Die Menckestraße ist eine Anliegerstraße im Leipziger Stadtteil Gohlis. Nach der 1992 eingeführten administrativen Gliederung der Stadt gehört sie zum Ortsteil Gohlis-Süd. Sie ist benannt nach der Leipziger Gelehrtenfamilie Mencke, der auch Lüder Mencke (1658–1726) angehörte, der von 1720 bis 1726 neben seiner Professur an der Universität auch Besitzer des Gutes Gohlis war.

Verlauf Die Menckestraße beginnt an der Gohliser Straße in der Nähe der Friedenskirche und verläuft in westsüdwestlicher Richtung. Nach 190 Metern teilt sich die Straße und umschließt eine 100 Meter lange und 10 Meter breite Grünanlage, den Gohliser Anger. Anschließend wendet sie sich in einem weiten 90°-Bogen nach Nordnordwest, wird schmaler und erst ab der Einmündung der Platnerstraße wieder breiter. Durch die Menckestraße führen über die gesamte Länge Straßenbahnschienen (im schmalen Stück eingleisig), die aber nur ab der Platnerstraße im Linienverkehr durch die Linie 4 genutzt werden.

Geschichte Die heutige Menckestraße war der Verlauf der Dorfstraße des 1317 erstmals urkundlich erwähnten Straßendorfs Gohlis. Auf dem Anger wurde 1685 eine Schule errichtet, die 1774 mit einem Betsaal aufgestockt wurde. Das mehrfach erweiterte Gebäude wurde 1887 abgerissen und die Grünanlage angelegt, die ab 1993 Denkmalschutz genoss, der aber 2005 wieder entfiel.

1755/56 entstand an der Biegung der Straße das Gohliser Schlösschen. Im Sommer 1785 wohnte Friedrich Schiller über vier Monate in einem kleinen Bauernhof von 1717 am Westteil der Straße (Nr. 42), in welchem 1841 eine Schiller-Gedenkstätte (Schillerhaus) eingerichtet wurde, die heute das älteste Gebäude der Straße ist.

1873 fuhr erstmals die Leipziger Pferdebahn durch die Straße.Vgl. Geschichte des Straßenbahnnetzes Leipzig 1897 errichtete Adolph Schütte-Felsche an der Straße ein Verwaltungsgebäude für die Schokoladenproduktion, die er 1873 als ersten Industriebetrieb nach Gohlis verlagert hatte und aus der später der VEB Goldeck wurde. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts nahm die Gohliser Hauptstraße immer mehr städtischen Charakter an, da durch die Industrialisierung die Leipziger Bevölkerung stark zunahm und statt der Bauernhöfe in den umliegenden Dörfern Miethäuser gebaut wurden. 1890 wurde schließlich Gohlis nach Leipzig eingemeindet und 1900 die Hauptstraße in Menckestraße umbenannt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden nur wenige Häuser der Straße zerstört.Leipzig gestern, heute, morgen: Ein Atlas (der Kriegsschäden in Leipzig), Verl. SED Kreisleitung Leipzig, 1946 Der Verfall der Bausubstanz während der DDR-Zeit wurde nach 1990 durch umfassende Sanierungen ausgeglichen.

Bebauung Die Menckestraße ist eine reine Wohnstraße. Die 56 Hausnummern beinhalten 40 drei- oder viergeschossige Mietshäuser, zumeist Altbauten im Stil des Historismus in geschlossener Bauweise. Die Denkmalschutzliste für die Menckestraße umfasst 34 Objekte.siehe Liste der Kulturdenkmale in Gohlis-Süd (G–M) Einzelhandel ist in der Straße nicht vorhanden. In der Nr. 5 befindet sich seit 1899 die Gosenschenke „Ohne Bedenken“.

Bemerkenswerte Bauten sind außer dem Gohliser Schlösschen und dem Schillerhaus der Jugendstil-Bau der Nr. 19, in dem früher die Poliklinik Nord untergebracht war, sowie die 1883 für den Druckereibesitzer Otto Fischer errichtete und nach seiner Ehefrau benannte Villa Ida und die ehemalige Gaststätte Schillerschlösschen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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