Das Democratic Domestic Product (deutsch: Demokratisches Inlandsprodukt, auch Gemeinwohlprodukt genannt) ist ein wirtschaftspolitisches Konzept für einen alternativen Wohlstandsindikator, der anstelle des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als zentrale Messgröße für den Erfolg einer Volkswirtschaft dienen soll. Es wurde maßgeblich von dem österreichischen Autor Christian Felber im Kontext der von ihm initiierten Gemeinwohl-Ökonomie entwickelt.Christian Felber: Die Gemeinwohl-Ökonomie. Das Wirtschaftsmodell der Zukunft. Deuticke, Wien 2010, ISBN 978-3-552-06137-8.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Indikatoren (wie dem BIP oder dem Human Development Index), deren Zusammensetzung meist von Experten oder internationalen Institutionen festgelegt wird, sieht das Konzept des Demokratischen Inlandsprodukts einen „Bottom-up“-Ansatz vor. Die Kriterien für Wohlstand und Lebensqualität sollen dabei in einem direktdemokratischen Prozess durch kommunale und nationale Bürgerkonvente von der Bevölkerung selbst definiert werden.Christian Felber: This is not Economy. Aufruf zur Revolution der Wirtschaftswissenschaft. Deuticke, Wien 2019, S. 205 ff.
Ziel des Demokratischen Inlandsprodukts ist es, die Wirtschaftspolitik auf das Erreichen gesellschaftlich definierter Ziele – wie ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Zeitwohlstand – auszurichten, anstatt das reine Wirtschaftswachstum zu maximieren.Vgl. Ursula Weidenfeld: Der beleidigte Wirtschaftsrevolutionär. In: Deutschlandfunk Kultur. 14. Dezember 2019, abgerufen am 25. Januar 2026.
Ein Antrag der Linkspartei und der Grünen zur Verwendung des Konzepts zur politischen Steuerung wurde 2013 im Deutschen Bundestag mit großer Mehrheit abgelehnt.
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