Anthos () ist in der griechischen Mythologie einer der Söhne des Autonoos und der Hippodameia. Seine Geschwister waren Akanthis („Zeisig“), Akanthos („Stieglitz“), Erodios („Reiher“) und Schoineus.

Laut Boios, der für sein Werk über die Metamorphosen mythischer Gestalten in Vögel bekannt war, gehörte es zu den Aufgaben der Hippodameia und ihrer Söhne, die Stuten des Autonoos zu hüten. Als Anthos die Stuten im Übermut wild gemacht hatte, indem er sie von der Weide ausschloss, zerrissen sie den Jungen. Daraufhin verfiel die ganze Familie in eine tiefe Trauer um den Getöteten, bis Zeus und Apollon Erbarmen mit ihnen hatten. Aus Mitleid verwandelten sie alle in Vögel: Autonoos in eine Rohrdommel und Hippodameia in eine Haubenlerche, die Kinder in ihren Namen entsprechende Vögel.Boios bei Antoninus Liberalis, Metamorphosen 7.

Obgleich der Name Anthos mit keiner Vogelart zu verbinden ist, weiß Aristoteles zu berichten, dass er die Pferde meidet und ihr Wiehern nachahmt.Aristoteles, Historia animalium 9,1 609b; siehe auch Plinius, Naturalis historia 10,116.

Literatur

Paul M. C. Forbes Irving: Metamorphosis in Greek Myths. Clarendon Press, Oxford 1990, S. 224 f.

Anmerkungen

Kategorie:Person der griechischen Mythologie