mini|Postkarte von 1904 Das ehemalige St. Joseph-Hospital, Wiener Straße 1 und Bogenstraße, in Bremerhaven-Mitte, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Seit 2024 wird es als AMEOS Ambulantes Klinikum und als Pflegehotel betrieben.

Das Gebäude steht seit 2024 unter bremischem Denkmalschutz.

Geschichte Eine kleine Krankenstation mit anfangs sechs Betten und später vier katholischen Franziskanerinnen in einem Haus in der Jacobstraße 30 (heute Rigaer Straße) bestand in Bremerhaven seit 1877. Obwohl dort die Versorgungskapazitäten stetig erweitert wurden, war bald ein Neubau notwendig. Der Bremer Staat kaufte für einen Neubau einen Bauplatz im Erweiterungsgebiet von Alt-Bremerhaven an der damaligen Wilhelmstraße, an der Grenze zur Gemeinde Lehe.

Das viergeschossige, verklinkerte historisierende Gebäude als große Dreiflügelanlage mit Walm- und Satteldach wurde 1902 nach Plänen von Heinrich Flügel, Leiter der Hochbauinspektion Bremen, als erstes katholisches Krankenhaus in Bremerhaven im Auftrag des 1901 gegründeten Vereins St. Joseph-Hospital gebaut. Wie viele Krankenhäuser dieser Zeit, wurden große, nach Süden ausgerichtete Loggien angeordnet, auf denen die Patienten an frischer Luft besser genesen sollten. Das Hospital war für 200 Betten ausgelegt. Die Versorgung übernahmen insgesamt 42 Schwestern. Spezielle Funktionseinheiten wie etwa die Wäscherei, ein eigenes Elektrizitätswerk, die Leichenhalle und Stallungen für Nutztiere waren in separaten Gebäuden untergebracht, die heute nicht mehr bestehen.

Flügel hatte bereits 1881 St. Joseph-Stift Bremen geplant. Er gestaltete auch dieses Krankenhaus im neogotischen Stil in einer heute vereinfachten Form. Die Straßenfassaden wurden mit einem um drei Achsen hervortretenden Mittelrisalit und zwei kürzeren Seitenrisaliten gegliedert. Auf den Satteldächern waren teils zweireihig kleinere Giebelgauben angeordnet. Über der Vierung des Mittelrisalits war früher ein hoher Dachreiter. Bei der Gestaltung wurden gelbe Klinker im Zahnmuster angeordnet, als Rahmen für die rund- und flachbogigen Fenster, als Eckbetonungen und als umlaufende Gesimse sowie als Kontrast zum vorherrschenden roten bzw. braunen Klinker.

Die Hospitalkapelle wurde im Ostflügel über zwei Etagen eingefügt mit einem Chorabschluss. Der einschiffige Innenraum erhielt profilierte Kreuzgewölbe. Die Spitzbögen der gerahmten Öffnung zur Apsis zeigen drei im Original erhaltene Buntglasfenster.

Das Dachgeschoss mit einer Liegehalle wurde 1933 umgebaut. 1950 erfolgte die Sanierung und vereinfachende Rekonstruktion der Kriegsschäden. Ab 1956 hat es zahlreiche An- und Erweiterungsbauten gegeben, ohne größere Veränderungen beim Altbau. 1983 wurde ein Funktionstrakt mit Operationssälen, zwei Intensivstationen und die Ambulanz gebaut, 1988 die Schmerzstation, 1991 die Palliativstation, 1994 die nuklearmedizinische Station und 1995 der Fachbereich für Plastische Chirurgie. 2006 übernahm die St. Franziskus Stiftung das Hospital, 2013 folgte die Fusion mit der DRK-Klinik Am Bürgerpark. Seit 2014 wird das Krankenhaus von dem Schweizer Unternehmen Ameos betrieben, das 2015 auch das 1958 gebaute Klinikum Am Bürgerpark Bremerhaven übernahm.AMEOS Klinikum Bremerhaven Im Mai 2024 erfolgte dann eine Neustrukturierung der Ameos-Standorte in Bremerhaven, und seitdem ist das Haus spezialisiert auf ambulante Operationen und heißt nun AMEOS Ambulantes Klinikum Bremerhaven.Nordseezeitung vom 23. April 2024: Was passiert im Ameos-Gebäude?; vom 17. Juni 2024: Ameos: Ambulante Physiotherapie befindet sich nun am neuen Standort; vom 11. Okt. 2024: Sarkoidose-Gesprächskreis; vom 29. Oktober 2024: Praxis für Anästhesie zieht in Ambulantes Klinikum.

Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „… Da das Krankenhausgebäude in seiner Kubatur und in seiner inneren Grundrissaufteilung mit den langen Fluren weitgehend authentisch überliefert ist, legt es Zeugnis von der seit dem frühen 20. Jahrhundert bevorzugten mehrgeschossigen Korridorbauweise im Krankenhausbau ab.“

Einzelnachweise

Kategorie:Krankenhaus in der Freien Hansestadt Bremen Kategorie:Kulturdenkmal in Bremerhaven Kategorie:Bauwerk des Historismus in Bremerhaven Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Bremerhaven Kategorie:Erbaut in den 1900er Jahren Kategorie:Josef von Nazaret als Namensgeber