mini|Charles H. Davis. (Foto, Beschriftung: ) Charles Harold Davis (* 7. Januar 1856 in Amesbury, Massachusetts; † 5. August 1933 in Mystic, Connecticut) war ein US-amerikanischer Landschaftsmaler.

Leben Charles Harold Davis entschied sich im Jahr 1874, inspiriert durch eine Ausstellung von Gemälden der Schule von Barbizon im Boston Athenaeum – darunter Werke von Jean-François Millet –, für eine künstlerische Laufbahn. Von 1877 bis 1880 studierte er an der School of the Museum of Fine Arts in Boston bei Emil Otto Grundmann. Ab 1880 setzte er seine Ausbildung in Paris an der Académie Julian bei Jules Joseph Lefebvre und Gustave Boulanger fort. Bald wandte er sich jedoch von der akademischen Ausbildung ab und der Freilichtmalerei zu. Während seines fast zehnjährigen Aufenthalts in Frankreich widmete er sich vorwiegend der Darstellung von Landschaften der Regionen Fontainebleau und Normandie. Er ließ sich in Fleury bei Barbizon nieder und stellte ab 1881 regelmäßig im Pariser Salon aus. Zudem war er auf internationalen Ausstellungen vertreten, darunter auf der Pariser Weltausstellung. 1887 erhielt er im Salon eine ehrenvolle Erwähnung und wurde 1883 zum Chevalier der Légion d’honneur ernannt. Parallel dazu stellte er Werke in den Vereinigten Staaten aus, insbesondere in New York und Boston.

1890 kehrte Davis in die USA zurück. Nach einer kurzen Orientierungsphase ließ er sich ab etwa 1892 dauerhaft in Mystic, Connecticut, nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Er war Mitglied der Society of American Artists und wurde 1903 in die National Academy of Design aufgenommen. 1913 gehörte er zu den Mitbegründern der Mystic Art Association und war eine zentrale Figur der sich dort entwickelnden Künstlerkolonie. Im Verlauf seiner Karriere nahm er an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen teil und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter Medaillen auf Weltausstellungen. Seine Werke wurden zu Lebzeiten in Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem in New York und Boston.

Werk Davis gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Landschaftsmaler. Seine gefühlsbetonte, impressionistisch geprägte Auffassung macht ihn zu einem wichtigen Vertreter seiner Zeit. Seine frühen Werke mit gedämpftem Kolorit und träumerischer Stimmung sind der Schule von Barbizon zuzuordnen. In den 1880er- und frühen 1890er-Jahren war er eng mit dem amerikanischen Tonalismus verbunden. Die Gemälde dieser Phase sind häufig auf einen dominierenden Farbton aufgebaut und zeigen flache, einsame Landschaften, die eher seelische Stimmungen als konkrete Orte vermitteln sollen. Ein Beispiel ist die 1886 entstandene Serie Evening mit der Silhouette eines einzelnen, massiven Baumes vor einem Abendhimmel.

Nach seiner Rückkehr in die USA wurde seine Malweise lebendiger und kraftvoller. Um 1895 wandelte sich sein Stil grundlegend: Die Palette wurde heller, der Pinselstrich breiter und der Himmel gewann in seinen Landschaften an Bedeutung. Seine differenzierten Darstellungen von Wolken unter verschiedenen Wetterbedingungen stehen in Beziehung zu den Wolkenstudien von John Constable.

Werke von Davis befinden sich unter anderem folgenden Museen: Pennsylvania Academy of the Fine Arts, Philadelphia, PA; Corcoran Gallery of Art, Washington, D.C.; Metropolitan Museum of Art, New York, NY; Art Institute of Chicago, Chicago, IL; Wadsworth Atheneum, Hartford, CT; Boston Museum of Fine Arts, Boston, MA; Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, PA; Butler Institute of American Art, Youngstown, OH; Bruce Museum, Greenwich, CT; New Britain Museum of American Art, New Britain, CT; Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles, CA.

Werke (Auswahl)

1887: The Last Rays (Sumpfgebiet in Fleury-en-Bière) Close of Day und Twilight (Chicago Art Institute) Deepening Shadows (Corcoran Gallery, Washington) um 1890: Edge of the Forest, Twilight (Smithsonian American Art Museum) Evening und August (Metropolitan Museum, New York) Landscape (Boston Museum) Late Afternoon (Union League Club, New York) Moonrise at Twilight (Carnegie Institute, Pittsburgh) Summer (National Gallery, Washington) The Brook (Philadelphia Academy) um 1903: The Oak (New Britain Museum of American Art) 1911/1912: Full-Tide of Autumn (Rhode Island School of Design Museum)

Familie Davis war zweimal verheiratet und hatte zwei Kinder. Während seines Aufenthalts in Fleury heiratete er 1884 die Französin Angèle Geneviève Legarde (1866 – 21. Juli 1897). Angela G. Davis (Lebensdaten unbekannt) Robert J. Davis (Lebensdaten unbekannt) Am 17. April 1900 heiratete er seine Schülerin Francis oder Frances Thomas (Frances Thomas Darby; * 9. August 1871), die bis 1901 als Malerin aktiv war.Davis, Francis Thomas (Mrs. Charles H.). In: Peter Hastings Falk: Who Was who in American Art 1564–1975: 400 Years of Artists in America. Band 1: A–F. Sound View Press, Madison 1999, ISBN 0-932087-55-8, S. 840 (englisch, ).

Literatur

Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. Gründ, Paris 1976. Davis, Charles H(arold). In: Peter Hastings Falk: Who Was who in American Art 1564–1975: 400 Years of Artists in America. Band 1: A–F. Sound View Press, Madison 1999, ISBN 0-932087-55-8, S. 838 (englisch, ). Davis, Charles Harold. In: Who Was Who in America. S. 299 (englisch, ). Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006.

Weblinks

The Cooley Gallery Smithsonian American Art Museum Terra Foundation for American Art

Einzelnachweise

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