mini|José Domínguez Bécquer: La cigarrera y el torero (1838). Museo Carmen Thyssen Málaga

José Domínguez Bécquer (* 1805 in Sevilla; † 28. Januar 1841 ebenda) war ein spanischer Maler, Zeichner und Illustrator. Er gilt als Hauptvertreter der romantischen Genremalerei des Costumbrismo im Sevilla des frühen 19. Jahrhunderts.

Leben José Domínguez Bécquer wurde 1805 in Sevilla geboren. Er studierte an der Escuela de Bellas Artes in Sevilla und war bereits im Alter von etwa zwanzig Jahren als freier Maler tätig. In den frühen 1830er Jahren war er noch als Schüler an der Sevillaner Kunstschule eingeschrieben. Er stand in engem persönlichen und künstlerischen Austausch mit dem Maler Antonio María Esquivel.

Domínguez Bécquer war als Professor für Zeichnen und Malerei am Colegio Sevillano tätig. Zudem gehörte er zu den Mitbegründern des Liceo Artístico de Sevilla und nahm regelmäßig an dessen Ausstellungen teil. Trotz seiner kurzen Schaffenszeit nahm er eine zentrale Stellung innerhalb der Sevillaner Kunstszene ein. Um der steigenden Nachfrage nach seinen Werken gerecht zu werden, arbeitete er zeitweise mit zwei Mitarbeitern zusammen. Ein großer Teil seiner Gemälde wurde über einen Kunsthändler in Cádiz nach England verkauft, sodass nur wenige Werke in spanischen Sammlungen verblieben. Er starb am 28. Januar 1841 in Sevilla.

Werk mini|José Domínguez Bécquer: The Giralda (1836). Museo Carmen Thyssen Málaga Das Werk von José Domínguez Bécquer besteht vorwiegend aus kleinformatigen Gemälden, die Szenen aus dem volkstümlichen Leben Sevillas und seiner Umgebung zeigen. Dazu zählen Darstellungen von Märkten, Volksfesten, Tänzen, Wirtshausszenen sowie Straßenbilder mit charakteristischem städtischem Hintergrund. Daneben schuf er Kircheninterieurs, die Messen, Taufen und Predigten zeigen. Typisch für seine Kompositionen ist die Beschränkung auf wenige Figuren, die als repräsentative Charaktere ihres jeweiligen sozialen Milieus erscheinen. Oft zeigt er einfache Menschen bei alltäglichen Verrichtungen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen El zapatero en el portal (1839), Ciego de la copla und Escena con majos en la calle.

Besondere Bedeutung kommt seiner zeichnerischen Fähigkeit zu, die sich durch Genauigkeit und Sorgfalt auszeichnet, ohne manieriert zu wirken. Auf dieser Grundlage war er auch als Porträtist gefragt und schuf psychologisch differenzierte Bildnisse, darunter Porträts von Manuel Moreno López und Francisco Williams Galindo. Neben der Malerei fertigte Domínguez Bécquer auch Vorlagen für Kupferstiche und Lithografien an, die zur Illustration von Alben wie La España Artística verwendet wurden. So fand sein Werk eine weite Verbreitung. Historien- und religiöse Malerei spielten in seinem Œuvre hingegen eine untergeordnete Rolle.

Literatur Allgemeines Künstlerlexikon. Internationale Künstlerdatenbank. Herausgegeben von Andreas Beyer, Bénédicte Savoy und Wolf Tegethoff, De Gruyter, Berlin, 2009. Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 2: Bedeschini – Bülow. Paris, 2006. Lucien Stephan. Jacques Kerchache, Jean-Louis Paudrat:  Summa Artis. Historia general del arte, Band XXXII, Espasa-Calpe, Madrid, 1998.

Weblinks

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Einzelnachweise

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