mini|St. Simon und Judas in Ootmarsum mini|hochkant|Innenansicht des Kirchenschiffs mini|Dachkonstruktion und Gewölbe St. Simon und Judas () ist eine den Aposteln Simon Zelotes und Judas Thaddäus gewidmete römisch-katholische Pfarrkirche in Ootmarsum, einem Ortsteil der Gemeinde Dinkelland in der niederländischen Provinz Overijssel. Die Kirche ist seit 1965 als Rijksmonument eingestuft.Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed
Geschichte Die Ersterwähnung der Kirche findet sich in der Vita des 917 in Ootmarsum verstorbenen Bischofs Radbod von Utrecht. 1162 erfolgte die Übertragung der Kirche an das Benediktinerinnenkloster Weerselo. Der bestehende Kirchenbau entstand nach der 1195 erfolgten Zerstörung der Stadt zwischen 1230 und 1250, 1491 wurde der Kirchenbau durch einen spätgotischen Chorbau erweitert. Nach der Einnahme der Stadt durch die Generalstaaten 1597 ging das Kirchengebäude 1639 in den Besitz der niederländisch-reformierten Kirche über. 1809 wurde die Kirche durch Louis Bonaparte der römisch-katholischen Kirche zurückgegeben und gehört seither dem Erzbistum Utrecht an. 1839 wurde der mittelalterliche Westturm abgetragen und durch einen hölzernen Dachreiter ersetzt.
Architektur Der aus Bentheimer Sandstein errichtete Kirchenbau wurde als spätromanische Hallenkirche im Gebundenen System errichtet, wie sie in zahlreichen Exemplaren im benachbarten Münsterland vertreten ist.Kurt Röckener: Die münsterländischen Hallenkirchen gebundener Ordnung, Untersuchungen zu einer Baugruppe des 13. Jahrhunderts. Diss. Münster 1980. Hierbei ist zwischen den Hauptpfeilern jeweils ein einfacher Zwischenpfeiler eingesetzt, der eine Doppelarkade trägt. Überwölbt ist der Raum mit rippenbesetzten Domikalgewölben. An das nur zweijochige Schiff schließt sich ein Querhaus an, das während des spätgotischen Ausbaus zu einem Hallenraum mit anschließendem 5/8-Chor verdoppelt wurde.
Ausstattung 1891 erhielt die Kirche ihre neugotische Ausstattung durch den Bildhauer August Schmiemann aus Münster, darunter das Triumphkreuz des Chorbogens, die Herz-Jesu- und die Herz-Mariä-Statue, die Statuen der Apostel Simon und Judas sowie die Reliefs der Altäre und der Kanzel.
Orgel mini|hochkant|Orgel 1567/69 erhielt die Kirche eine Orgel der Gebrüder Cornelis und Michael Slegel aus Zwolle. 1781 wurde diese von Eberhard Berner aus Osnabrück durch eine 22 Register umfassende Orgel ersetzt, bei der vermutlich Material der Slegel-Orgel Verwendung fand. 1810 wurde die Orgel durch Georg Heinrich Quellhorst aus Oldenzaal in die neu-errichtete niederländisch-reformierte Kirche übertragen, während die Kirche St. Simon und Judas 1814 eine neue Orgel durch Franz Friedrich Epmann aus Essen erhielt, die 1868–70 durch Gerardus Elberink aus Oldenzaal überarbeitet wurde. Die Orgel besitzt seither folgende Disposition:Angaben zur Orgel auf der Website orgelsammlung.de
I Positief C–f31. Principal 4′2. Bordun 8′3. Quintadena B/D 8′4. Viola di Gamba 8′5. Flauto traverso D 8′6. Flöte douce 4′7. Cimbel IV 8. Superoctave 2′9. Spitzflöte B/D 2′10. Fagott B 8′11. Hautbois D 8′ Tremulant II Hoofdwerk C–f312. Principal 8′13. Bordun 16′14. Octave D 8′15. Rohrflöte 8′16. Gedackt 8′17. Octave 4′18. Quinte 3′19. Superoctave 8′20. Flöte 4′21. Mixtur IV 22. Waldflöte 2′23. Sesquialtera III 24. Trompete B/D 8′ Pedaal C–d125. Principal 16′26. Subbass 16′27. Octave 8′28. Posaune 16′29. Trompete 8′30. Clairon 4′
Koppeln: II/I, I/P, II/P
Literatur Engelbert Hendrik ter Kuile: De Nederlandsche Monumenten van Kunst en Geschiedenis, Deel IV De provincie Overijssel Eerste stuk: Twente, Algemeene Landsdrukkerij, ’s-Gravenhage 1934.
Weblinks
Eintrag „H.H. Simon en Judaskerk in Ootmarsum“ auf der Website rijksmonumenten.nl Eintrag „H.H. Simon en Judaskerk in Ootmarsum“ auf der Website archimon.nl
Einzelnachweise
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