Die normalspurigen Tenderlokomotiven der Baureihen MIDI 5000 und PO 5500 der privaten französischen Eisenbahngesellschaften Midi und PO waren laufachsenlose fünfachsige Lokomotiven der Hersteller Société française de constructions mécaniques unter dem aufgekauften Markennamen Cail, Fives-Lille und Grafenstaden. Sie gelangten zur staatlichen SNCF als Reihe 4-050 TA und später 2-050 TE.

Ihren Ursprung hatten die Lokomotiven in der Preußischen T 16. Von dieser Reihe wurden von Berliner Maschinenbau (BMAG) zehn Lokomotiven für die Bedürfnisse der französischen Bahnen entwickelt und gebaut. Von den französischen Firmen wurden danach diese 62 Lokomotiven von 1909 bis 1914 gebaut.

Die Lokomotiven waren bis 1967 im Einsatz. Es ist keine Lokomotive erhalten geblieben.

Entstehungsgeschichte Vorgeschichte

Die Maschinenmeister der privaten Bahngesellschaften Midi und PO zeigten Interesse an den fünfachsigen laufachslosen Tenderlokomotiven der Preußischen T 16 und traten an die Firma Berliner Maschinenbau zwecks eines Nachbaues heran. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal zwischen den deutschen und französischen Lokomotiven war die in Frankreich übliche Linkssteuerung, der Lokführer saß dort auf der linken und der Heizer hatte seinen Platz auf der rechten Führerstandsseite.

Als Ergebnis bestellten beide Privatbahnen bei BMAG je fünf Lokomotiven, die 1908 von der deutschen Firma geliefert wurden und als Midi 5001–5005 sowie PO 5501–5505 geliefert wurden.Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6

Nach einem Jahr Betrieb wollten die Gesellschaften weitere Lokomotiven bestellen. Der festgestellte Bedarf von weiteren 62 Lokomotiven war in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg nicht mehr aus Deutschland importierbar. Deshalb erfolgte die Fertigung ab 1909 bei Firmen in Frankreich.

Midi 5006–5047 und PO 5506–5525

Die Fertigung erfolgte ab 1909 bei Société française de constructions mécaniques (SFCM) unter der aufgekauften Marke Cail (20 Lokomotiven), dann im selben Jahr bei Fives-Lille (10 Lokomotiven). Der im gleichen Jahr begonnene Großauftrag bei Grafenstaden, der sich bis 1914 hinzog, beinhaltete die restlichen Maschinen. SFCM produzierte ausschließlich für Midi, Fives-Lille für die PO, und Grafenstaden für beide Bahngesellschaften.

Die Lokomotiven waren im Rangierdienst, im Übergabedienst und auf Hafenbahnen eingesetzt, wo sie ihre große Leistungsfähigkeit und Reibungslast effektiv einsetzen konnten. 1938 wurden beide Gesellschaften von der SNCF übernommen.

SNCF 4-050 TA Die Lokomotiven erhielt die neue Baureihenbezeichnung 4-050 TA. Die 4 bedeutet, dass die Lokomotiven in der Région Sud-Ouest eingesetzt wurden, die 050 beschrieb die Achsfolge, T bedeutet Tenderlokomotive und A bezeichnet die erste Bauart mit dieser Baureihenkonfiguration. Die Lokomotiven der Midi behielten ihre Ordnungsnummern, jedoch nur noch dreistellig, bei Lokomotiven der PO begannen die Ordnungsnummern mit der 5 als Unterscheidungsmerkmal an.

Eine Lokomotive, die ehemalige MIDI 5010, ist 1944 während der Zeit des Zweiten Weltkrieges verlorengegangen.

SNCF 2-050 TE Die Serie erhielt ab 1946 die Baureihenkennzeichnung 2-050 TE.

Nicht alle Maschinen sind umgezeichnet worden, viele von ihnen hatten ihre alte Nummer in den 1960er Jahren noch bei der Ausmusterung oder die neue Nummer ist nicht bekannt. Einsatzgebiet war der Hafen von Calais, wo die Lokomotiven den Rangierbetrieb von Güterzügen bis zu Luxuszügen wie den Flèche d’Or erledigten. Vielfach wurden die Lokomotiven auch umbeheimatet. Mit dem Einsatz in anderen Regionen änderte sich die Nummer vor der Baureihen-Bezeichnung.

Die ersten Lokomotiven wurden um 1955 abgestellt. Die ehemalige Midi 5007 wurde danach noch fünf Jahre in einem Bergbaubetrieb eingesetzt. Alle anderen Lokomotiven wurden bis spätestens 1967 ausgemustert. Sie sind nur geringfügig eher als die neueren SNCF 050 TX sowie SNCF 050 TQ ausgemustert worden und waren fast 60 Jahren im Dienst.

Konstruktion

Im Wesentlichen entsprechen die Lokomotiven der Preußischen T 16. Die vierte Achse ist die Treibachse. Um eine übermäßig lange Treibstange zu vermeiden, ist der Kreuzkopf nach hinten gerückt. Die lange Kolbenstange musste dadurch in der Mitte zusätzlich geführt werden.

Der Kessel hatte zwei Schüsse und war mit einem Überhitzer ausgerüstet. Die Aufbauten variierten geringfügig. Ursprünglich war in der Kesselmitte der Dampfdom und beidseitig davon die Sandkästen, bei denen pro Lokomotivseite vier Sandfallrohre herabführten (erste und zweite Achse von vorn, dritte und vierte von hinten).

Bei den Lokomotiven Midi 5006 bis 5025 aus dem Jahr 1909 waren drei Sandkästem vorhanden, mit denen ebenfalls die erste und zweite Achse von vorn sowie die dritte und vierte Achse von hinten gesandet wurden. Zwischen dem zweiten und dritten Sandkasten war die Kesselwasseraufbereitungsanlage, die sogenannten TIA-Anlage platziert. Am Hinterkessel war ein Sicherheitsventil vorhanden.

Ursprüng hatten die Lokomotiven Petroleumbeleuchtung. Mit der späteren Umrüstung auf elektrische Beleuchtung erhielten sie die bei französischen Dampflokomotiven verbreiteten, dem Automobil ähnliche, Beleuchtungen.

Siehe auch

Compagnie des chemins de fer du Midi Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans Liste der Lokomotiven und Triebwagen der SNCF

Literatur

Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, Seiten 270 bis 287

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge E Kategorie:Triebfahrzeug (Chemins de fer du Midi) Kategorie:Triebfahrzeug (Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans) Kategorie:Schienenfahrzeug (Elsässische Maschinenbau-Gesellschaft Grafenstaden) Kategorie:Schienenfahrzeug (SFCM) Kategorie:Schienenfahrzeug (Fives-Lille)