Die Pflanzengattung Lemeltonia gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa sieben Arten sind in der Neotropis verbreitet.
Beschreibung mini|Herbarbeleg von Lemeltonia monadelpha
Vegetative Merkmale Lemeltonia-Arten sind immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanzen. Es sind meist Epiphyten, sie wachsen also meist auf Bäumen. Die Sprossachsen sind meist gestaucht. Sie brauchen viele Jahre bis zur Bildung ihres Blütenstandes.
Die dicht in Rosetten angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und -spreite gegliedert. Auf den Blattscheiden sind Saugschuppen vorhanden. Die einfachen, parallelnervigen, ganzrandigen, meist etwas xeromorphen Blattspreiten sind sehr schmal-dreieckig und mit Saugschuppen bedeckt.
Generative Merkmale In der Mitte der Blattrosetten befindet sich ein mehr oder weniger langer, meist aufrechter Blütenstandsschaft. Im immer grünen oder braunen, unverzweigten, ährigen Blütenstände befinden sich die ausgebreiteten Blüten locker zweireihig angeordnet. Die mehr oder weniger stark dachziegelartig überlappenden, auffälligen Tragblätter der Blütenstände sind lange haltbar. Meist sind die Blüten zweizeilig im Blütenstand angeordnet.
Die meist duftenden, zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei freien Kelchblätter sind symmetrisch. Die drei freien, meist weißen bis selten gelblichen Kronblätter sind an ihrer Basis zu einem Nagel verschmälert und die ausgebreitete Platte ist vergrößert. Die Kronblätter besitzen keine Schüppchen (Ligulae, Nektarschuppen). Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden; sie sind deutlich kürzer als die Kronblätter und überragen die Blütenkrone nicht. Die Staubfäden sind mindestens an ihrer Basis verwachsen, aber manchmal auf fast ihrer gesamten Länge; sie sind aber nicht mit den Kronblättern verwachsen. Die Staubbeutel sind subbasifix. Bei den sulcaten Pollenkörnern ist die Exine netzartig. Bei den dreilappigen Narben sind die Narbenlappen gefaltet. Drei Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die Samenanlagen sind keulenförmig und stumpf. Der Griffel ist kürzer als der Fruchtknoten und ist tief in der Blütenkrone versenkt. Die Narben sind coralliform.
Die Kapselfrüchte öffnen sich septizid. Die Samen haben nur am unteren Ende ein Anhängsel. Es ist ein kurzes zylindrisches Endostom vorhanden. Beim Embryo ist die Radicula mehr oder weniger separiert.
Systematik und Verbreitung Taxonomie Die Gattung Lemeltonia wurde 2016 durch Michael H. J. Barfuss und Walter Till in Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton J. C. Leme, Juan P. Pinzón, José M. Manzanares, Heidemarie Halbritter, Rosabelle Samuel und Gregory K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, S. 001–097. aufgestellt. Der Gattungsname Lemeltonia ehrt den Brasilianischen Bromelienexperten Elton M. C. Leme, der auch Mitautor der Revision war. Typusart ist Tillandsia dodsonii mit dem neuen Namen Lemeltonia dodsonii .
Innere Systematik Die Gattung Lemeltonia gehört zur Tribus Tillandsieae in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie der Bromeliaceae. Die Systematik der Unterfamilie Tillandsioideae ist wegen der Abgrenzungsproblematik der Gattungen und phylogenetischer Untersuchungen steten Veränderungen unterworfen. Bei Barfuss et al. 2016 wurde mit Multi-Lokus-DNA-Sequenz-Phylogenie (durch plastid DNA loci rpoB-trnC-petN, trnK-matK-trnK, ycf1 und Kern-DNA-Gen-PHYC) und neuer Auswertung der morphologischen Merkmale die natürlichen Verwandtschaften ermittelt. Der Umfang der bisherigen Gattungen wurde verändert und Arten in neue Gattungen verschoben. Diese Arten waren in der Gattung Tillandsia eingegliedert. Die am nächsten verwandten Gattungen von Lemeltonia sind Barfussia, Gregbrownia, Wallisia, Pseudalcantarea, Racinaea sowie Tillandsia s. str.
Arten und ihre Verbreitung Lemeltonia : Sie wurde 2016 aufgestellt. Von den etwa sieben Arten kommen die meisten Arten nur in Ecuador, eine auch in Peru vor, aber eine Art ist in der Neotropis weitverbreitet:mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstände mit Blüten von Lemeltonia dodsonii Lemeltonia acosta-solisii (Syn.: Tillandsia acosta-solisii ): Sie kommt in Ecuador vor. Lemeltonia cornuta (Syn.: Tillandsia cornuta ): Sie kommt in Ecuador vor. Lemeltonia dodsonii (Syn.: Tillandsia dodsonii ): Sie ist nur von der Typusaufsammlung in Ecuador bekannt. Lemeltonia monadelpha (Syn.: Tillandsia monadelpha ): Sie kommt von Zentralamerika bis Ecuador und im nördlichen Brasilien vor. Lemeltonia narthecioides (Syn.: Tillandsia narthecioides ): Sie kommt in Ecuador vor. Lemeltonia scaligera (Syn.: Tillandsia scaligera ): Sie kommt in Ecuador vor. Lemeltonia triglochinoides (Syn.: Tillandsia triglochinoides ): Sie kommt in Ecuador sowie Peru vor.
Quellen Literatur Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton J. C. Leme, Juan P. Pinzón, José M. Manzanares, Heidemarie Halbritter, Rosabelle Samuel, Gregory K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, 2016, S. 001–097. doi:10.11646/phytotaxa.279.1.1 PDF.
Einzelnachweise Eric J. Gouda, Derek Butcher, Leo Dijkgraaf: Encyclopaedia of Bromeliads. Version 5, 2023. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Lemeltonia (anschließend auf die Art klicken), zuletzt eingesehen am 5. Februar 2026 Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton J. C. Leme, Juan P. Pinzón, José M. Manzanares, Heidemarie Halbritter, Rosabelle Samuel, Gregory K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, 2016, S. 001–097. doi:10.11646/phytotaxa.279.1.1 PDF. Eric Gouda, Derek Butcher: The new Bromeliad Taxon list online. Datenblatt bei Bromeliads in Australia website.
Weblinks
C. C. Araújo, R. C. Tardivo, 2020: in Flora do Brasil des Jardim Botânico do Rio de Janeiro. Datenblatt Lemeltonia.
Kategorie:Bromeliengewächse Kategorie:Bromeliaceae