Brasiliothelphusa tapajoensis ist eine Art der Krabben und einziger Vertreter der Gattung Brasiliothelphusa. Die Süßwasserkrabbe ist in Brasilien heimisch und war zur Erstbeschreibung die am weitesten südlich nachgewiesene Art der Pseudothelphusidae. Der Erstnachweis stammte aus dem Amazonas-Nebenfluss Rio Tapajós. Mit den beiden Arten der Gattung Schubarthelphusa sind mittlerweile noch etwas weiter südlich auftretende Pseudothelphusidae nachgewiesen.
Merkmale Brasiliothelphusa hat die Merkmale der Kingsleyinae. Der Carapax hat keine Medianrinne. Der Exopodit des dritten Maxillipeden ist stark reduziert und ist weniger als ein Drittel so lang wie der Außenrand des Ischiums des Endopoditen. Das erste Gonopodium hat eine einfache, blattähnliche Apikalplatte mit einem nach innen gerichteten Dorn. Der zur Mitte liegende Fortsatz ist deutlich von der Apikalplatte getrennt. Das Stachelfeld ist stark reduziert, nicht von Randleisten umgeben und liegt seitlich der Basalfalte des Apikalfortsatzes.
Der männliche Holotyp ist 16,9 mm lang und 26,1 mm breit. Der Carapax ist glatt. Die Postfrontallappen stellen sich als kleine Knöpfe dar. Die Halsrinne ist deutlich, beginnt dicht hinter dem vorderen Seitenrand und endet vor der Magenvertiefung. Die metagastrische Region ist eingedrückt, stark uneben und mit zahlreichen Muskelnarben. Die Stirn ist abwärts gebogen, der Oberrand scharf bis abgerundet und gekörnt. Der äußere Augenhöhlenrand ist deutlich, sein Zahn höckerartig und ähnelt den Höckern am unteren Augenhöhlenrand. Der vordere Seitenrand weist engstehende, eine Leiste bildende Höcker auf und ist durch einen kleinen Schlitz vom äußeren Augenwinkel getrennt. Er endet etwa in der Mitte der Kiemenregion. Das Pterygostom ist glatt und an der Außengrenze des dritten Maxillipeden spärlich behaart.
Die beiden Scherenbeine sind bei beiden Geschlechtern asymmetrisch, meist ist das rechte deutlich größer, selten einmal das linke. Der Merus weist drei grob granulierte Ränder auf, die Körnung setzt sich auf die Hinterfläche fort. Der Innenwinkel des Carpus trägt einen langen deutlichen Dorn, die Innenränder sind granuliert. Die Hand ist größtenteils glatt und glänzend, die untere Grenze trägt körpernah Körner. Die Finger der größeren Schere klaffen auseinander und haben gleichmäßig angeordnete, große Mahlzähne und dazwischen kleinere Zähne. Bei der kleineren Schere ist die Lücke zwischen den Fingern weniger stark und die größeren Zähne sind eher dreieckig, was der Schneidekante ein sägeblattartiges Erscheinungsbild gibt.
Die Schreitbeine sind relativ kurz. Ihre Meri haben am Oberrand eine gekörnte Leiste und zwei glatte an der Unterseite. Der Carpus hat am Oberrand eine abgerundete Leiste und eine weitere an der Hinterfläche, die am ersten Schreitbein am deutlichsten ist und am letzten fehlt. Die Propodi tragen zwei Dornenreihen auf der Ober- und ein bis zwei am Unterrand. Die Finger sind lang, etwa eineinhalbmal so lang wie die Propodi, und haben unregelmäßige Dornen, die angedeutet in vier Reihen angeordnet sind.
Das Proepistom hat scharfe hintere und mittige Leisten, letztere endet an der Stirn in einer kleinen Kerbe. Das Epistom ist stirnseitig eingesunken und trägt in der Mitte eine dreieckige Vorwölbung, die sich auf das Epistom als Leiste fortsetzt. Die seitlichem Kämme des Endostoms sind deutlich und begrenzen den Ausströmkanal der Kiemenkammer. Die thorakalen Sternites im Bereich des dritten Kieferfußes und des Scherenbeins sind vollständig verschmolzen. Nur die Naht zwischen siebten und achten Sterniten reicht bis zur Mitte, die Mittelfurche ist im Bereich dieser Sterniten deutlich. Alle Episterniten sind nur durch eine schmale, seichte und unvollständige Furche von den entsprechenden Sterniten getrennt. Alle Somiten des Pleons sind frei beweglich, der dritte ist der breiteste. Das Telson hat leicht gewellte Ränder und ein abgerundetes Ende.
Einzelnachweise
Kategorie:Kingsleyinae Kategorie:Kingsleyinae (Unterfamilie) Kategorie:Endemisches Tier Brasiliens