Besançon Hugues (* um 1482, † Ende 1532, manchmal auch Bezançon Hugues oder Bezanson Hugues geschrieben) war ein Genfer Kaufmann und Politiker, Mitglied des Großen Rates von Genf und einer der Hauptakteure der Rebellion gegen das Regime der savoyischen Dynastie, die 1526 zur Unabhängigkeit Genfs führte.
Biografie Er war der Sohn von Andrea Blancmantel und einem Kürschner namens Conrad, der seine Jugend in Zürich verbracht hatte und 1476 in der Schlacht bei Murten an der Seite der Zürcher Truppen kämpfte. Sein Urgroßvater Pierre Hugues de Copponex hatte 1429Alexandre Guillot: Petite Bibliothèque Helvétique. Genève, 1893. das Genfer Bürgerrecht erhalten. 1501 heiratete Besançon Hugues Clauda de Fernex, die Tochter von Jean de Fernex, Syndikus von Genf.
Am 4. Juli 1513 erlangte er zusammen mit fünf Landsleuten, Philibert Berthelier, Jean Baud, Jean Tacon, Nantermet Tissot und Henri Pottier, die sich gegen die Machtmissbräuche des Herzogs Karl III. von Savoyen (1486–1553) gestellt hatten, das Bürgerrecht von Freiburg. 1515 trat er in den Kleinen Rat von Genf ein und übernahm 1517 die Führung der Partei der Eidgenossen (Eidguenots). Als Syndikus in den Jahren 1518 und 1528 ließ er 1519 im Generalrat einen Burgrechtsvertrag mit Freiburg beschließen; dieser wurde jedoch bald unter der bewaffneten Drohung Herzog Karls III. wieder aufgekündigt. Daraufhin wurde er von der Macht ausgeschlossen und bis 1522, als man ihn zum Kapitän-General von Genf ernannte, seines Bürgerrechts beraubt.
Er war ein Anhänger von Philibert Berthelier und der unabhängigkeitsorientierten Fraktion des Großen Rates von Genf. Nach der Invasion Genfs durch savoyische Truppen im September 1525 floh er nach Freiburg, wo er den Aufstand weiterführte, welcher im folgenden Jahr erfolgreich war. Nach dem Sturz der savoyischen Herrschaft über Genf bemühte er sich, die katholische Kirche von Genf zu schützen und die Ausbreitung der protestantischen Reformation in seiner Stadt zu verhindern.
Nach dem Erreichen der Unabhängigkeit im Jahr 1526 setzte er sich für die Durchführung eines fairen Prozesses gegen die Anhänger der savoyischen Dynastie in Genf (die „Mammelus“) ein. Um 1527 leitete er eine Annäherung an die protestantische Fraktion in Genf ein, blieb jedoch der katholischen Kirche und dem Bischof von Genf treu. Am 20. Februar 1532 legte er sein Mandat im Großen Rat von Genf nieder und führte als Grund familiäre Probleme an. Kurz darauf starb er an einer Krankheit. Er hatte noch erwogen, die Autorität des katholischen Bischofs von Genf, Pierre de La Baume, wiederherzustellen, doch sein Tod durchkreuzte dieses Vorhaben.
Ehrung Ein Kai am südlichen (linken) Ufer der Rhône in Genf, unmittelbar nach ihrem Austritt aus dem Genfersee an der Mont-Blanc-Brücke, trägt zu seinen Ehren den Namen „Quai Bezanson-Hugues“.
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