mini|Herderplatz 7 Das Haus Herderplatz 7 ist ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in der Weimarer Altstadt.
Geschichte Zur Zeit seiner Erbauung hieß der Herderplatz entweder Töpfenmarkt oder Holzmarkt.Hannelore Henze, Ilse-Sibylle Stapff: Streifzüge durch das alte Weimar. Weimar 2004, S. 38.Rainer Wagner, Gitta Günther: Weimar – Straßennamen, Rhino-Verlag, Ilmenau 2012, S. 75. Diese Seite vom Eisfeld war einmal die Behrensgasse.Rainer Wagner, Gitta Günther: Weimar – Straßennamen, Rhino-Verlag, Ilmenau 2012, S. 55. Das zweigeschossige Gebäude mit ziegelgedecktem Mansarddach steht nur wenige Meter westlich der St. Peter und Paul gilt in Gestalt und Dimension beispielhaft für die Wohnbebauung am heutigen Herderplatz. Es vereint zwei Fachwerkteile, welche beide auf einer gemeinsamen Sockelmauer stehen. Dabei entstanden sie zu unterschiedlichen Zeiten. Der ältere südliche Teil ist laut dendrochronologischer Untersuchung um 1530 errichtet worden. Er steht auf einem halbrunden Tonnengewölbe aus gemauertem Bruchstein und hatte seinen Giebel vermutlich platzseitig. Der nördlich angrenzende Hausteil ist aus der Zeit um 1555 laut Dendrochronologie war traufständig. In seiner Südostecke befindet sich eine Holzstube aus Hölzern, die 1552 gefällt und halbiert wurden. Diese wird durch eine Umgebindekonstruktion statisch entlastet. Das Mansarddach wurde 1719/20 (dendrochronologisch datiert) unter Verwendung zahlreicher Hölzer einer Vorgängerkonstruktion errichtet. Zwerchhaus und Dachgauben ergänzen das Dachgeschoss. Ein altertümliches Detail des Dachwerkes sind die noch geblattenen Kopfbänder. Bei den Umbauten im 18. und 19. Jahrhundert (um 1850) entstand die paarweise Anordnung der Fenster im Obergeschoss, die nur zum Teil auf die Situation mit dem Erdgeschoss eingeht. Der Hauseingang mit zweiflügeligen Türblatt aus dem späten 19. Jahrhundert befindet sich an der rechten Achse. Die Ausstattung wurde 1958 und in den 1970er Jahren modernisiert. Von älteren Bau- und Umbauphasen erhalten sind die erwähnte Holzstube, Teile der barocken mehrläufigen Treppenanlage mit Brettbalustern, Füllungstüren aus dem 18. und 19. Jahrhundert und, im rückwärtigen Teil, das Fragment einer Schwarzen Küche deren Lage anhand der Mauerzüge und der abgeschrägten Wandvorlagen erkennbar ist. An der Hofseite blieb ein Laubengang auf Holzstützen erhalten, der heute verglast ist. Der Hofraum ist mit Kalkstein gepflastert und wird von einem 1851 errichteten Nebengebäude begrenzt.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 393.
Einzelnachweise
Kategorie:Wohngebäude in Weimar Kategorie:Kulturdenkmal in Weimar