mini|Georg Ludvig von der Schulenburg, Lithographie von Peter Christian Schøler, ca. 1820 Georg Ludvig (geboren als Ludewig) Reichsgraf von der Schulenburg (* 21. Mai 1755 in Bleckede bei Lüneburg; † 29. März 1828 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Generalleutnant deutscher Abstammung.
Biographie Herkunft und frühe Jahre Schulenburg entstammte dem Haus Hehlen der weißen Linie des ursprünglich brandenburg-preußischen Adelsgeschlechts von der Schulenburg; er war das dritte Kind und nach seinem Bruder August (1754–1833), zweiter Sohn des Obersten Christian Hieronymus Adolph von der Schulenburg (1717–1773) und dessen Frau Sophie Charlotte, geborene Freiin von Bülow († 1778). Als kleiner Junge begleitete er seinen Vater im Siebenjährigen Krieg und kam anschließend, im Alter von nur elf Jahren, als Page der Königin Caroline Mathilde nach Dänemark.
Militärische Laufbahn Er verließ 1771 den Hofdienst, wurde Kadett, im Jahr darauf Sekondeleutnant, 1781 Premierleutnant und 1782 Kapitän (Hauptmann). In diesem Rang diente er einige Jahre als Adjutant beim Gouverneur von Kopenhagen, Herzog Friedrich Karl Ferdinand von Braunschweig-Lüneburg-Bevern. Im Jahr 1788 trat er als Major eines Jägerbataillons in russische Dienste und nahm am Krieg gegen die Osmanen und die Schweden teil. Für seine Verdienste wurde er mit dem Georgsorden ausgezeichnet. Nach seiner Rückkehr 1790 wurde er Major in der norwegischen Armee (die damals zu Dänemark gehörte), wo er bis 1801 verblieb, zunächst beim norwegischen Jägerkorps und ab 1798 beim Söndenfjelds-Infanterieregiment.
Als Oberstleutnant beim 1. Jütischen Infanterieregiment kehrte Schulenburg 1801 nach Dänemark zurück. 1806 wurde er Oberst und im Jahr darauf zum Kronprinzen-Regiment versetzt, welches er kurz darauf verließ, um das Kommando über das Marineregiment und ab 1808 zugleich über das Kopenhagener Infanterieregiment zu übernehmen. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde er Oberbefehlshaber der Trabantengarde (Drabantgarden) und 1809 zum Generalmajor ernannt.
Die Napoleonischen Kriege König Friedrich VI. hegte zu Recht großes Vertrauen in Schulenburgs militärische Fähigkeiten. Ende Mai 1813 übertrug er ihm vorübergehend das Kommando über die „Mobile Armeedivision“ (: bevægelige armédivision) in Holstein. Schulenburg übernahm den Posten unter schwierigen Umständen. Das Verhältnis zu den französischen Verbündeten war aufgrund der schwankenden Politik des Königs und des zweideutigen Auftretens von Generalmajor Wegener während der Kämpfe um Hamburg äußerst angespannt, und die Disziplin in der Division war erschüttert. Schulenburg war seiner Aufgabe jedoch gewachsen, und als er das Kommando im Juli an Friedrich von Hessen übergab, hatte sich das Verhältnis zu den Franzosen gebessert und die Manneszucht war wiederhergestellt.
Während des Feldzuges in Mecklenburg und Holstein, bei dem Dänemark noch auf französischer Seite stand, führte Schulenburg die 1. Brigade des Auxiliarkorps (Hilfskorps). In der Schlacht bei Sehestedt am 10. Dezember 1813 bewies er großen persönlichen Mut und viel Führungsgeschick, als seine Einheit Sehestedt stürmte und den Fünischen Dragonern die Gelegenheit verschaffte, ihre berühmte Attacke auszuführen. Der König ehrte ihn mit dem Kommandeurkreuz des Dannebrogordens und vertraute ihm im folgenden Jahr das Kommando über eine Brigade im neuen Auxiliarkorps an, das sich nun am Kampf gegen Napoleon beteiligen sollte. Schulenburg beteiligte sich an der Einschließung einiger kleinerer Festungen, nahm aber nicht an weiteren Gefechten teil.
Späte Jahre und Tod Während seiner Abwesenheit wurde Schulenburg zum Kommandeur der Leibgarde zu Fuß (Livgarden til Fods) ernannt und kurz nach seiner Rückkehr zum Kommandanten von Kopenhagen. Beide Stellungen behielt er bis zu seinem Tod am 29. März 1828. Er wurde 1815 zum Generalleutnant befördert und erhielt im selben Jahr das Großkreuz des Dannebrogordens. 1817 wurde er zum Dannebrogsmann ernannt. Er wurde auf dem Garnisonsfriedhof (Garnisons Kirkegård) in Kopenhagen beigesetzt, wo ihm dankbare Mitbürger ein Denkmal errichteten.
Rezeption Schulenburg wurde als „schöne Soldatengestalt“ und ritterliche Persönlichkeit beschrieben. Die Tagespresse urteilte über ihn, er sei „geliebt von allen, die mit ihm in Verbindung standen, aufgrund seines liberalen Charakters, der mit der treuesten Erfüllung seiner Berufung verbunden war“.
Es existieren Lithografien von ihm, angefertigt von Liepmann Fraenckel, N.B. Krossing und P.C. Schøler.
Familie Am 17. März 1796 heiratete er Joachime Franziska Wilhelmine von Løwenstern (* 28. November 1760; † 5. Februar 1833), die Tochter des Majors Christian Friederich von Løwenstern und der Anna Sophie Cornelia, geborene von Steuben.
Sein Sohn, Carl Otto Frederik Graf von der Schulenburg (* 21. Oktober 1801; † 12. Juli 1847), war von 1817 bis 1841 Offizier im Husarenregiment und erlangte durch zahlreiche Straßenkrawalle und Theaterskandale zweifelhafte Berühmtheit. Nach Abschluss eines fast 70 Jahre andauernden Prozesses erbte dieser 1841 die stark verschuldeten mecklenburgischen Familiengüter Gross-Krankow und weitere. Um das Erbe antreten zu können, musste er verheiratet sein, und zwar mit einer Dame, die 16 Ahnen vorweisen konnte. Daher heiratete er am 14. Oktober desselben Jahres Karen Hiort de Seue, die Tochter von Oberstleutnant P. N. de Seue, die diese Bedingung offenbar erfüllte.
Literatur
Nationaltidende. 1881. Ausgabe 1898. Milit. Repertor. 1844. Meddelelser fra Krigsarkivet VII-IX. Georg Schmidt: Das Geschlecht von der Schulenburg: Die Stammreihe. 2. Band. Mittler Verlag. 1899. Dagen. 1828. Ausgabe 83 ff.
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