Bryum pallens (deutsch Blasses Birnmoos) ist ein Laubmoos aus der Familie Bryaceae. Ein häufiger vorkommendes Synonym ist Ptychostomum pallens (Sw.) J.R.Spence.
Merkmale Bryum pallens bildet lockere bis dichte, bis 4 Zentimeter hohe, blassgrüne bis oft weinrote Rasen. Die Pflanzen sind gleichmäßig oder etwas schopfig beblättert und unten rhizoidfilzig. Die Blätter sind eiförmig bis lanzettlich, zirka 1 bis 2,5 Millimeter lang, spitz oder kurz zugespitzt, trocken verbogen, feucht aufrecht abstehend. Der Blattgrund läuft nur schwach am Stämmchen herab. Die Blattränder sind bis weit hinauf zurückgebogen, ganzrandig, nur an der Spitze können sie gezähnelt sein. Die Blattrippe ist kräftig und endet in der Blattspitze oder tritt als kurze Spitze aus. Die Laminazellen sind in der Blattmitte sechseckig bis breit rhombisch, etwa 15 bis 25 Mikrometer breit und mäßig dickwandig. An den Blatträndern bilden 2 oder 3 Reihen von schmalen, längeren und dickwandigen Zellen einen deutlichen Saum, der oft zweizellschichtig ist.
Die Geschlechterverteilung ist diözisch. Sporenkapseln werden oft ausgebildet. Die rötliche Seta wird bis 4 Zentimeter lang und trägt die geneigte bis hängende, schmal birnenförmige Kapsel. Die äußeren Peristomzähne sind gelbbraun, die Lamellen haben keine Verbindungswände. Beim inneren Peristom sind lange Zilien ausgebildet, Anhängsel sind vorhanden oder seltener nur rudimentär. Die Sporen sind 15 bis 25 Mikrometer groß.
Es gibt Formen, die in den Blattachseln bräunliche, fadenförmige, einzellreihige Brutkörper ausbilden. Solche wurden in der Vergangenheit als Bryum rutilans Brid. geführt, werden jedoch heute oft zu Bryum pallens gestellt. Ob es sich bei diesen Formen um eine eigene Art handelt, ist ungeklärt.
Standortansprüche und Verbreitung Die Art ist kalkliebend und wächst an feuchten bis nassen, lichtreichen bis halbschattigen Stellen an Karbonat- und kalkhaltigen Silikatfelsen, an Kalkblöcken, auf Erde und Sand, in skelettreichen Pionierfluren, auf schottrigen Alluvionen an Fließgewässern, in alpinen Rasen, Zwergstrauchheiden und Kalk-Schneeböden.
In Deutschland ist sie von den Küstengebieten bis in die Alpen verbreitet, in den Gebirgen häufig und in der Ebene seltener. Ebenso in Österreich, wo sie in den Alpen meist verbreitet vorkommt und bis in Höhen um 3000 Meter hinaufsteigt; in den anderen Gebieten ist sie weniger häufig.
Weltweit ist die Art über große Teile der Nordhalbkugel verbreitet und darüber hinaus im tropischen Afrika und in Südamerika.
Literatur Martin Nebel, Georg Philippi (Hrsg.): Die Moose Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil, (Bryophytina II, Schistostegales bis Hypnobryales). Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3530-2. Berg, C., Köckinger, H., Kropik, M., Pöltl, M., Schröck, C. & Zechmeister, H. G. [Hrsg.] 2025. Moosflora von Österreich, Band 2. Verlag des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, Klagenfurt am Wörthersee. ISBN 978-3-85328-108-6.
Weblinks
Kategorie:Bryum Kategorie:Birnmoose