Live at Birdland New York ist ein Musikalbum von Richie Beirach und Gregor Hübner mit Randy Brecker, George Mraz und Billy Hart. Die am 25. und 26. August 2012 im New Yorker Jazzclub Birdland entstandenen Aufnahmen erschienen am 28. April 2017 auf ACT.

Hintergrund „Around Bartók Bagatelle #4“ stammt aus Beirachs und Huebners zu dieser Zeit stattfindenden Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Version dessen, was früher „Third Stream“ genannt wurde – der Verschmelzung von Jazz und klassischer Musik, merkt Peter Bacon an. „Siciliana“ ist Beirachs und Hübners Bearbeitung eines Stücks von Johann Sebastian Bach. „Elm“ ist das Titelstück von Beirachs Trioalbum mit George Mraz und Jack DeJohnette von 1979.

Titelliste Richie Beirach & Gregor Hübner: Live at Birdland New York (ACT 9839-2) You Don’t Know What Love Is (Gene de Paul) 10:18 Around Bartók Bagatelle #4 (Gregor Hübner, Richard Beirach) 11:18 Siciliana (Bach, Arr. Hübner, Beirach) 10:27 African Heartbeat (Gregor Hübner) 13:26 Elm (Richard Beirach) 18:40 Transition (John Coltrane) 13:32

Rezeption Nach Ansicht von Peter Bacon (Jazzwise) werde der Opener „You Don't Know What Love Is“ etwas verwirrend in einem rasanten Tempo mit lateinamerikanischem Einschlag gespielt. Live at Birdland New York würde erst interessant werden, als sich in der Béla-Bartók-Bearbeitung „Around Bartók Bagatelle #4“ plötzlich alle Konventionen auflösen, die „You Don't Know What Love is“ etwas abgedroschen klingen ließen, und eine viel interaktivere und offenere Art der Zusammenarbeit an ihre Stelle trete.

Das Trio harmoniere hervorragend: Mraz würde mit seinem Walking Bass genau die richtigen Töne treffen, um Beirachs Solo zu ergänzen, Hart gestalte den Rhythmus dynamisch und setze mit Snare-Fills Akzente, so Peter Bacon weiter. Brecker würde enthusiastisch einsteigen, und Hübner eine kühle, impressionistische Coda hinzufügen. In „Siciliana“ biete Harts Beckenspiel und Mraz’ Bass den perfekten Rahmen für das virtuose Zusammenspiel von Violine und Klavier; Beirachs Wechsel von klassischer Exposition zu mitreißendem Jazz-Solo und zurück seien Momente, die staunende Begeisterung hervorrufen würden. Hübners eher unspektakuläres „African Heartbeat“, Beirachs gefühlvolles „Elm“ und eine temporeiche Version von John Coltranes „Transition“ würden ein größtenteils gelungenes, wenn auch vielleicht etwas zu langes Album abrunden.

Beirach sei auf Live at Birdland New York beeindruckend, meinte Lynn René Bayley in The Art Music Lounge. Der Pianist klinge so vertieft in sein Spiel, als spiele er im Stehen, ganz im Stil von Jerry Lee Lewis. Sein Solo im Eröffnungsstück „You Don’t Know What Love Is“ erinnere in seiner überschäumenden Spielfreude und Virtuosität fast an Dorothy Donegan. Doch auch die übrigen Bandmitglieder seien alles andere als Faulpelze. Trompeter Randy Brecker präsentiere sich hier ebenfalls in Bestform und spiele den Eröffnungschorus so mitreißend, dass Beirach sich fast auf die Zehenspitzen stellen musste, um nicht unterzugehen. Mit ihrem feinen Gehör und ihrer klassischen Ausbildung seien Beirach und Huebner die perfekte Besetzung, um die klassischen Stücke von Béla Bartók und Johann Sebastian Bach jazzig zu interpretieren. „Elm“ beginne ruhig mit Beirachs Klavierspiel, bevor es in einen sanft dahinfließenden Rhythmus übergeht. Brecker brilliere erneut, Huebner sei entspannt und fantasievoll. Doch das Tempo entschleunige noch weiter, und es würde sehr still für Beirachs zweiten, längeren Einsatz in diesem Stück. „Das ist mit Abstand eines der großartigsten neuen Jazzalben, die ich seit Langem gehört habe. Es ist von Anfang bis Ende mitreißend und einfach fantastisch.“

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Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2017 Kategorie:Livealbum Kategorie:Richie Beirach