Gaius Passienius Cossonius Scipio Orfitus war ein römischer Senator zum Ende des 2. / Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr., der vor allem durch eine Ehreninschrift bekannt ist, die in Grumentum (heute Grumento Nova) in Lucania gefunden wurde..
Diese Inschrift, die vom Volk von Grumentum (populus Grumentensium) aus gesammelten Geldern (aere conlato) gestiftet und als donum dedit („gab das Geschenk“) gewidmet wurde, ehrt ihn als vir clarissimus. Passienius war Sohn des Gaius, aus der Tribus Scaptia. Der komplexe Namensaufbau deutet auf Adoptionen und familiäre Allianzen hin: Der Gentilname Passienius stammt wahrscheinlich aus der väterlichen Linie, während Cossonius Scipio Orfitus durch mütterliche Verwandtschaft oder Adoption übernommen wurde und Verbindungen zur altehrwürdigen Familie der Cornelii Scipiones (mit dem Cognomen Orfitus) signalisiert. Er ist wohl ein Enkel des Lucius Cossonius Eggius Marullus, der 184 Konsul und 198/199 Prokonsul der Provinz Africa war.
Seine Karriere folgte dem typischen cursus honorum eines Senators: Er begann als sevir equitum Romanorum (Ehrenamt bei den römischen Rittern). Dann als Decemvir stlitibus iudicandis. Es folgte die Stadtquästur in Rom. Später war er kaiserlicher Kurator der Stadt Sutrium (curator rei publicae Sutrinorum) und Prätor als Kandidat des Kaisers (praetor candidatus). Durch kaiserliche adlectio inter patricios stieg er in den Patriziat auf. Den Höhepunkt bildete das Priesteramt als öffentlicher Augur des römischen Volkes (augur publicus populi Romani Quiritium).
Literatur
Prosopographia Imperii Romani (PIR) ² (1998) P 144.
Einzelnachweise
Kategorie:Römischer Senator Kategorie:Augur Kategorie:Römer Kategorie:Geboren im 2. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 3. Jahrhundert Kategorie:Mann