Horst Pfotenhauer (* 29. Mai 1886 in Frankenberg/Sa.; † nach dem 6. August 1948 in Bernsdorf) war ein deutscher Unternehmer.

Leben und Wirken mini|hochkant|Patentzeichnung von Horst Pfotenhauer, veröffentlicht vom ungarischen Patentamt 1920 mini|hochkant|Ehemalige Strumpffabrik in Bernsdorf

Horst Pfotenhauer wurde am 29. Mai 1886 im Königreich Sachsen in der Stadt Frankenberg geboren. Er war ein Sohn des Kaufmanns und Fabrikanten Karl Anton Pfotenhauer (1858–1931) und dessen Ehefrau Alma (geb. Landschreiber, 1862–1939).Standesamt Frankenberg, Geburtsregister-Eintrag Nr. 178/1886 vom 1. Juni 1886; eingesehen auf ancestry.de am 6. Februar 2026.Standesamt Frankenberg, Heiratsregister-Eintrag Nr. 26 vom 27. April 1912; eingesehen auf ancestry.de am 6. Februar 2026. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Frankenberg und der Handelshochschule in Leipzig machte er eine fachliche Ausbildung für Wirkerei und Strickerei in einer Strumpfwirkerei. Pfotenhauer stieg rasch in leitende Funktionen auf. 1918 meldete er zwei Patente zur Strickwarenherstellung an. Ab 1920 war er unter anderem Vorsitzender des Aufsichtsrates der C. A. Roscher Nachf. Aktiengesellschaft in Markersdorf und gehörte ab 1922 dem Aufsichtsrat der Sonnabend Co. AG in Gunnersdorf an. Bis 1928 war er Generaldirektor der E. R. Häberle AG in Wittgensdorf bei Chemnitz.

Mit anderen Großindustriellen gründete er 1927 den Golf- und Land-Club Chemnitz.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Pfotenhauer Vorstand und prägende Figur der NOWA Strumpffabrik AG in Bernsdorf im Erzgebirge und war in zahlreichen Aufsichtsräten und als Vorstand etlicher sächsischer und nationaler Fachverbände aktiv. Der Neubau des von ihm 1927 initiierten Fabrikgebäudes steht als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz. 1941 wurde Pfotenhauer Besitzer der NOWA Strumpffabrik.

Nach Kriegsende wurde Pfotenhauer im Juli 1947 vom damaligen sächsischen Wirtschaftsminister Fritz Selbmann zum Leiter der Abteilung „Leichtindustrie“ im Wirtschaftsministerium ernannt.Falco Werkentin: Die politische Instrumentalisierung der Todesstrafe in der SBZ/DDR – Darstellung der justitiellen Praxis in der SBZ/DDR und Bilanz der Rehabilitierung von Verurteilten und deren Angehörigen in der Zeit nach 1990. In: Deutscher Bundestag (Hrsg.): Materialien der Enquete-Kommission Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit (13. Wahlperiode des Deutschen Bundestages), Bd. II/1, Baden-Baden 1999, S. 125 (Digitalisat) Ein Jahr später, im Juli 1948, veranlassten die von der sowjetischen Militäradministration eingesetzten Kontrollorgane den sogenannten „Textilschieberprozess von Glauchau-Meerane“ zur Aufdeckung angeblicher Materialschiebereien. Der Prozess führte zur Enteignung und langjährigen Inhaftierung der beteiligten Unternehmer. Am 6. August 1948 wurde auch Horst Pfotenhauer von Mitarbeitern der Zentralen Kontrollkommission (ZKK) verhaftet. Während der Vernehmung kam es zu Misshandlungen. Einen ersten Suizidversuch überlebte er. Auf Druck von Fritz Selbmann nach einiger Zeit entlassen, wählte Horst Pfotenhauer den Freitod. Sein Tod ist im Sterberegister des Standesamtes Bernsdorf unter der Nr. 27/1948 vermerkt.gemäß Randvermerk im Geburtsregister: Sterberegister Bernsdorf, Nr. 27/1948.

Auszeichnungen Ehrensenator der Universität LeipzigPersonal-Verzeichnis der Universität Leipzig 1928/1929, S. 3, Digitalisat:

Literatur (Auswahl) Eintrag „Pfotenhauer Horst“. In: Georg Wenzel: Deutscher Wirtschaftsführer, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1929, S. 1701 (Digitalisat)

Weblinks Website zur NOWA Strumpffabrik mit Bezug zu Pfotenhauer. Beschreibung und zeichnerische Darstellung eines Patents von Pfotenhauer in einer Veröffentlichung des ungarischen Patentamts aus dem Jahr 1920 (ungarisch, 3 Seiten)

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmer (Sachsen) Kategorie:Ehrensenator der Universität Leipzig Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1948 Kategorie:Mann