mini|Beauford Delaney, 1952 Beauford Delaney (* 30. Dezember 1901 in Knoxville, Tennessee; † 26. März 1979 in Paris) war ein afroamerikanischer Maler und Zeichner. 1929 zog er nach New York City, angezogen von den künstlerischen Bestrebungen der Harlem Renaissance. Ab den 1940er Jahren war er mit Schriftstellern wie Henry Miller und James Baldwin befreundet. Ab 1953 lebte er in Frankreich.

Leben Beauford Delaney studierte vier Jahre lang an Kunstschulen in Boston und Cambridge (Massachusetts) und malte figurativ. Ab 1929 lebte er in New York. Dort schuf er zahlreiche Porträts befreundeter Musiker wie Duke Ellington, Louis Armstrong und Marian Anderson in Kohle und Pastell. Er begegnete Georgia O’Keeffe und war ab etwa 1940 mit James Baldwin und Henry Miller befreundet, die er ebenfalls porträtierte.

In den 1940er Jahren entwickelte Delaney, ausgehend von seiner akademischen Ausbildung, einen zunehmend freien, expressiven Stil, der zwischen Figuration und Abstraktion angesiedelt ist.

mini|Gedenktafel zu Ehren von Beauford Delaney, 20 bis rue de la Gaîté im 14. Arrondissement von Paris

Trotz früher Anerkennung lebte er über weite Strecken seines Lebens in wirtschaftlich prekären Verhältnissen. Nach seinem Umzug nach Paris im Jahr 1953 nahm seine öffentliche Wahrnehmung weiter ab. Der kalifornische Maler Lawrence Calcagno machte ihn mit dem Galeristen Paul Facchetti bekannt, bei dem er 1960 die ersten Einzelausstellung hatte. Julien Alvard schrieb das Vorwort zum Katalog.

Eine zweite Einzelausstellung konnte er 1964 in der Galerie Lambert auf der Pariser Île Saint-Louis realisieren. Im Katalog schrieb James Baldwin, er habe durch Delaneys Bilder das Licht gefunden.

Im Jahr 1976 kam er, von Depressionen geplagt, in die psychiatrische Klinik Sainte-Anne und unter die Vormundschaft seines Freundes James Baldwin. 1978, ein Jahr vor seinem Tod in der psychiatrischen Einrichtung, widmete ihm das Studio Museum in Harlem im Rahmen der Reihe Black Master Series eine Retrospektive. Diese Ausstellung stellte den ersten umfassenden Versuch dar, Delaneys rund vier Jahrzehnte umfassendes künstlerisches Werk einer breiteren Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Werk Die urbane Umgebung New Yorks ist ein wiederkehrendes Motiv in Delaneys Werk. Das Gemälde Can Fire in the Park (um 1946, Smithsonian American Art Museum) zeigt eine Gruppe anonymer Männer, die sich um eine Wärme- und Lichtquelle versammelt haben. Das Werk wird in den Kontext der wirtschaftlichen Not nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 sowie der sozialen Ausgrenzung afroamerikanischer Bevölkerungsgruppen gestellt. Formale Elemente wie schematisch angedeutete Objekte am Bildrand fungieren als bildstrukturierende Zeichen. Stilistisch verbindet das Gemälde leuchtende, klar voneinander abgegrenzte Farben, einen pastosen Farbauftrag und eine reduzierte, spannungsreiche Komposition.

Das Werk von Beauford Delaney ist von einem spontanen, expressiven Realismus geprägt, der sich unabhängig von zeitgenössischen Strömungen entwickelte. Besonders seine licht- und farbdurchfluteten Porträts wirken auf den ersten Blick naiv, zielen jedoch auf die Erfassung des inneren Wesens der Dargestellten ab. Zu seinen Werken zählen unter anderem Bildnisse von Jean Genet, Laubies und Darthea Speyer. Auch seine Selbstporträts sowie seine später entstandenen, dem Informel nahestehenden, teils monochromen und harmonisch aufgebauten Farbkompositionen zeigen eine stark introvertierte künstlerische Haltung. Neben Porträts schuf er freie Farbkompositionen, in denen Licht und Farbe zentrale Ausdrucksträger sind. Seine Werke befinden sich unter anderem im Detroit Institute of Arts und im Metropolitan Museum of Art in New York City.

Literatur Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris 2006. Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Verlag De Gruyter, 2009. Lynda Roscoe Hartigan: African-American Art: 19th and 20th-Century Selections. Washington, D.C.: National Museum of American Art, ohne Jahr (Ausstellungsbroschüre). Project a Black Planet: The Art and Culture of Panafrica (15. Dezember 2024 – 30. März 2025), Ausstellungskatalog, Art Institute of Chicago, 2024. This Morning, This Evening, So Soon: James Baldwin and the Voices of Queer Resistance (12. Juli 2024 – 20. April 2025), Ausstellungskatalog, National Portrait Gallery, Washington, D.C., 2025. Fragile Genius: Catherine Wiley and Beauford Delaney (30. Januar bis 4. Mai 2025), Oglethorpe University Museum of Art, Brookhaven, GA, 2025.

Weblinks

The Museum of Modern Art, New York Smithsonian American Art Museum Les Amis de Beauford Delaney

Einzelnachweise

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