mini|Gertrude Metcalfe-Shaw, Überwachungsfoto 1913 mini|Gertrude Metcalfe-Shaw und ihre Familie beim Start einer Wohnwagen-Tour von Kalifornien nach New York City, ca. 1924 mini|Helen Lavinia Cochrane: Old Lady, Porträt von Gertrude Metcalfe-Shaw, o. D. Gertrude E. Metcalfe-Shaw (* 16. Oktober 1864Eintrag „Gertrude E Metcalfe-Shaw“ in: 1939 England and Wales Register, Hemel Hempstead, Hertfordshire. in München, Königreich BayernEintrag „Gertrude E Metcalfe-Shaw“ in: 1901 England Census, Hampstead, District 02.; † 24. Januar 1944 in Newquay, CornwallEintrag „Gertrude E Metcalfe-Shaw“ in: England & Wales, National Probate Calendar (Index of Wills and Administrations), 1858–1995 und England & Wales, Civil Registration Death Index, 1916–2007.) war eine britische Autorin und Suffragette.

Leben Metcalfe-Shaw wurde 1864 als Tochter von Wharton Metcalfe geboren.Eintrag in: Isle of Man, Select Marriages, 1849–1911. Beim Zensus 1881 ist sie als Studierende zur Miete wohnend in Islington erfasst.Eintrag „Gertrude E. Metcalfe“ in: 1881 England Census, Islington West, District 60. Im Januar 1887 heiratete sie in Malew, Isle of Man, Edward Shaw. Mit ihm hatte sie drei Töchter und einen Sohn, Una, May, Wharton und Gertrude, und die Familie lebte in Hampstead. Eine ihrer Schwägerinnen war die Malerin Helen Lavinia Cochrane.

Metcalfe-Shaw trat erstmals öffentlich in Erscheinung, nachdem sie der Women’s Social and Political Union (WSPU) beigetreten war. Am 8. April 1913 begab sie sich zusammen mit Ethel Spark und Annie Barnes auf die Spitze des Monument to the Great Fire of London und warf Flugblätter mit der Aufschrift „Votes for Women“ hinab. The Times und Daily Mirror druckten am folgenden Tag Fotos einer großen Menschenmenge, die sich versammelt hatte, um zuzusehen, darunter auch Männer vom nahegelegenen Billingsgate Fish Market. Barnes kehrte rechtzeitig um, aber Metcalfe-Shaw und Spark hängten noch eine violett‑weiß‑grüne Fahne sowie ein schwarzes Banner mit der Aufschrift „Death or Victory“ von der Spitze herab und wurden verhaftet, später jedoch wieder freigelassen.

Im Juni 1913 wurde Metcalfe-Shaw verhaftet, verurteilt und ins Holloway Prison gebracht, nachdem sie eine Fensterscheibe im Polizeihauptquartier von Scotland Yard eingeschlagen hatte. Sie hätte eine Gefängnisstrafe durch Zahlung einer Geldstrafe vermeiden können, entschied sich jedoch bewusst für die Haft. Vor dem Bow Street Magistrates’ Court erklärte sie, ihr seien vom Staat 100 Pfund geraubt worden, da sie kein Wahlrecht besitze und es daher Raub sei, sie zu besteuern. Während ihrer Haft wurde mutmaßlich heimlich ein Foto von ihr durch die Behörden aufgenommen um als Steckbrief an Polizei, Museen und Kunstgalerien verteilt zu werden. Sie trat in den Hungerstreik und wurde am 4. Juli nach sieben Tagen Hungerstreik nach dem sogenannten Cat and Mouse Act entlassen, um nach Genesung wiederverhaftet zu werden. Sie war nach einem Bericht in The Suffragette „in einem sehr geschwächten Zustand lebt und noch stark unter einem Nervenschock leidend. Ihr Arzt sagt, es werde mindestens zwei Monate dauern, bevor sie auch nur annähernd wieder normal sei.“

Am 28. Mai 1914 wurde sie erneut verhaftet und verurteilt. Es gibt keine Berichte mit ihrem Namen, da zu der Zeit die Suffragetten bei der Verhaftung die Angabe ihrer Namen verweigerten, und ihre Festnahmen als „anonym“ verzeichnet wurden. Am 28. Mai wurde jedoch eine namenlose Suffragette wegen des Einschlagens von drei Fenstern in der National Gallery verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich bei dieser Suffragette um Metcalfe-Shaw handelte. Zu weiteren Aktionen oder Verhaftungen kam es wegen der zum Kriegsbeginn von der Regierung mit der WSPU gegen Einstellung der militanten Aktionen gewährten Amnestie nicht.

Sie wurde sie von der WSPU-Führung wie andere Suffragetten mit der sogenannten „Hungerstreik-Medaille“ For Valour, versehen mit den Daten der beiden Verhaftungen, ausgezeichnet. Metcalfe-Shaw ist zudem als „Gertrude Shaw“ in der sogenannten Roll of Honour of Suffragette Prisoners der Suffragette Fellowship aufgeführt.

Während des Ersten Weltkriegs zog sie nach Kanada, und 1918 lebte sie in Michigan. 1926 veröffentlichte sie ein bebildertes Buch mit dem Titel English Caravanners in the Wild West: The Old Pioneers’ Trail, in dem sie eine Reise schilderte, die sie mit einer pferdegezogenen Wagenkolonne quer durch Amerika unternommen hatte.

Im Oktober 2024 wurden ihre WSPU‑Medaille und ihre Suffragettengeschichte in der BBC‑Sendung Antiques Roadshow vorgestellt.

Metcalfe-Shaw starb 1944 in Cornwall.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Suffragette Kategorie:Brite Kategorie:Australier Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Frau