mini|Manuela Garín auf einem Poster an der Benemérita Escuela Normal Veracruzana, April 2023 Manuela Garín Pinillos (* 1. Januar 1914 in Asturien, Spanien; † 30. April 2019 in Mexiko-Stadt, Mexiko) war eine mexikanische Mathematikerin und Hochschullehrerin. Sie war eine der ersten beiden Frauen, die an einer mexikanischen Universität Mathematik studierten und wurde 1989 zur Professorin Emerita der Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) ernannt. Sie war die erste Direktorin der Hochschule für Höhere Studien der Universidad de Sonora. Sie wirkte an der Entwicklung mathematischer Modelle des Geomagnetismus mit, entwickelte Lehrpläne und Bücher für die Sekundarstufe in den 1970er Jahren und war Dozentin am Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey.https://web.archive.org/web/20190505195949/https://www.jornada.com.mx/ultimas/2019/04/30/muere-manuela-garin-pionera-de-las-matematicas-en-mexico-6711.htmlhttps://web.archive.org/web/20190505195949/https://www.jornada.com.mx/ultimas/2019/04/30/muere-manuela-garin-pionera-de-las-matematicas-en-mexico-6711.html

Leben und Werk Garín war die Tochter von Domingo Garín y Viejo und Luisa Pinillos Urra. Ihr Vater war Bergbauingenieur und wurde von einer amerikanischen Firma für die Arbeit in den Kupferminen im Westen Kubas eingestellt. Da es in der Kupferbergbauregion keine Schulen gab, wurde sie bis zu ihrem zehnten Lebensjahr von ihren Eltern unterrichtet. 1924 zog die Familie nach Pinar del Río und sie konnte dort die Schule besuchen, da ihre Eltern sie als in Kuba geboren angemeldet hatten. Sie schloss ihre Grundschulbildung ab und besuchte anschließend zwei Jahre lang eine weiterführende Schule in Pinar del Río. 1932 verließ sie mit ihrer Familie Kuba, auf der Flucht vor Gerardo Machado und da die Sekundarschulen und die Universität wegen Studentenunruhen geschlossen wurden. Ihr Vater erhielt kein Visum und reiste nach Spanien, wo er starb.

Studium und Lehrtätigkeit in Mexiko In Mexiko musste sie ihre ersten beiden Schuljahre anerkennen lassen, um in die staatliche Vorbereitungsschule aufgenommen zu werden und schrieb sich daher an einer Klosterschule ein. Da in ihrer kubanischen Ausbildung Gesang und Sport fehlten, wurde ihr der Zugang zur Escuela Nacional Preparatoria verwehrt, bis ihre Familie mit Unterstützung des kubanischen Botschafters in Mexiko eine Ausnahmegenehmigung erwirkte. An der Nationalen Vorbereitungsschule studierte sie Chemie. Der Ingenieur Ricardo Monges López, Leiter der Fakultät für Physikalisch-Mathematische Wissenschaften, ermöglichte Garín 1937 den Beginn ihres Mathematikstudiums an der UNAM. Die Fakultät für Naturwissenschaften war ein Ableger der Ingenieurfakultät und es gab keinen festen Lehrplan. Sie begann 1937 dort ihr Mathematikstudium als erste Studentengeneration zusammen mit Enriqueta González Baz und zwei weiteren Studenten, von denen nur sie und González Baz das Studium abschlossen.

Nach ihrem Studium heiratete sie Raúl Álvarez, mit dem sie zwei Kinder bekam. Obwohl sie die Kurse abgeschlossen hatte, verließ sie die Universität, und erst viele Jahre später schloss sie ihr Studium bei Remigio Valdéz mit einer Master-Arbeit über Wahrscheinlichkeitstheorie ab. Nach ihrer Heirat lebte sie mit ihrer Familie zunächst in Ensenada und später in Monterrey. In den folgenden Jahren unterrichtete sie an einem Gymnasium und etwa fünf Jahre lang am Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey. Die Universität war erst etwa vier Jahre vor ihrer Ankunft gegründet worden, und gemeinsam mit anderen Mathematikern bot sie spezielle Mathematikvorlesungen für Ingenieurstudenten an.

Ricardo Monges López erhielt im Juli 1946 den Auftrag, einen Plan für die Gründung des Instituts für Geophysik der UNAM vorzulegen. Garín arbeitete seit der Gründung des Instituts für Geophysik der UNAM dort als Forscherin. Sie forschte an mathematischen Modellen des Geomagnetismus unter Anwendung von Matrixmethoden und veröffentlichte 1946 die Arbeit Zerlegung der Matrix der allgemeinen Lorentz-Transformation in einfache Faktoren (spanisch) im Bulletin der Mexikanischen Mathematischen Gesellschaft.

1951 begann sie an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften zu unterrichten, 1952 an der Fakultät für Naturwissenschaften und lehrte unter anderem Analysis, analytische Geometrie und moderne Algebra. Aufgrund ihrer fortschrittlichen Lehrmethoden in angewandter Mathematik wurde sie berufen, das Institut für Geophysik an der Universität von Yucatán und später die Hochschule für Höhere Studien an der Universidad de Sonora zu gründen.

Die Universidad de Sonora wurde 1942 in Hermosillo gegründet und beschloss 1963 die Einrichtung einer Hochschule für Höhere Studien, um die im Bundesstaat benötigten Lehrkräfte auszubilden. Das Personal bestand hauptsächlich aus Ingenieuren, und die Hochschule nahm im März 1964 ihren Betrieb auf. Ende 1964 kam Garín als erste Direktorin der Hochschule für Höhere Studien und Leiterin des Fachbereichs Mathematik an die Universität von Sonora und organisierte den IX. Nationalen Kongress der Mexikanischen Mathematischen Gesellschaft im Februar 1966 in Hermosillo und 1969 in Guadalajara.

Garín lehrte Mathematik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der UNAM bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1989, als sie zur Professorin Emeritus der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der UNAM ernannt wurde.

Garín starb 2019 im Alter von 105 Jahren.

Ehrung Am 8. März 2020 kündigte die Regierung von Mexiko-Stadt im Rahmen des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft den Wettbewerb Manuela Garín Pinillos an, der sich an Mädchen und Jugendliche in Grund-, Mittel- und Oberschulen in den 16 Gemeinden richtet und dessen Ziel es ist, die Naturwissenschaften zu fördern.

Literatur Norma Blazquez Graf, Javier Flores: Ciencia, tecnología y género en Iberoamérica. Universidad Nacional Autónoma de México, Centro de Investigaciones Interdisciplinarias en Ciencias y Humanidades, 2005, ISBN 978-9703230044 P. Saavedra y M. Neumann: Manuela Garín Pinillos. Una pionera de la Matemática en México. Instituto de Matemáticas en la UNAM, 1997. Claudia Gómez Wulschner: Ecos del pasado… luces del presente Manuela Garín. Miscelánea Matemática 47, 2008, S. 67–85. Josefina Morales: Manuela Garín: Testimonio de una vid. Siempre!, 2014. Blanche Petrich: Manuela Garín, precursora de las mujeres científicas, cumple un siglo de vida. La Jornada, 2014.

Weblinks

Biografie bei MacTutor (englisch) Ecos del pasado… luces del presente: Manuela Garín (spanisch)

Einzelnachweise

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