. S. 77. (in tschechischer Sprache)
Werke (Auswahl) St. Gotthard-Kirche Der Neubau erfolgte im Mai 1801, der Originalplan ist nicht erhalten, wird Fischer zugeschrieben. 1809 traten Baumängel auf, Georg Fischer wurde mit der Begutachtung des Bauwerks beauftragt.Pfarrei St. Gotthard. Hybernia-Theater Das Gebäude war ursprünglich die Kirche der Unbefleckten Empfängnis Mariens des Klosters der irischen Franziskaner (Hybernians). Jiří Fischer leitete den Umbau des Gebäudes zwischen 1808 und 1811, er war für die Bauaufsicht zuständig. Prag St.-Wenzels-Seminar, Umbau Wiederaufbau des St.-Wenzels-Seminars in der Husova-Straße im klassizistischen Stil 1804 durch Jiří Fischer. Hier bekam er mit seiner Familie eine Dienstwohnung.St. Wenzelsseminar. In: Biografisches Wörterbuch der tschechischen Länder. Sommerpalast des Gouverneurs 1804/05cojeco. George Fischer.Der Prager Vitruv. Eingangstore zum Königlichen Jagdreservat (Stromovka) Jiří Fischer entwarf 1814 zwei Eingangstore im klassizistischen Stil entsprachen und den Zugang zur damals umgestalteten königlichen Parkanlage (Stromovka) markierten. Heiligkreuzkirche Prag Neustadt Die Dreifaltigkeitskirche in Prag, eine klassizistische Kirche, wurde von 1816 bis 1821 errichtet, Architekt war Jiří Fischer, der dem Klassizismus des Empire verpflichtet war. Der Bau wurde durch einen großzügigen Zuschuss von Kaiser Franz I. ermöglicht. Marienbad Von 1817 bis 1823 bauten die Architekten Georg Fischer und Anton Turner Kurgebäude.Marienbad. Die Stadt von Parkanlagen, Pavillons und Kolonnaden. Die Gründung von Karlín, Stadtteil von Prag Karlín, der erste Prager Vorort, dessen Erscheinungsbild maßgeblich von der industriellen Entwicklung geprägt wurde. Georg Fischer und Václav Skalník waren an der Stadtplanung beteiligt. Georg Fischer, der die Position des Baudirektors innehatte, unterzeichnete 1816.Gründung von Karlin. In: Karel Ďurža, Klassizismus in der tschechischen Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts. Diplomarbeit, Karls-Universität Prag 2017. S. 98 f.
Familienarchitekt des Grafen Chotek von Chotkov und Vojnín. Schloss Kačina Johann Rudolph Chotek von Chotkow ließ das Schloss ab 1802 und 1822 errichten. Der Plan des Dresdner Architekten Christian Friedrich Schuricht wurde den örtlichen Gegebenheiten von Georg Fischer angepasst, bis 1806 leitete er den Bau. 1807 führte sein Schüler und Mitarbeiter Johann Philipp JoendlJoendl, Johann Philipp. den Bau weiter. Gebäude im Schlosspark in Veltrusy für die Familie Chotek Baumeister Mathias Hummel errichtete mit dem Architekten Georg Fischer den Laudon-Pavillon, den Tempel der „Freunde der Landschaft und Gärten“ und den Maria-Theresien-Pavillon.Kamil Kristen Brzák – THERESIAE RTM. 2025.Persönlichkeiten, die Veltrusy geprägt haben, von Architekten bis zu Gärtnern. Georg Fischer.
Kleinseitner Friedhof in Prag Auf diesem Friedhof fanden Professoren der ehemals Königlichen böhmischen ständischen technischen Lehranstalt zu Prag, wie Jiří Fischer, Jiří Döbler und Jan Lieblein, und auch deren Familienangehörigen ihre letzte Ruhestätte.Gabriela Kalinová, Alena Lehnerová: Kleinseitner Friedhof. Deutsche Übersetzung. S. 42.
Literatur BLKÖ.Fischer, Georg
Georg Fischer. In: Karl Jelinek: Das Ständisch-Polytechnische Institut zu Prag: Programm zur fünfzigjährigen Erinnerungs-Feier an die Eröffnung des Institutes, 10. November 1856. Verlag J.G. Calve, 1856. S. 202 f. Fischer Jiří Architekt, Professor. In: Pavel Vlcek, Dušan Foltýn und Petr Sommer: Enzyklopädie der tschechischen Klöster. Prag 1997. ISBN 80-85983-17-6. S. 492, Hybernia Theater. Fischer, Georg (1768-1828) In: Biografisches Wörterbuch der tschechischen Länder. Server uni uhk. George Fischer. Fischer Georg In: Collegium CarolinumBLGBL. Věra Laštovičková, Architekt Bernhard Grueber Diplomarbeit, Prag 2008. S. 45. Katerina Pulcová, Die Familie Palliardi. Ignaz Alois Palliardi. Diplomarbeit, Prag 2022.S. 29, 52, Abb. 43. Stilreiner Klassizismus. Schloss Kačina In: Wilfried Rogasch, Schlösser und Gärten in Böhmen und Mähren. S. 236. Köln 2001. ISBN 3-8290-7224-4. Schnablova.net.Jiří Fischer
Weblinks Georg Fischer und Werkfoto Zollamt & Haus U hybernu im Bildindex der Kunst und Architektur, Marburg.
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt des Klassizismus Kategorie:Künstler (Wien) Kategorie:Person (Akademie der bildenden Künste Wien) Kategorie:Kaiserlicher Rat Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Architekt (Tschechien) Kategorie:Hochschullehrer (Deutsche Technische Hochschule Prag) Kategorie:Geboren 1768 Kategorie:Gestorben 1828 Kategorie:Mann