Tilman Matthias Schröder (* 10. Dezember 1956 in Waiblingen) ist ein deutscher evangelischer Theologe, Kirchenhistoriker und Hochschullehrer.

Leben Schröder studierte von 1976 bis 1983 Evangelische Theologie und Geschichte in Heidelberg und Tübingen. Nach der Ersten Kirchlichen Dienstprüfung promovierte er 1987 in Geschichte mit der von Volker Press betreuten Dissertation Reichsstädtisches Kirchenregiment in der frühen Neuzeit – Das Beispiel Esslingen, 1531–1802 in Tübingen. Die Arbeit wurde mit dem Dr. Fritz-Landenberger-Preis zur Förderung der Esslinger Stadtgeschichtsforschung ausgezeichnet.

Das anschließende Vikariat in Göppingen schloss Schröder mit der Zweiten Kirchlichen Dienstprüfung und der Ordination ab. Von 1993 bis 2022 war er Hochschulpfarrer in Stuttgart und zwischen 1994 und 2003 zugleich Lehrbeauftragter für Technikethik an der Universität Stuttgart. Seine Habilitation mit einer Arbeit über das Verhältnis von Naturwissenschaften und Protestantismus im Deutschen Kaiserreich erfolgte 2007 im Fach Kirchengeschichte an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

2012 wurde er zum außerplanmäßigen Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen ernannt.

Seine Forschungsschwerpunkte sind Reformationsgeschichte, Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts, Kirchen- und Theologiegeschichte des Ersten Weltkriegs sowie württembergische Kirchengeschichte.

Schriften (Auswahl)

Das Kirchenregiment der Reichststadt Esslingen. Grundlagen – Geschichte – Organisation (= Esslinger Studien Schriftenreihe Band 8). Stadtarchiv Esslingen am Neckar 1987, ISSN 0425-3086 (zugleich: Dissertationsschrift, Universität Tübingen 1987). Naturwissenschaften und Protestantismus im Deutschen Kaiserreich. Die Versammlungen der Gesellschaft Deutscher Naturwissenschaftler und Ärzte und ihre Bedeutung für die Evangelische Theologie (= Contubernium. Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte, Band 67). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-515-09222-7 (zugleich Habilitationsschrift, Universität Tübingen 2007). Der Messias der Lüfte – Graf Zeppelin und die Evangelische Theologie. In: Blätter für Württembergische Kirchengeschichte 98. Jahrgang 1998, S. 174–190. Aufklärung im Zwielicht – Die preußische Kirchen- und Religionspolitik unter König Friedrich Wilhelm II. (1786–1797). In: Jürgen Kampmann (Hrsg.): Preußische Union. Ursprünge, Wirkung und Ausgang. Einblicke in vier Jahrhunderte evangelischer Kirchen- und Konfessionsgeschichte (= Unio und Confessio 27). Luther-Verlag Bielefeld 2011, S. 19–44. Bekenntnis und Aufklärung – Die Kinder des Winterkönigs. In: Theologische Literaturzeitung 136. Jg. 2011, Sp. 595–610. Max Planck als religiöser Denker. In: Albrecht Beutel, Reinhard Rieger (Hrsg.): Religiöse Erfahrung und wissenschaftliche Theologie. Festschrift für Ulrich Köpf zum 70. Geburtstag. Mohr Siebeck Verlag Tübingen 2011, S. 429–448. Der Gott der Provinz. Die Württembergische Landeskirche im Ersten Weltkrieg. In: Michael Meyer-Blanck (Hrsg.): Geschichte und Gott (= Veröffentlichungen der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie, Band 44). Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2016, S. 575–591. „Deutsch und christlich wollen wir sein“ – Die Württembergische Landeskirche in der Auseinandersetzung um die nationale Frage 1866–1870. In: Wolfgang Mährle (Hrsg.): Württemberg und die deutsche Frage 1866–1870: Politik – Diskurs – Historiografie (= Geschichte Württembergs. Impulse der Forschung. Band 5). W. Kohlhammer Verlag Stuttgart 2019, S. 129–154.

Einzelnachweise

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