Dietrich Rohrbeck (* 30. März 1936 in Stettin; † Ende September 2021 in Hamburg) war ein deutscher Fluchthelfer. Nach seiner eigenen Flucht aus der DDR 1955 brachte er in den Jahren 1962 und 1963 insgesamt 16 Kinder aus der DDR zu ihren Eltern im Westen, später dann schätzungsweise 85 Erwachsene.
Leben Im März 1955 studierte Rohrbeck an der Fachschule für Landwirtschaft in Zittau. Damals konnte er über Ost-Berlin mit der S-Bahn aus dem sowjetischen Sektor Berlins nach West-Berlin flüchten, eine Kontrolle durch DDR-Transportpolizisten verhinderte die von ihm getragene westliche Kleidung. Hier machte er seinen Abschluss und begann das Studium des Bauingenieurwesens. Neben dem mit Hilfe von Visa durchgeführten Transit von Kindern nutzte er später einen umgebauten Mercedes 190 für erwachsene Flüchtlinge. Außerdem versorgte er Dutzende weitere DDR-Bürger mit falschen westdeutschen Papieren, die ihm ein dänischer Grafiker auf Falster herstellte. Dieser war ein Bekannter seines dänischen Schwiegervaters. Ende 1964 wurden sein Bruder, zwei West-Berliner Helfer und mehrere Flüchtlinge von der Stasi festgenommen. Daraufhin beendete Rohrbeck die Fluchthilfe, schloss sein Studium ab und zog als Bauingenieur in seine Wahlheimat Dänemark.
Publikationen Via Dänemark in die Freiheit. Hrsg.: Sven Felix Kellerhoff. Berlin Story Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-95723-167-3 (mit einem Vorwort von Holger Knaack und einem Nachwort von Michael Kretschmer).
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