mini|H.A.A. de Dompierre de Jonquières, Photographie von Thora Hallager Henri Alexandre Antoine de Dompierre de Jonquières (* 13. August 1816 auf Gut Folehavegård, Hørsholm, Dänemark; † 21. September 1879 in Bad Oeynhausen) war ein dänischer Generalleutnant der Artillerie und Politiker. Er gilt als einer der bedeutendsten technischen Innovatoren der dänischen Armee und zeichnete sich durch außergewöhnliche Tapferkeit im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 aus.
Biographie Ausbildung und frühe Karriere Jonquières wurde als Sohn des aus Holland eingewanderten Frédéric-Anne de Dompierre de Jonquières und dessen Frau Anna Hedevig (geb. Høyer) geboren. Ursprünglich strebte er eine Laufbahn bei der Marine an und wurde 1831 Seekadett. Aufgrund seiner Kurzsichtigkeit musste er diesen Plan 1833 aufgeben und wechselte zur Artillerie.
Nach dem Abschluss der Königlichen Militärhochschule 1838 wurde er Sekondleutnant. Seine mathematischen und technischen Fähigkeiten waren so herausragend, dass er bereits 1842 zum Lehrer für Artillerie an der Hochschule ernannt wurde. Eine politische Krise im Jahr 1845 führte jedoch zu seiner Entlassung, nachdem er sich aus Solidarität mit dem ebenfalls entlassenen Frederik Læssøe weigerte, seine Lehrtätigkeit ohne diesen fortzusetzen. Die gewonnene Zeit nutzte er für eine einjährige Studienreise durch fast ganz Europa.
Militärische Laufbahn und Kriegseinsätze Schleswig-Holsteinischen Erhebung (1848–1851) Bei Kriegsausbruch 1848 kehrte er in den aktiven Dienst zurück. Er zeichnete sich in den Schlachten von Nybøl und Dybbøl aus. In den folgenden Jahren befehligte er Batterien in den Schlachten von Fredericia und Idstedt. 1848 wurde er zum Ritter des Dannebrogordens ernannt.
Der „Vater“ der gezogenen Kanone In der Friedenszeit ab 1851 entwickelte Jonquières seine größten technischen Leistungen. Er war der führende Kopf in der Konstruktion gezogener Geschütze in Dänemark.
Er konstruierte die ersten dänischen 4-Pfünder-Feldkanonen und 12-Pfünder-Festungsgeschütze und verfasste ballistische Tabellen und theoretische Werke über die Schusspräzision, die auch international Beachtung fanden.
1855/56 reiste er während des Krimkrieges in das Hauptquartier der Alliierten vor Sewastopol, um die dortigen Belagerungsarbeiten zu studieren.
Deutsch-Dänischer Krieg 1864 Während der Belagerung der Düppeler Schanzen übernahm Jonquières am 22. März 1864 das Kommando über das gesamte dänische Artilleriefestungswerk, nachdem Oberst Carl Ulrik Emil Haxthausen erkrankt war.
Jonquières erlangte in Dänemark einige Berühmtheit, da er täglich allein und ohne Adjutanten von Schanze zu Schanze ging, um seine Männer unter schwerstem preußischen Feuer zu motivieren. Ein Zeitzeuge beschrieb ihn während eines heftigen Bombardements: „Er sieht aus wie ein Mann, der in der Kirche ist und zum Abendmahl gehen will.“ Sein unerschütterlicher Glaube und seine Ruhe unter Feuer trugen maßgeblich dazu bei, dass die Artillerie ihre Stellungen bis zum Äußersten verteidigte. Noch vor dem Fall der Schanzen wurde er zum Kommandeur 1. Grades des Dannebrogordens ernannt.
Politische und administrative Karriere 1866 wurde er zum Generalmajor befördert und war Mitglied der Kommission, deren Vorschlag die Grundlage für das dänische Heeresgesetz von 1867 bildete. Durch dessen Umsetzung wurde Jonquières General, Generalinspekteur der Artillerie und im Jahr darauf Generalinspekteur der Marineartillerie. Er modernisierte die Waffengattung grundlegend und führte 1876 die Hinterladerkanonen des Systems Krupp ein. Ab 1870 war er zudem als gewählter Vertreter für Kopenhagen Mitglied des Landstings (der ersten Kammer des dänischen Parlaments). Er galt als ein Mann mit liberalen Ansichten und hoher Integrität.
Späte Lebensphase und Tod Jonquières blieb zeitlebens unverheiratet. Er wurde als eine „stille, zurückhaltende und schwermütige Natur“ beschrieben, die jedoch eine unantastbare Gerechtigkeit gegenüber Untergebenen pflegte. Aus gesundheitlichen Gründen reiste er 1879 nach Bad Oeynhausen in Westfalen, wo er am 21. September verstarb. Er ist auf dem Assistenzfriedhof in Kopenhagen begraben.
Seine Offiziere errichteten ihm später eine Marmorbüste im Kopenhagener Zeughaus (dem heutigen Königlich Dänischen Zeughausmuseum).
Schrift Bemærkninger om det danske Artilleri samt om dets deltagelse i Krigen 1864 (1865).
Literatur
Illustreret Tidende. Ausgabe Nr. 1045. Vort Forsvar. Ausgabe Nr. 153.
Kategorie:Generalleutnant (Dänemark) Kategorie:Person in der Schleswig-Holsteinischen Erhebung (Dänemark) Kategorie:Person im Deutsch-Dänischen Krieg (Dänemark) Kategorie:Träger des Großkreuzes des Dannebrogordens Kategorie:Landstingsabgeordneter Kategorie:Adliger Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1816 Kategorie:Gestorben 1879 Kategorie:Mann