Die Große Wüstentaschenmaus oder Wüsten-Rauhaartaschenmaus (Chaetodipus penicillatus) ist ein in den südwestlichen Vereinigten Staaten un im Nordwesten Mexikos verbreitetes Nagetier in der Gattung der Rauhaar-Taschenmäuse. Die Chihuahua-Taschenmaus (Chaetodipus eremicus) galt früher als Unterart dieser Art. Das Typusexemplar wurde bei den San Francisco Peaks in Arizona gefunden.

Unterarten und Verbreitung Es werden sechs Unterarten unterschieden: C. p. penicillatus, im Bundesstaat Arizona. C. p. angustirostris, im Norden der Halbinsel Niederkalifornien und im südöstlichen Kalifornien. C. p. pricei, im südwestlichen New Mexico in Sonora und in angrenzenden Bereichen Arizonas. C. p. seri, direkt östlich des Golfes von Kalifornien in Sonora und auf Isla Tiburón. C. p. sobrinus, im Süden der Bundesstaaten Nevada und Utah sowie im Grenzgebiet von Arizona. C. p. stephensi, eine isolierte Population etwas weiter nördlich in Kalifornien.

Merkmale Trotz ihres Namens ist die Art mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 79 bis 87 mm, einer Schwanzlänge von 83 bis 129 mm und einem Gewicht von 15 bis 19 g eher mittelgroß in der Gattung Chaetodipus, aber größer als die Kleine Wüstentaschenmaus. Es sind 22 bis 27 mm lange Hinterfüße und Ohren von 7 bis 10 mm Länge vorhanden. Auch bezüglich der rauen Haare unterscheidet sie sich von den meisten anderen Gattungsmitgliedern, da sie davon nur sehr wenige hat. Am Ende des Schwanzes befindet sich eine Quaste. Die hellen und dunklen gelbbraunen und graubraunen Haare erzeugen ein gesprenkeltes Aussehen. Das Tier hat keinen dunklen Aalstrich auf dem Rücken und ein Fleck hinter jedem Ohr ist nur wenig heller als das umliegende Fell. Unterseits ist weißes Fell vorhanden. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 46 Chromosomen (2n=46).

Die Große Wüstentaschenmaus teilt ihr Revier, je nach Region mit verschiedenen ähnlichen Gattungsmitgliedern. Im Süden kommt auch die Chihuahua-Taschenmaus vor. Diese hat einen im Verhältnis zum Körper kürzeren Schwanz, ein helleres Fell, einen undeutlichen Aalstrich und deutliche helle Flecken an den Ohren. Bei der Kleinen Wüstentaschenmaus im Norden von Niederkalifornien sind keine gelben Töne im Fell vorhanden. Die Sinaloa-Taschenmaus (Chaetodipus pernix) im äußersten Süden hat dünnere Haare und eine kleine Quaste am Schwanz. Auch bei den Gattungsvertretern mit deutlich rauem Fell gibt es Überschneidungen in der Verbreitung. So mit der Baja-Taschenmaus (Chaetodipus rudinoris), der Gemeinen Rauhaar-Taschenmaus (Chaetodipus spinatus) und der Bailey-Taschenmaus (Chaetodipus baileyi) auf Niederkalifornien und im nordwestlichen Mexiko, mit der Mexikanischen Rauhaar-Taschenmaus (Chaetodipus hispidus) in zentralen Gebieten des Territoriums dieser Art, mit der Langschwanz-Taschenmaus (Chaetodipus formosus) im Nordwesten und der San-Diego-Taschenmaus (Chaetodipus fallax) in Kalifornien. Die Goldman-Taschenmaus (Chaetodipus goldmani) nutzt dagegen vorwiegend felsige Gebiete mit kleinen sandigen Stellen.

Lebensweise Als Habitat dienen sandige wüstenartige Regionen mit verstreuten Kreosotbüschen (Larrea tridentata) oder ähnlichen Sträuchern und Bäumen am Rande. Das Verbreitungsgebiet liegt 35 bis 1580 Meter über dem Meer. Andere typische Pflanzen zählen zu den Gattungen Melden, Opuntien, Palmlilien, Fouquieria und Prosopis sowie zu den Arten Senegalia greggii (Mimosengewächse) und Bouteloua gracilis (Gräser). Die Große Wüstentaschenmaus gräbt einen Bau meist an Wurzeln von Sträuchern mit mehreren Gängen, einer Nistkammer und Vorratskammern für Pflanzensamen. Das Tier ist im Frühjahr und zeitigen Sommer meist morgens aktiv, während es in heißen Monaten lange im Versteck bleibt. Im Winter sind kurze Phasen von Torpor möglich. Allgemein werden die Tiere zwischen November und April selten außerhalb des Baus gesehen.

Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Sträuchern und Kräutern, die mit grünen Pflanzenteilen und Insekten komplettiert werden. In Gefangenschaft wurden die Samen des potentiell giftigen Jojobastrauchs (Simmondsia chinensis) auch dann verschmäht, wenn das Exemplar am Verhungern war. Um an die Samen zu kommen, klettert die Taschenmaus gelegentlich in Büschen. Die Nahrung wird in den Backentaschen zum Bau getragen. Die nötige Flüssigkeit wird dabei aus der Nahrung aufgenommen.

Das Tier lebt außerhalb der Paarungszeit unsozial mit bis zu 2,4 Hektar großen Revieren. Je nach Region erfolgt die Paarung zwischen Juni und Oktober. Dabei sind Weibchen nur wenige Stunden empfangsbereit. Nach 23 bis 26 Tagen Trächtigkeit enthält ein Wurf drei oder vier Neugeborene. Es gibt Weibchen, die noch mit ihrem Jungtierfell trächtig werden.

Gefährdung Aufgrund fehlender Bedrohungen und einer großen Gesamtpopulation wird die Art von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.

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Einzelnachweise

Kategorie:Taschenmäuse