mini|Sylvia Holland Sylvia Grace Holland (* 20. Juli 1900 in Ampfield, Hampshire als Sylvia Grace Moberly; † 14. April 1974 in Tarzana) war eine kanadische Architektin, Illustratorin, Drehbuchautorin und Züchterin von Rassekatzen mit britischen Wurzeln. Sie war die erste registrierte Architektin in British Columbia und nach ihrem Umzug in die USA die zweite Frau, die für die Walt Disney Company die Storyboards der Zeichentrickfilme entwickelte. Sie ist bekannt für ihre Arbeit im Film Fantasia aus dem Jahr 1940.

Leben und Wirken

Jugend und Ausbildung in England Sylvia Moberly wurde in England geboren und verbrachte hier ihre Kindheit und Jugend. Ihre Mutter, Laura Florence Moberly, geborene Winn, hatte drei Geschwister. Ihr Vater, Edward Hugh Moberly, war ein musikbegeisterter Pfarrer aus einer Adelsfamilie. Während des Ersten Weltkriegs besuchte sie zusammen mit ihrer Schwester Ida Moberly die Farlington School for Girls, wo sie in Shakespeare-Aufführungen mitwirkte. 1919, nach zwei Jahren an der Gloucestershire School of Domestic Science, beschloss sie, Architektur zu studieren. Sie besuchte fünf Jahre lang die Architectural Association School of Architecture in London. Sie schloss ihr Studium 1924 ab und trat kurz darauf dem Royal Institute of British Architects bei. Sie arbeitete als Assistentin von Howard Robertson, einem Partner im Architekturbüro Easton and Robertson und wirkte in dieser Zeit am britischen Pavillon für die Exposition internationale des arts décoratifs et industriels modernes in Paris.

Architektin in Kanada Während ihres Studiums an der Architectural Association in London hatte Sylvia Moberly den Architekturstudenten Frank Cuyler Holland kennengelernt. Nach ihrem Abschluss heirateten die beiden 1926. Sie zogen in die Heimat von Frank Holland nach British Columbia. Dort gründeten sie das Architekturbüro Holland & Holland. Eines ihrer ersten Projekte war der Entwurf ihres eigenen Hauses im Stil des Arts and Crafts Movement in der Tattersall Drive 1170, Saanich. Im Jahr 1997 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt.

Die Tochter Theodora wurde 1927 geboren. 1928 starb Frank Holland. Einen Monat später kam das zweite Kind des Paares, der Sohn Boris, zur Welt. Sylvia Holland eröffnete ein Büro in Victoria und arbeitete nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes allein weiter. In der Weltwirtschaftskrise war die die Ausübung des Berufes schwierig. 1932 zog sie nach Rocky Point, Metchosin County, wo Verwandte ihres Mannes eine Farm besaßen. 1933 wurde Sylvia als erste Frau in das Architectural Institute of British Columbia aufgenommen. Sie war damit die erste registrierte Architektin in British Columbia.

Animationszeichnerin und Züchterin vom Rassekatzen in Kalifornien Holland zog 1937 mit ihrer Familie nach Kalifornien, um ihrem kranken, jüngsten Kind ein gesunderes Klima zu bieten. Sie gab dort ihre Kinder in ein Internat und suchte nach einer Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Da sie damals keinen vom American Institute of Architects anerkannten Abschluss besaß, konnte sie in Los Angeles nicht als Architektin arbeiten. Zuerst arbeitete sie als Zeichnerin für die Universal Studios und MGM. Nachdem sie Schneewittchen und die sieben Zwerge gesehen hatte, beschloss sie, sich bei Walt Disney zu bewerben. 1938 wurde sie als zweite Frau in der Drehbuchabteilung, einer Männerdomäne, eingestellt und entwickelte Storyboards für Animationsfilme. Sie verband ihr zeichnerisches Talent mit ihrer Musikalität und schuf die Feen-Libellen-Sequenz der Nussknacker-Suite, das Zentauren-Segment der Pastoralsymphonie in Fantasia (1940) sowie die April-Regen-Sequenz in Bambi (1942). Sie arbeitete auch an Maestro (1942) mit. Neben Spielfilmen arbeitete sie an mehreren Werbe- und Lehrkurzfilmen, darunter Die Geschichte der Menstruation (1946).

In den 1940ern arbeitete sie als Illustratorin u. a. auch für Weihnachtskarten. Sie entwarf ihr eigenes Haus im San Fernando Valley. Dort betrieb sie neben ihrem zweistöckigen Wohnhaus eine erfolgreiche Zucht von Balinesenkatzen. Sie wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs zusammen mit etwa 450 anderen Angestellten bei Walt Disney Productions entlassen. Gemeinsam mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen gründete sie eine Firma, die audiovisuelle Lehrmaterialien für Schulen entwickelte. Sie lebte bis zu ihrem Tod am Ostersonntag 1974 in Kalifornien.

Werke (Auswahl)

Architektur

1925 Wohnhaus Holland, Saanich, BC 1935 Collinson House, St. Patrick Street 640, Oak Bay 1936 Tysoe House, Arbutus Road, Sanich 1940er Jahre, eigenes Haus, 4905 Palo Drive, Tarzana

Film (Autorin)

1938: Mother Goose Goes Hollywood 1940: Fantasia 1942: Maestro 1942: Wie man Baseball spielt 1946: Make Mine Music 1946 The Story of Menstruation

Film (Szenografie)

1942 Bambi

Illustration

Inez Bertail: Tupfi, der Ausreisser, Bilder von Sylvia Holland, John J. Knight, Verlag Andreas Zettner (Jolly Books), Wien 1950.

Weblinks

Girls at Work for Disney

Einzelnachweise

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