mini|Karl Müller Karl Müller (* 3. Februar 1842 in Gießen; † 14. März 1911Todesanzeige in der Freiburger Zeitung, 14. März 1911Todesfall in der Freiburger Zeitung, 15. März 1911 in Freiburg im Breisgau) war ein Diplomingenieur, der vor allem durch den Bau von Zahnradbahnen bekannt wurde.
Leben Karl Müller war Sohn des Mathematikers und Physikers Johann Heinrich Jacob Müller (1809–1875) und Enkel des Kupferstechers und Galeriedirektors in Darmstadt. Er war mit Emma Ziegler (1849–1911) verheiratet. Dieser Ehe entstammten 5 Kinder – Erich, Edith, Wolf-Johannes (Universitätsprofessor für Anorganische Chemie Basel und Wien), Dora und Werner (Oberstaatsanwalt/Freiburg).
Seine Jugend verbrachte er in Freiburg. Nach erfolgreichem Studium am dem Polytechnikum in Karlsruhe (Abschluss 1866) widmete er sich dem Bahnbau und verbrachte einige Praxisjahre in Württemberg. Als Sektionschef bei der Petersbergbahn/Siebengebirge und später bei der Theißbahn / Ungarn hatte er Gelegenheit die verschiedenen Schwierigkeiten auf dem Gebiete des Bahnbaus überwinden zu lernen und größere Tunnel- und Brückenbauten auszuführen.
Seine nächste Stellung führte ihn in die Schweiz, wo er die Strecke der Schweizerischen Centralbahn ´Olten – Solothurn – Lyss´ federführend plante und erbaute. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit theoretischen Studien über die Anwendung des Zahnradsystems bei Bergbahnen - dem Riggenbachsystem, benannt nach Niklaus Riggenbach (1817–1899), dem Chef der Hauptwerkstätte Olten und Erfinder der Zahnradbahn - die er in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlichte. Er fasste sie im Buch „Die Locomotiven für Bahnen minderer Ordnung oder starker Steigung mit besonderer Berücksichtigung der Zahnradlocomotiven : ein Hülfsbuch für Studierende und Eisenbahningenieure“ zusammen.
Dieses System setzte er in die Praxis bei der Projektierung der Höllentalbahn (Schwarzwald) um, da eine reine Adhäsionsbahn zu kostspielig erschien und das Projekt zu scheitern drohte. Das brachte ihm den Namen „Zahnradmüller“ ein. Sie wurde dann mit leichten baulichen Adaptierungen fertiggestellt und am 24. Mai 1887 durch Großherzog Friedrich I. eröffnet. Bei diesem Anlass wurde Karl Müller das „Ritterkreuz I. Kl des Ordens vom Zähringer Löwen“ für seine Verdienste verliehen. Auch die 1888 eröffnete Turmbergbahn in Karlsruhe wurde von Müller projektiert.Karlsruher Hausberg: Mit der Turmbergbahn hoch hinaus auf www.rheinpfalz.de, 9. Oktober 2019
Müller war als Zivilingenieur auch beim Bau verschiedener Lokalbahnen federführend tätig, ebenso bei der Ausarbeitung von Wasserkraftprojekten. Die „Bogen-Brücke aus Stampfbeton über die Murg“ bei Weisenbach / Baden-Württemberg mit einer Spannweite von 40 m – die erste dieser Art in Europa - wurde nach Karl Müllers Entwürfen 1885 erbaut. Ein Modell davon wurde 1887 bei der Gewerbeausstellung in Freiburg gezeigtOffizieller Katalog der oberrheinischen Gewerbeausstellung in Freiburg i. B, S. 110 und mit dem Goldenen Diplom ausgezeichnet. Daraufhin wurde es im Deutschen Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik in München ausgestellt.
Veröffentlichungen Die Locomotiven für Bahnen minderer Ordnung oder starker Steigung mit besonderer Berücksichtigung der Zahnradlocomotiven: ein Hülfsbuch für Studierende und Eisenbahningenieure, Verlag Theodor Ackermann, München 1880
Einzelnachweise
Kategorie:Geboren 1842 Kategorie:Gestorben 1911 Kategorie:Mann Kategorie:Ingenieur Kategorie:Person (Zahnradbahn)