mini|Mir Cəlal Paşayev (Briefmarke Aserbaidschans, 2008) Mir Cəlal Paşayev (eingedeutscht Mir Dschalal Paschajew; * 26. April 1908 in Ardabil, Iran; † 28. September 1978 in Baku, Aserbaidschanische SSR, UdSSR) war ein aserbaidschanischer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler. Bekannt war er unter anderem als Autor satirisch-humoristischer Werke, Romane und Novellen, außerdem als Literaturkritiker.
Leben Paşayev war in eine Bauernfamilie aus Ardabil, einer Stadt im iranischen Ost-Aserbaidschan, hineingeboren. Wenige Jahre nach seiner Geburt zog die Familie nach Gəncə, in die damals als Jelisawetpol bekannte Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements des Russischen Kaiserreichs. Sein Vater starb 1918, und Paşayev lebte unter der Obhut seines älteren Bruders. In den Jahren 1918–1919 erhielt er mithilfe einer Wohltätigkeitsgesellschaft seine Grundausbildung.
1923 trat Paşayev in das Pädagogische Kolleg in Gəncə ein, welches er 1928 abschloss. Anschließend unterrichtete er einige Zeit an Schulen in Gəncə und Gədəbəy. 1930 schrieb er sich an der Literaturwissenschaftlichen Abteilung des Ostpädagogischen Instituts in Kasan ein.
Nach dem Studium kehrte Paşayev 1933 nach Baku und widmete er sich bis zum Lebensende der Lehrtätigkeit und als Lehrstuhlinhaber für Geschichte der aserbaidschanischen Literatur an der Aserbaidschanischen Staatlichen Universität (heute Staatliche Universität Baku). mini|Paşayev (zweiter von links sitzend) zusammen mit aserbaidschanischen Schriftstellern, Dichtern und Literaturkritikern (1938) 1940 verteidigte Paschajew seine Kandidatenarbeit zum Thema „Poetische Besonderheiten der Poesie Füzulis“. 1947 folgte ein weiteres Forschungsprojekt zum Thema „Literarische Schulen Aserbaidschans“.
Literarisches Schaffen Paşayev gilt als einer der führenden Vertreter der aserbaidschanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Er ist Autor von rund 50 belletristischen, wissenschaftlichen und publizistischen Werken sowie von über 500 Rezensionen.
Seinen Erzählungen wie „Der kleine Garten-Dieb“, „Doktor Dschinajatow“, „Die Ausnutzung“, „Schwiegereltern sind zurück“, „Anket Anketow“, „Die ausländische Krankheit“, „Mirza Schafi“ etc. ist ein unverwechselbarer satirischer Stil eigen. Zu seinen bekannten Romanen zählen die Werke wie „Der wiedererstandene Mensch“, „Manifest des jungen Menschen“, „Offenes Buch“, „Gleichaltrige“, „Neue Stadt“, „Wohin steuern wir?“ und viele weitere.
Die 1958 veröffentlichte Monographie „Die Kunst Füzulis“ von Paşayev wurde vom Turkologen und Literaturforscher Michael Reinhard Hess ins Deutsche übersetzt und im Jahr 2024 veröffentlicht.
Sonstiges Paşayev ist Großvater von Mehriban Əliyeva, der Ehefrau des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Əliyev.
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Aserbaidschanisch) Kategorie:Novelle Kategorie:Träger des Ordens des Roten Banners der Arbeit Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Aserbaidschaner Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Mann