Der Taler (Mitte des 13. Jh.) ist ein im Codex Manesse überlieferter Minnesänger. Da er vermutlich in der heutigen Schweiz gewirkt hat, wurde er der Gruppe der Schweizer Minnesänger zugeordnet.

Leben und historische Einordnung mini|Der Taler: Miniatur aus dem Codex Manesse Der Taler wird mehrheitlich mit einem Hofsänger der staufischen Herzöge oder der St. Galler Fürstäbte identifiziert, obwohl belastbare Belege fehlen. Zu diesen möglichen Kandidaten zählen unter anderem ein Littold von Tale (um 1255/1265) aus dem Gebiet von Rheineck/CH sowie ein Konrad II (urkundlich 1267/68) aus dem Raum St. Gallen. An dieser Lesung werden jedoch seit geraumer Zeit Zweifel geäussert, nicht zuletzt, weil das im Codex Manesse überlieferte Wappen keiner der genannten Familien zugewiesen werden kann.

Demgegenüber liegen Hinweise vor, die auf einen anderen Taler deuten, nämlich auf den Ritter Rudolfus de Thale, einen Dienstmann der Regensberger. Zu diesen Hinweisen gehört ein urkundlicher Beleg vom 15. Februar 1244, der sowohl in chronologischer als auch in politisch-sozialer Hinsicht gut in den Rahmen passt. Dieser Rudolf von Thal benannte sich nach einem Weiler zwischen den Gemeinden Fisibach/AG und Bachs/ZH, nahe bei Regensberg, in einem vom Fisibach durchflossenen Tal.

Dichtung und Werk Vom Taler sind 3 Lieder und ein Leich überliefert, und zwar ausschliesslich im Codex Manesse. Das Lied "Sumer zieret heide unde anger unde den walt" ist sowohl im Codex Manesse auch bei Ulrich von Winterstetten zu finden, allerdings in leicht veränderter Form.

Einzelnachweise

Kategorie:Minnesang Kategorie:Geboren im 13. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 13. oder 14. Jahrhundert Kategorie:Mann