Die denkmalgeschützte Evangelische Kirche in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Dill im Hunsrück ist ein Kirchengebäude der evangelischen Kirchengemeinde Kirchberg-Kappel-Dill. Sie gehört damit zum Kirchenkreis Simmern-Trarbach der Evangelischen Landeskirche im Rheinland.
Lage mini|links|hochkant|Historisches Pfarrhaus Das Kirchengebäude befindet sich auf dem Gelände der Burgruine Dill inmitten der gleichnamigen Denkmalzone über dem historischen Ortskern der Gemeinde. Ehemals befand sich an dieser Stelle die Burgkapelle. In unmittelbarer Nähe steht das ebenfalls denkmalgeschützte Pfarrhaus an einem Hang.
Geschichte mini|Innenansicht Seit dem Bau der Burg Dill befand sich eine Andachtsstelle im Palas oder im Herrenhaus. Nach der Eroberung der Burg durch den Trierer Erzbischof und Kurfürsten Balduin von Luxemburg in der Schmidtburger Fehde und der Rückgabe der Burg an die Grafen von Sponheim im Jahr 1338, wurde in der Vorburg eine kleine, gotische Burgkapelle errichtet. Erstmals wurde sie 1378 urkundlich erwähnt. Ursprünglich wurden die Diller Bürger seelsorgerisch von Sohren aus betreut. Die Burgkapelle stand zunächst lediglich den Burgbewohnern offen. Im Zuge der Reformation wurde Dill nach 1557 lutherisch und stieg zur Pfarrei empor. In der Kirche in Sohren baute man eine eigene Kanzel für die Lutheraner aus Dill auf. Diese wurde im Jahr 1605 wieder demontiert und den Lutheranern der Zutritt zur Kirche verwehrt. Im Jahr 1655 kam Sohrschied als Filiale zur Diller Pfarrei.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war in der Kapelle nicht mehr ausreichend Platz für die Bürger beider Orte. Somit begann man im März 1701 mit dem Bau einer Kirche anstatt der Kapelle und verwendete hierfür große Teile des Baumaterials wieder. Am 18. September 1701 konnte die Kirche geweiht werden.
Zum 1. Januar 2024 hat sich die Kirchengemeinde Dill mit der Kirchengemeinde Kirchberg-Kappel zur Kirchengemeinde Kirchberg-Kappel-Dill zusammengeschlossen.
Beschreibung Es handelt sich bei dem Kirchengebäude um einen dreiseitig geschlossenen Saalbau mit Dachreiter im Stil des Barock. Das Maßwerkfenster hinter dem Altar stammt noch aus der gotischen Vorgängerkapelle. Die übrige Ausstattung stammt überwiegend aus der Erbauungszeit. Die Holzdecke des Schiffs ist tonnengewölbt und war ursprünglich ganz ausgemalt. Heute ist noch eine 1714 entstandene, großflächige Malerei des Hofmalers Johann Georg Engisch aus Kirn am Chorgewölbe erhalten, die die Verklärung Christi zeigt. Aus der Werkstatt Engischs stammen wohl auch die 16 Emporenbilder mit biblischen Darstellungen.
Orgel mini|Orgel auf der Empore Die heutige Orgel wurde in den 1960er Jahren von den Gebr. Oberlinger aus Windesheim mit mechanischen Trakturen gebaut. Sie verfügt über 7 Register auf einem Manual und Pedal. Ihre Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Ursprünglich befand sich das Instrument im Chorraum hinter einem Freipfeifenprospekt. Im Jahr 2001 wurde es von Rainer Müller in neuem, von ihm gebauten, Gehäuse auf die Empore versetzt. Die Disposition lautet:
I Hauptwerk C–f3 1. Principal 8′ 2. Gedackt 8′ 3. Oktave 4′ 4. Flöte 4′ 5. Principal 2′ 6. Mixtur IV Pedal C–d1 7. Subbaß 16′
Koppel: Pedalkoppel
Glocken Am 20. August 1942 mussten die Glocken der Kirche als „Metallspende des deutschen Volkes“ für den Zweiten Weltkrieg an die Reichsstelle für Metall in St. Goar abgeliefert werden. Im Juni 1949 erwarb man eine gebrauchte Bronzeglocke von 1893 aus Laufersweiler als Ersatz. 1950 konnte man eine zweite Bronzeglocke neu gießen lassen. Das Geläut lautet heute: Nr. Gussjahr Gießer, Gussort Masse(kg, ca.) Schlagton Inschrift 1 1893 Johann G. Pfeifer, Kaiserslautern 167 d1 „Fürchtet Gott – ehret den König.“ 2 1950 Glockengießerei Albert Junker, Brilon 350 H1 „Ehre sei Gott in der Höhe.“
Literatur
Weblinks
Webauftritt der Kirchengemeinde Geschichte der Kirche im Webauftritt der politischen Gemeinde
Einzelnachweise
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